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der Heckenschützenweg…

Wir wohnen im Schützenweg, und oben ist gleich der Heckenweg…Wenn ich also zur Kreuzung laufe, bin ich mitten im Heckenschützenweg. Ist Nomen jetzt Omen? Auf die Idee kann man schon komen. Kein Zufall. So wie ich Schiesser heisse und im Schützenweg wohne.

„Ich bin Millionär, ich habe Zeit“–  So hat das Precht formuliert (der Philosoph, nicht Brecht der Autor.) Trifft auch auf einige im Heckenschützenweg zu. Da gibt’s diese Senioren mit Zeit – wie mich. Und wenn ich dann mit meiner Tastatur denke,  kommt dieses Heckenschützenfeeling auf. –  So hinter der Hecke hervorschauen kann belebend sein. Oder so zuschauen, was sich alles in Gottes Mülleimer bewegt. Ich suche natürlich nach dem, was meist nicht zum Mitklatschen ist. Dazu kann ich locker eine empathische Verstärkung draufhauen…sagen wir mal so, meinen kleinen satirischen Ueberschuss in den Text geben…und die Obertonreihe von poltical correctness und Tugend etwas atonal mitsingen (so tönt ja auch mein Blog.) Gut,  Sozial-Fragen sollten heutzutage schon mit etwas Heckenschützen-Tonalität angegangen werden… ob das jetzt alles richtig verteilt ist zwischen arm und reich? Oder ob man jetzt moralisieren soll wie ein Gewerkschaftsvertreter ? Fragen kann man ja…

Aber das darf man natürlich nicht, wenn man zu der einen Hälfte der Welt gehört (auch ich) , die die Küche umbaut während die andere verhungert.

Vor den selbstfahrenden Autos hatten wir ja längst die sichselbstüberredende Führungsschicht („muss man sich noch rechtfertigen, wenn man Geld verdient?“). Ist halt schon ein schweizerisches Oberschichts-Phänomen. Dieses ewige Essen, weil man keinen Hunger hat (nicht von mir, ist von G.Falkner). Da kann ich noch lange jemand in meinem Quartier erklären, das ich nach Suffizienz-Prinzipien zu leben versuche, muss dann aber bestimmt der Hälfte erklären, was ich meine. „Also, waisch… i froga aifach , bruuch i das no?“ Brauch ich das Zeugs, oder brauche ich Zeit? So hat das Precht formuliert. Aber das darf man natürlich nicht, wenn man zu der einen Hälfte der Welt gehört (auch ich) , die die Küche umbaut während die andere verhungert.

Kann man soviel Rahm auf die heisse Schoggi tun, dass nur noch der Rahm schmeckt? Die enorme semantische Strahlkraft dieser Metapher ..;-)) soll zum Nachdenken über unseren Wohlstand führen (ja, ich gehöre auch dazu). Der Grenzwertnutzen unseres Lifestyles. Ja, uns geht’s fast zu gut.
Auch die Senioren, die ich  treffe und dies auch treffend finden, sind diesbezüglich oft erfrischend klar. Und wenn ich die jetzt jüngere Generation der Akademiker in  unserem Quartier beobachte, muss ich sagen, es gibt auch die anderen: ich bewundere die Ärzte, die einfach arbeiten, weil sie es für notwendig halten. Daneben gibt’s  in unserem Quartier auch diese Gold-Hämsterli,  die innen im Geld-Hamsterrad immer meinen, sie seien auf der  Karriereleiter. – Meist sieht man’s am Auto. Diese spiessig-spezielle Selbstergriffenheit wenn sie aussteigen, berührt mich immer wieder. (und die Leasingstatistik stimmt vielleicht einfach nicht…). – Aber im Grossenganzen mag ich diese Mischform unseres Quartiers sehr…eigentlich spüre ich sogar an manchen Tagen fast so eine heftige Ausschüttung der Hormone Vasopressin und Oxytocin, im Volksmund Liebe genannt…

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