Blog

g-schtapi

 

Fast hätte ich dies auf den Estrich meiner Erinnerungen geboxt. Die Stadt Chur und ihr Stapi. Ich glaube es ist Zeit, meine  Geschichte doch noch zu erzählen.

Die Stadt Chur schrieb vor mehr als zwei Jahren einen Wettbewerb aus für das Haus Arcas, das als Stadtbibliothek gedient hatte. 42 Eingaben wurden juriert, von Organisationen und Institutionen. Viele Gratis-Arbeitsstunden investiert. Jeder Laie kann abschätzen, dass ein Altstadt-Gebäude dieser Grösse und dieses Alters unter Denkmalschutz, mit baufälligem Dach, veralteten Behinderteneinrichtungen schon etwas Bau-Aufwand verursachen kann. 2.8 Mio. Aber das stellte die Stadt Chur erst ein halbes Jahr später fest. Die Wettbewerbsteilnehmer mussten zwar davon ausgehen, das dies im voraus geklärt war…Ja, in der Stadt Chur läuft vieles so: Zuerst die Operation und dann die Narkose…

Der Stapi. Er ist ja kein Schlimmer, darum ist es so schlimm. Er tummelt sich gerne im Hochpreissegment der Wünsche, gackert halt immer, bevor er Eier legt (meinte ein Churer Politiker): alles so m-arti-ficial. So ein Wohlfühlschausteller und Wirtschaftsförderungs-Bauchladenbetreiber. Das Bild das er sich von sich selbst macht, ist mindestens so hehr-bossig-pseudo-managig wie er sich fortschrittlich vorkommt. Gut, die meisten merken’s nicht.

Er gackert immer bevor er Eier legt. Und er merkt nicht, dass er eigentlich die Sollbruchstelle ist.

Nach der katastrophal entwickelten ersten Churer Sportvorlage für die Obere Au hat er gelernt. Er hat noch mehr teuer bezahlte Gutachter und Berater engagiert. Und wir haben daraus gelernt, wieviel schlecht getarnte Führungs-Ungeheuerlichkeiten voller Ausflüchte möglich sein können.

 

Zurück zu besagtem Wettbewerb: Die drei Siegerprojekte wurden mit viel Brimborium vorgestellt. Das Forum Architektur, das Kindertheater Zapperlot und das „Haus der Chöre“.

Unser Projekt „Haus der Chöre“ basiert auf sehr vielen Team-Arbeitstunden von profilierten Persönlichkeiten aus dem Kulturbereich. Zusammen mit erfahrenen Projektmanagern und Betriebswirten wurde gratis ein machbares Projekt für Chur erarbeitet. Mit Businessplan, Entwicklungsplan und sogar Wertschöpfungstudie – mit Anlässen, die bis zu 2 Mio. Umsatz in der Stadt Chur generieren könnten. Schweizer Chorwettbewerb, Europa Cantat, Chorparade. Es geht ja um mehr als nur Musik. Es geht um eine für Chur einträgliche Vision: die „Singstadt Chur“.

Die singende Stadt kann für die 20 Chöre in Chur und darüber hinaus prägend sein – ein vielzitierter Leuchtturm eben. Mit beachtlichen Möglichkeiten zur touristischen Belebung sowie mit Wertschöpfungspotenzialen für die Churer Altstadt.

Zuerst getrauten wir uns auch kaum, was gegen die Stadt zu nölen (es könnte ja auf uns zurückfallen, der Backfire-Effekt ist auch in Chur bekannt: wenn klare Fakten das Projektbild des Stapis in Frage stellen, ist es sogar kontraproduktiv sie zu erwähnen.) Wie gesagt, er ist ja kein Schlimmer. Schlimm ist nur was dann angerichtet wurde: in jeder Besprechung ein Experte MEHR,  externe und Baufachleute…Kurz Bürokraten-Taten. Man konnte es mal zu mal förmlich hören, gesungen vielleicht von einem Kastraten: S-I-N-G-S-T-A-D-T Chur…etwas kata-stratig.

Im Sommer 2018 erfuhren wir dann von unseren Projektkonkurrenten „Forum Arcas“, dass der Stapi ihnen das Haus bereits versprochen hätte. Nun gut, als wir uns per fon informieren wollten, was da los sei, erfuhren wir vom Stapi zuerst (wörtlich) „ dass unser Projekt eher als Show gehandelt werde, wir seien Träumer…und glaubten wohl an die sich selbsterfüllende Prophezeihung….“. Gut, kann man als Stapisprech abtun, er gilt auch nicht unbedingt als Kompetenzgranate…rennt halt eher in einem andauernden Repräsentationsmodus.

Wir wurden eineinhalb Jahre lang mit dossierlockeren Beamten-Moves abgespiesen. Irgendwie fühlten wir uns unterlegen wie die unterste Gurke im Einmachglas…

Voraus-Höhepunkt war ein pseudoakademischer Workshop an der HTW (Kosten mindestens 10’000 Fr.) Den mussten wir auch noch überstehen …wir nennen das AA (Arschabdeckungs-Massnahmen), absichern, durch politisches Projektentwicklungs-Unvermögen und falsche Marketingblendung manipulierte Realität. Alles dafür mit Partizipationsfolklore (auch Leute mussten mitmachen, die schon zig Konzepte entwickelt haben…) aufgemuntert an die Churer-Produktion von touristischen Weltwichtigkeitsgefühlen zu denken…

 

„Wir nennen das AA (Arschabdeckungs-Massnahmen), absichern, durch Beratungsstudien und workshops…“

Die Fortsetzung der Soap dann im Gemeinderat: der musst erst mal 2.8 Mio für den Umbau des „Haus Arcas“ genehmigen, was er getreulich tat. Schliesslich hörten die munkeln, dass dies mal ein doch erfolgsversprechendes Projekt mit guten Wertschöpfungsaussichten für die Altstadt sein könnte (das was zwar nie so genau kommuniziert wurde). Der Schweizerische Chorwettbewerb war ja inzwischen in Chur als Anlass gebucht, Europa Cantate kam dazu; Anlässe bei denen sich jeder Tourismusmanager die Finger schleckt. Dazu wurde von uns das Konzept „Chur-Sing-Stadt“ ausgearbeitet.

 

Dann hat seine Strategie vielleicht einfach einen Fluchtweg gefunden…an der nächsten Sitzung wurde uns eröffnet, dass das Haus eh nur 50 Personen aufs mal einlassen könne (Brandschutz, ist verständlich, nur wieso erst jetzt?). Diese Horizonterweiterung im Herbst 18 ist wohl eher auf akute Horizonterweiterungs-Allergie mit Terminchaotis seitens des Stapis zurückzuführen.

Gut, eines muss man ihm lassen: er kann den Bierschaum des politischen Stammtisches recht gut vorausassoziieren und runterregeln auf den verträglichsten Stimmungsgrad und führt uns doch immer wieder vor, wie man Stadtmanager und Durchsetzer spielen könnte…Wenn man genauer hinschaut, merkt man schnell: eigentlich ist er nur ein Einmann-Choral.

 

Alles im Grünen. Dann aber noch eins drauf. Uns wurde dann noch plötzlich mitgeteilt, das Haus der Chöre müsste auch im obersten Stock den anderen Sieger, das Kindertheater „Zapperlot“ beherbergen…Gutso, nur wurde es plötzlich sehr eng  für die rund 15 Chöre, die da mitmachen wollten, und für die auch nur noch zwei grössere Räume zur Verfügung standen….Martinismus ist offenbar die krankhafte Unfähigkeit mit seinen Bürgern Projektentscheide fakten- und menschenverträglich zu entwickeln.

 

Die Stadt Chur hat das nicht interessiert. Inzwischen wurde eine Konzeptstrategie ausgearbeitet für die Eventbetreuung der Stadt Chur. Jährlich 400’000 Fr. Personalkosten. Das nenn’ ich kognitive Dissonanz: man rationalisiert, indem man behauptet, die Trauben an die wir nicht heranreichen, seien sowieso sauer…

 

Anschliessend fand auf unseren eingehenden Wunsch eine Projekt-Eröffnungs- und Koordinationsbesprechung statt…wo wir darauf hinwiesen, dass wir künftig auf Augenhöhe im Projekt involviert sein möchten, frühzeitig erfahren möchten, wie die Stadt denkt und vor allem auch Aktennotizen über den Projektfortschritt wünschten.

 

Wieder ein halbes Jahr danach die Erkenntnis: WIR WURDEN REGELRECHT NIEDERGEGART. (Sagt man in der Fleischkunde) Hat sich da das alte Schlachthaus auf dem Arcas eventuell reinkarniert? Obwohl wir zwischenzeitlich nur auf den blinden Fleck der städtischen Projektentwicklung hinweisen wollten, wurden wir kaltgestellt; dies geschah dann allerdings ohne allzugrosse Reflexionsdämmerung seitens der Stadt Chur.

 

Nur nebenbei: Klucker ist Chorkultur – vom Besten. Und dies in der ganzen Schweiz und darüberhinaus. Der Chorleiter verschiedener Chöre, auch der Europameister „Incantanti“ hat eine riesige Ausstrahlung, im Marketing unbezahlbar. Das hat aber die Projektleitung um Marti nicht interessiert; wichtiger sind Abläufe und Umbauten.

 

Der Ursprung des Worts „choros“ liegt im Wort „chorar“, weinen…
Vielleicht ist das auch zum Weinen.

 

Es mag ja oft gelingen, die Stimmbürger über den Tisch zu ziehen…Ich frage mich nur: macht der das immer so?

Wie gesagt er ist kein schlimmer. Er kann angstfrei durch die Churer Altstadt trotten, weil mindestens 50 Prozent nichts gegen ihn haben. Weil viele sich so den idealen Mann für die Stadtdemokratie vorstellen. Seine Mittelmässigkeit macht ihm beim Wähler zum Sympathisanten….heruntergeregelt auf den verträglichsten Stimmungsgrad kann er seine Kompetenz-Vortäuschungs-Kompetenz gut verkaufen.

Guat, ich möchte ja kein Opfer sein…nach einer fundierten gruppendynamischen Analyse dieser Behördenkonstellation habe ich mich entschieden, dass der Stapi  die Wertschöpfungskompetenz von Chur ab sofort ohne mich steigern darf…moinz und tschüss. SchADE.

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

Standard