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Die Bündner Rassentrennung

Ich bin noch mit inversiver Rassentrennung aufgewachsen. Die Schwarzen dominierten alles in den 50er und 6Oer Jahren. Die CVP hatte am meisten Beamte in Chur…ja die Schwarzen schrieben sozusagen politisch schwarze Zahlen…Die Dominanz-Disproportionaliät von katholischen Sursilvanern zu anderen Stämmen war augenfällig. Sie hatten das Sagen.– Die Kirche war noch die Volksbildungswaffe und wir konnten uns nie vorstellen, dass dieser katholische Machtblock auch irgendwann denen um die Ohren fliegen sollte…Es gab zwar keine Schilder „nur für Schwarze“, aber schwarze Tsunamis überall…

Die Regel nach der man in GR als Deutschbündner doppelt so gut sein muss als ein Romane, hat man uns subtil eingebleut. Rumantsch und CVP-Connections war schon mal die Hälfte des Erfolgs. Die serienmässige Inkompetenz der Schwarzen war höchstens ein Geraune, aber nicht so erkenntlich. Wenn sie dann mit Grossratsmiene durch die Reichsgasse liefen, wusste man: die Macht ist mit ihnen- heute würde ich’s so narcosmexicomässig nennen.

Sie rechneten immer mit Katastrophen und planten dementsprechend:  Bunker (wenn’s khömmand..), Mirages…auch mal Stauseen und Tageszeitungen. Auch das WEF Davos entstand damals. Gut, da konnte man sich gar nicht vorstellen, dass britische Journalisten heutzutage etwas so bekanntes so vergleichend beschreiben würden: „Wie Davos, nur mit Intelligenz und Poesie und ohne die Verpflichtung so zu tun, als würde man anderen helfen.“

Also: Die C-Connection. Es fehlte ihnen schon an Wirbelsäulenkalzium. Aber sie waren Meister der gelungenen Zudeck-formulierung. Bevor sie ihre Inkompetenz und Trostlosigkeit salonfähig dadurch ausdrückten, dass sie immer wieder olympische Winterspiele organisieren wollten und eine schollendynamische, wenig überzeugende Wir-habens-im-Griff-Attitüde kultivierten. Meist mit so einer Medien-Aura drittklassiger Polit-Chargenschauspieler und meist passte das Ende ihrer Sätze schon nicht mehr zum Anfang. Ideenlose, konservative CVP-Politiker bestimmten, wer Jobs bekam, schliesslich brachten sie auch die Subventionen aus Bern mit.

Unsere Basis-Schulung hat sich bewährt: halt einfach den Mund und sag bestenfalls etwas in rumantsch….

Wer würde bei solchem Schwachsinn nicht wütend werden? „GR, du machst mir Sorgen?“ Das war unsere 90Jahre-Frage. Beim Nachdenken über GR wurde einem halt schlecht im Auto Richtung Disentis – aber nicht wegen der Kurven…

Aber dann kamen Ablenkungen wie die antioxidative Schafhaltung der Potenzialarmen oder das Steinbock-Biofleisch aus der Gian-und Giatgen-Freilandhaltung und als Belohnung immer wieder neue Bewirtschaftungs-Prämien.  Immer die gleichen Konzepte. Unsere Basis-Schulung hat sich bewährt: halt einfach den Mund und sag bestenfalls etwas in rumantsch….

Der Tonfall eine Mischung aus Schollen-Selbstbewusstsein, Dominanz und glückseliger Unwissenheit getarnt durch eine ausgedehnte Beamten-Spreche wurde zum State of the Art. Unterstützt von Hat-nichts-mit-mir-zu-tun-Beamten, hatten sie immer noch eine bestimmte archaische Bündner-Würde. Aber man erreichte dann doch trotz Klimawandel-Ansage einen neuen Kältegrad. Das war vor der Jahrtausendwende manchmal fast unerträglich.

Ich denke bündnerisch, also jammere ich… über Höhennachteile, Sprachminderheit und Agrarleiden, Wasserlassen beim Wasserzins…diese Seufzerfiguren hatten Erfolg. Gelernt ist gelernt. Randgruppen-Jammer-Marketing wurde zum Bündner USP – Was der Bauer mal kennt, frisst er dann jahrelang: Subvenzionsfood…bündneragrarische Unfähigkeit als Stilmittel.. es genügte wenn man die Stimmbürger mit Konzepten, Majorzdominanz und einer potenzialarmen Brachen-Verzweiflung zutextete und in Schach halten konnte.

Die geheimsprachlichen Diskurse der Sogenannt-Bürgerlichen (egal was, Hauptsache Baufirmen, Banken und Armee wurden zur politischen Essenz) hatte aber auch etwas liebevoll Verzauseltes, Verhuschtes, Verholpertes, Radebrechendes, Abgeraunztes.

So wurden wir domestiziert. So wurden wir dann auch verspätet zu Nachdenkern, sogar Spät-68er. – Das alternde Frühwarnsystem kam erst später, aber auch nur spärlich mit dem kraftvoll aufsteigenden Aroma der Schollennationalisten der SVP. Die Voll…ks-Partei. Die Renaissance der alten Feudalwerte – einfach durch eine andere Partei– war aufgegleist. Mit der (alten) SVP. (Ja, die vor der BDP. Und niemand sahs kommen: „Tu dormis, tu perdis…“Du pennst, du verlierst“– man konnte altfeudal weiterschlafen brauchte lange bis zur Bewusstseinserweiterung. )

Als Frühwarnsystem waren erst viel später die abstürzenden Immo-Preise, die Zweitwohnungsmisere und erst heute der Bauskandal im Engadin. Damit schloss sich der Kreis von der Surselva ins Engadin. Lebende nationale Peinlichkeiten wie Martullo haben dann später einem bereits sedierten Rechts-Wirtschaftsbürgertum endgültig das Hirn rausgerissen. Als Nachfolger und Zuchtstation für etwas unbewegliche Bündner kam dann die BDP mit ihren etwas beschränkten Weisheiten und Polit-Darstellern…

Gemischt mit den Ausdünstungen der Fremdenfeindlichkeit ergab sich so eine neue Zukunfts-Vision. Guat, Halt..man kann natürlich Historie auch anders begreifen (würde das Bündner Tagblatt meinen…)

Das muss man natürlich nicht so schwarzweiss sehen oder gesehen haben…meine Jahrgänge, die die echte Rassentrennung in den USA noch erlebt haben, finden’s wahrscheinlich übertrieben. Schwarze und weisse Schafe sind geblieben…

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