Blog

Hü plappern. Und hott meinen…

Heut‘ ist es schon hot. Da kommt man dann schnell auf diese Fragen: „Es gibt doch jetzt diese Greta, diesen Wolf, diese Windräder und überhaupt… Darum müssen wir alle zusammenhalten…“– Waach, wie mitleidig sollen wir da noch dreinschauen? Meint da jemand sein Wille zur Gartenhag-Wohlhabenheit müsste geschützt werden? So einer, der seine Burschenüberlegenheit noch etwas geniessen möchte?

Irgendwann kommt da bei mir so Ignoranz-Müdigkeit auf. Was soll ich mich noch um die kümmern? Mich auf den Rückzug unter den Kopfhörer fokussieren?

In letzter Zeit will ja die FDP. „Die Schweiz will.“, steht mindestens auf dem Plakat. Oder doch nicht? Eigentlich wissen wir gar nicht was die FDP so will, vor allem nicht punkto Klimaschutz.

Die haben alle einen guten Kontostand, einen Gartenzaun und einen Schützenpanzer in der Garage zu schützen. Und Pestizide und das ganze Agrar-Willens-Programm.

Nix machen, einfach wegerklären. Und das mit atemberaubender Radikalität und Aufpolsterungstechnik.

Bei dieser Kaminvorleger-Glückseligkeit kommt dann das Paradebeispiel des Wunschdenkens ins Spiel, wie es für Menschen meines Alters typisch ist: „Es gibt doch sicher eine andere Gelegenheit mich fremdzuschämen…“Der nächste Winter ist bestimmt nicht so hot wie heute. Wir carven auch ins nächste Jahr. Vielleicht anders. „A long way down.“, würde Nick Hornby sagen. Aber der versteht vielleicht nicht viel von Schnee..

Die Arroganz der Ignoranz nimmt offensichtlich zu. Wenn die FDP Nationalräte sich gerne grün geben, uns immer noch in diesem fatalistisch liberalen Eigenverantwortungston belehren, dass wir viel realistischer an die Klimadebatte rangehen müssen. Will heissen: Nix machen, einfach wegerklären. Und das mit atemberaubender Radikalität und Aufpolsterungstechnik. Sag einfach Hot, wenn sie denken du sagst Hü….vom Klimaschutz reden und das Gegenteil machen.

Meist mit einem Gesichts-Ausdruck niederer Gerissenheit, wie man ihn von Engadiner-Bauleuten kennt. Achselzucken, Netflix gucken?

Ach, dieses Verdrehen. Augenverdrehen. Und das alles in diesem hinterhältigen Tonfall– wenn sie jemals gehört haben, wie ein Kind für etwas um Erlaubnis fragt, was es schon längst gemacht hat, wissen Sie, was ich meine…Meist mit einem Blick wie ein verlassenes RHB-Perron und dem Gesichts-Ausdruck niederer Gerissenheit, wie man ihn von Engadiner-Bauleuten kennt. Sie tragen schliesslich die Last der Banken-Industrie-Aristokratie und ihrer Inzucht. Amigogeschäfte – geschäftstüchtige Doppelpassspiele. Und, kaum zu glauben: meist sind sie nur einfache Land-Gewerbler, die auch nicht bei den berühmten 1% mitgarnieren dürfen.

Gut, das Rezept für dieses Klima-Omelett ist komplex, und man wird noch viele Eier zerschlagen müssen. Man kann nicht immer dieselben rigiden ideologischen Prinzipien, die früher in Fragen der Rechte, des Schutzes und des Gewerbes zum Tragen kamen, unverändert auf die Kapitalflüsse einer globalisierten Welt oder gar auf den Klimaschutz übertragen.

Ja , nein, abbrechen? Aber nicht den Wahlzettel fortwerfen…

Im Film kämen jetzt diese anschwellenden Streicher, sie peitschen ihre Saiten, spielen mit unserer Sargangst. Und dann führen alle diese gleich kreischenden Streicher zu einer imaginären Konsenswolke. Dem Wölkli auf dem Bild über unserem Nationalrat. Den dürfen wir ja wieder wählen. „Wer immer alles verpennt, gehört zum Polit-Establishment.“ hätten wir früher…Mal sicher zur SVP-FDP-Agrar-Mehrheit, können wir da getrost feststellen.

Sind sie jetzt sicher, dass sie das in den Papierkorb und den leeren wollen? Ja , nein, abbrechen. Aber nicht den Wahlzettel fortwerfen: Schauen Sie, dass wenigstens einige dieser heiligen, kalten Krieger im Oktober etwas verloren und restarrogant aussehen. Die Leichenstarre üben diese alten Männer eh schon lange. Vielleicht wird dann dem einen oder anderen wenigstens bewusst, dass auch er wie die Erde am Ende auseinanderfällt.

 

Standard