Blog

das schnarch-kartell

 

GR ist ja bekannt für seine Kartellaffinität…baukartellmässig seien wir gut aufgestellt, meinen bösmeinende Zungen. Das ergibt aber ein völlig falsches , negatives Bild. Die meinen, wir seien etwa so eine Schmiergesellschaft, eine Unter-uns-Verteil-`Ndrangheta. Sind wir nicht. Das ist nur so ein Nebenaspekt, eine Möglichkeitsform unserer variablen Lebensarten, die vielleicht durch unsere subventionsverwöhnte Agrarseele etwas gepusht wurde. – Ja, und dann haben wir ja auch unsere Schnarchgerichte…also nich Maluns oder Capuns, eher unsere Justiz mit dem perfekt legaliserten Wegsehen.

Unser Referenzmilieus sind halt vielfältiger geworden. Wir müssen auf alle Rücksicht nehmen. Die Zweitwohnungsbesitzer mit den veganen SUVs und den klimaneutralen Skischuhen, die entschleunigten Zuger-Steuerflüchtlinge sind unser Influencer geworden. Am Wochenmarkt dann dazu die authentischen  Capuns-Rezepte für Dauerhektische. Ja, schliesslich kuratieren auch die Zürcher Kommunikationsagenturen unseren gelassenen Wesenskern: Mit Gian und Giachen.

Für mich ist GR das perkte Schnarch-Kartell; weil wir so weit weg sind, so abgeschieden sind, Räume, Täler und Höhen zum Liegen zur Verfügung haben, erlauben wir uns halt ab und zu mal einen Nap. Auch im grossen Rat; die sind immer etwas out of time. 74% der Parlamentarier gehören zu FDP, CVP oder SVP, dank Majorz.

Dieser Mainstream oder Lahmstream ist oft auch wirtschaftlich. Wir sind Netto-Empfänger im Finanzausgleich…Es ist ja nicht wichtig, ob wir nun auch was wellnessiges machen, wie die Südtiroler vor 15 Jahren…oder 15 Jahre später unsere Bike Kingdoms aufbauen. Das ist ja alles etwas überholt, wie die ewigen Tanzstunden bei Origen. Weil es nicht überholt worden ist. Wurde nicht überholt, weil man es doch schon immer so subventionierte, steht wohl im Krankenbericht. Sonst wäre es ja wie neu. Liegt uns im Blut. Muss man nicht generalüberholen. Unsere ewigrelaxte Steinbock-Siesta-Haltung macht doch Spass.

Die Regierung schaut ab und zu durch ihre durchsichtigen Finger, und denkt mit, beim leichten Dösen erreiche man so eine Blindheit, später auch noch mit Schwerhörigkeit gemixt, die ein doch gelungenes USP erzeuge.

Unsere Optimierung in Richtung Unerreichbarkeit sollte das Schnarchen sein. Das nennen die Touristiker dann ein USP. Da sind wir gut, geübt und fehlerfrei. Die endlose Überlegenheit erreichen wir doch durch diese eine Genialiät: wir verschlafen einfach ab und zu was. (wie zum Beispiel Proporzwahl-Systeme) Die Bündnerluft lässt eben Geniales meist beiseite. Auch den nachträglich etwas gestressten Bündner Strombaronen sei gesagt: Schnarchen ist stromsparend, ist doch nur ein leichtes Flakern im geschlossenen Stromkreis der hektischhypernden nichtmehrallesfressenden Elektrokonzerne.

 

Das wusste schon Kierkeegard: „Wenn alles still ist, geschieht am meisten.“ Das haben Sie bestimmt schon wandernd erlebt oder nach einem Sonnenpfüsli auf der Alp. Einschnarchen und die Welt ist wieder in Ordnung. Stark im Nichtstun, sind wir ja eh schon. Wir können eben ausschalten, wir können auf OFF. Die Regierung schaut ab und zu durch ihre durchsichtigen Finger, und denkt mit, beim leichten Dösen erreiche man so eine Blindheit, später auch noch mit Schwerhörigkeit gemixt, die ein doch gelungenes USP erzeuge. Der Schlüssel, der der Bürokratie vorausgeht, ist die Fähigkeit Langeweile auszuhalten. Wenn man gegen Langeweile immun ist, gibt es buchstäblich nichts, was man nicht erreichen kann.

Wenn im Gaumen und im Zäpfchen diese flatternde Schnarch-Bewegung entsteht, ist man noch lange nicht krank, schon gar nicht coronär. Im Gegenteil das ist ein Bünder Gen. Krank ist eher unser Gesellschaft, die muss sich nun bei uns erholen.

Der beschleunigte Befähigungsindividualismus unserer Tage ist geprägt durch einen Zwang zur Sichtbarkeit, und Sichtbarkeit heisst immer auch Vergleich… das brauchen wir nicht zum Glück. Guat, Gian vergleicht ab und zu vom Grat aus, von oben herab, was die Gäste so alles haben. Bevor Giachen gekonnt schnarchend posiert. Weil die zwei eben den Liegemodus nicht kennen. (Aber: wie gesagt, die Steinböcke sind von Zürchern erfunden… Zürich ist halt kein Platz mehr zum Durchschlafen, die Mietzinsen richten sich nicht nach dem Dösfaktor.)

Und das ist der Punkt. Wenn im Gaumen und im Zäpfchen diese flatternde Schnarch-Bewegung entsteht, ist man noch lange nicht krank, schon gar nicht coronär. Im Gegenteil das ist ein Bünder Gen. Krank ist eher unser Gesellschaft, die muss sich nun bei uns erholen.

 

Schnarchen bis die Berge zittern. So wie man immer schon wusste, schläft die Bündner Wirtschaft gerne. Dieses Lebensgefühl, diese Schnarchbünde sollten wir zu Bündeln schnüren – dieses Graubündeln liegt uns ja eh. Da brauchen wir auch keine frische Luft ….schnarchen kann man besser in Gebrauchtluft. Schnarchen gefährde zwar die Gesundheit des Partners und die Stabilität der Beziehung, sagt die Wissenschaft…

Aber wenn alle schnarchen wollen, wird das zur gemeinsamen Erlösung, sogar zum Alleinstellungsargument. Wir brauchen dazu nicht diese kalorienarmen Geistesblitze. Diese heroische Nichtleistungs-Utopie, die wir subkutant ja schon immer beherrschten, würde weltweit ungebrochene Bewunderung hervorrufen…Mal wörtlich eine dieser passiv-aggressiven Marketing-Geniestreiche!

Stellen Sie sich vor, die Bergbähnler müssten nicht mehr an neue Bahnprojekte, im Verdrängungsmarkt sinnlose endlose Ausbau-Projektionen denken, sondern einfach das Schnarchen propagieren. „ Have a Snore, be yourself.“ Savognin zum Beispiel als Insel des Schnarch-Friedens, mit jener Distanz und Abgeschiedenheit, die es erlaubt sich als Gegenentwurf zur durchgedrehten Wirklichkeit der Touristik-Manager zu projezieren. In jedem Winkel dieser narkoleptischen Landschaft. Die Aroser Senioren-Bären machen das mit ihrem Winterschlaf ja schon vor. Schnarch.

 

Die Abgeschiedenheit, die Abgeschlossenheit, die Ferne, der Sehnsuchtsort schlechthin. Zwei Wochen Ferien ohne Humbtäterä auf der Bergrestaurant-Terasse. Ein Konsum-Bachanal, ein Influencer-Hotspot zur Nachahmung. Das Soll- und Haben einer seelischen Buchführung nach einem guten „Snore“ (so sagen die TikToker dann) ist unermesslich. Und einen grossen Vorteil hätten wir: (vor allem die Touristiker) wir haben immer gut geschlafen. Da gibts nichts Neues zu lernen, kein mindset zur Veränderung…Auf die beliebtschläfrige Weise konzentriert, der Welt enthoben, könnten wir den Tourismus sanieren.

So wie die Amerikaner mit Trump eine Handgranate ins Weisse Haus wählten, wählen die Bündnerinnen Schlaftabletten. Und das funktioniert ausgezeichnet.

 

Overtourismus, die krasse Horrorshow des spätkapitalistischen Tourismus, müssten wir ja auch nicht unbedingt mitmachen. Und wer die Entschleunigung in der jetzigen Provid-Zeit miterlebt, kommt ja sogar auf die Möglichkeits-Idee unser Kantonsleben sei doch gut kalibriert. Wir haben doch auch so ein, nennen wir es so, Bürokratie-Charisma, das hilft abzubremsen. Die Spitze steht auf dem Fundament-bildenden Wort „patschifig“– schnarchend ins gemeinsame Glück. Touristisch verwortet und verlebnist, heissst das dann zum Beispiel so: „Mit den Sennen pennen“ – die neue Nachhaltigkeit.

Erst in unserem Schnarchkonzert fühlen wir uns ganz wohl. Schnarchen macht frei, liebe SVP, und ist lauter als die Windräder, die ihr nicht wollt, lauter als alle Teslas, fast so laut wie die Erdölindustrie, die ihr so verehrt. (man sagt, schnarchen kannn man mit 20 bis 90 Dezibel…)

Congrats liebe BlochersundCo., Ihr trägt ja viel zum schnarchen bei, Begrenzungen wollt ihr, genau das ist doch richtig. So behämmert, belämmert laut. Wie die Begrenzungsinitiative, die animiert uns auch zu mehr schnarchen. Unter uns bleiben, keine neuen Gäste wollen wir doch….Nicht immer mit allen zusammen, mal auch allein schnarchen, das weiss jeder, der mal in einer SAC-Hütte nicht mitschnarchen konnte.

Ein Geschäftssystem mit dem absoluten Anspruch der Snore-Tauglichkeit würde natürlich auch die schamlose Zurschaustellung von Reichtum, mindestens die sozialen Spannungen mildern. Man hat ja keine Zeit mehr für Bling-Bling. Als Gegengesellschaft. Ausser den Kindern wächst nichts mehr, auch nicht die methanfurzenden, überbekuhten Ställe wären nicht mehr alle nötig. Nur die Kälber dürften länger leben…Gut, Milch ist ja ein probates Mittel zum einschlafen–eineneue Perspektive für eine Marktverschiebung?

Dem Traum eines friedlichen, auf gegenseitiger Ein-Schnarch-Hilfe beruhenden touristischen Zusammenlebens sind somit keine Grenzen gesetzt. Wir könnten das doch mit unserem zwölfenderhaften Urvertrauen umsetzen: Schnarchifiziert, back to the roots, make Snoring great again. Oder so.

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

What do you want to do ?

New mail

Standard

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.