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Einladung zum Bündner Impotenz-Tag

Donat Caduff hat in der  Augustnummer von raetia publica (www.raetiapublica.ch) eine treffende Analyse verfasst: „Lang lebe das tote Dorf“– Das Bündner Bergdorf gibt es nicht mehr. – Und dazu die Replik der Frau Janom als amtsbedingte Wahrnehmungsverschiebung. Ja, auch erklärlich.– Und meinen schnodrigen Kommentar im sanft aktivierten Dramamodus gibts dort auch.

Ein Like, Donat Caduff

Da bin ich doch beruhigt: alles noch wie früher. (Ich hab schon in den 70er Jahren Entwicklungskonzepte für potenzialarme GR-Regionen verfasst.)

Das Steinbock-Lust-Ländli-Image ist doch gut. Die Gäste kommen aus fußläufiger Entfernung zu den authentischen Bergler-Lofts, wo Gian den lukrativen Wildhüter-Job per Home-Office erledigt, und Giachen mit sülzig-fröhlicher Radioweck-Stimme den Winner spielen darf. Ja, bei uns spielen Männer. Und die Touristen beneiden uns um unsere Superlandschaft, müssen aber bestenfalls eine Woche bleiben, das ist ihr Glück.

Momoll, die Unternehmen sind ganz toll in Graubünden. (Einige  leider etwas bettlägerig…) Die brain-drainigen Jung-Bündner fahren aber davon…Abgehen ist angesagt, wie eigentlich auf der ganzen Welt. Die billigen, jungen Portugiesen fehlen dafür daheim.

Eine Emotherapie mit dem Thema: „ „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende.“ –aber bitte nicht mit dem immergleichen GR-Pannenservice.

Klar, man muss nicht immer an den Rändern sparen, immer zuerst die Fransen abschneiden, als ob die das Problem wären, wenn der Teppich die (Kopf)-Motten hat. – Gut, vielleicht bekommen wir ja noch mehr von diesen eidgenössischen Wrack-Prämien sprich Mitleids-Finanzausgleich…

Inzwischen ist das alles rundgelutscht (ein Capuns-Rezept dazu gits nit) und schon gar nicht mit irgendwelchen Top-Down–Strategien zu lösen. Der Hebel mit den Amts-Brechstangen bringts nicht ganz: Etwas Gemeindefusionen. Etwas sanft-touristische Destinationswursteleien. Etwas Markengedaddel: büachliperfekt vermarktet (auch wenn bei den Gastgebern nicht mehr viel stimmt).

Mit Bergbahndirektor-Prosa oder Sport-Eventitis können wirs auch nicht auffangen. – „Negativen Mindset“ nennt mans. – Sie merkens nicht mehr…sie sehen kaum mehr den Puck. Nicht die Land-Bündner, eher die Leader. Hören sie mal dem Grossen Rat zu: Pannendienst-Rezepte und Klientelpolitik. Achtzig Prozent sind selber im potenzialarmen Aggregatszustand als seien sie schon in den Achtzigern in Rente geschickt worden…

Und ja, Musealisierung ist nicht schlecht, Kommerzialisierung auch nicht immer. Nur, das schlimmste ist, dass man dies für eine Provokation hält. Weil wir doch soooviele Berater haben, die immer wieder mit Steuergeldern  Rentnerbingo spielen dürfen…

Vielleicht müsste man mal so eine Art Denk-Firewall dagegen installieren: Mit Falsifizierungs-Software für unseren SO-Mediakonzern und seine verdooftes Publikum… und vorsichtige Upgrades für Politiker mit Loser-Grosshirnrinde.

Es geht nicht darum, wo der Puck ist, sondern wo er sein wird. – Lancieren wir doch einen kantonalen Impotenztag für die Kopfwäsche…eine Emotherapie mit dem Thema: „ „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende.“ –aber bitte nicht mit dem immergleichen GR-Pannenservice.

 

 

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