Kolumne

Oster-Kreuzfahrt

„Er sass in den Ferien auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik im Liegestuhl als ihn die Nachricht von der Aufhebung des Mindestkurses erreichte. Sämtliche Budgets waren mit einem Schlag Makulatur“, erinnert er sich an das Schockmail….“ – Das Schicksal eines Bündner Verwaltungsratspräsidenten, hautnah erzählt im Bündner Tagblatt. Erschreckend aktuell für uns, die wir uns nicht vorstellen können, was so managende Krawattenträger alles zu ertragen haben. Wir, die wir nie diese Verantwortung riechen können, wir frühgelangweilten Rentner, leserbriefschreibenden Jobsucher oder alleinerziehenden Migros-Verkäuferinnen lesen solche Texte mit Genuss.

Wir, die wir die Hölle nur noch als Religionserpressungsmittel kennen und bisher auch keine Schwimmwesten auf Kos brauchten

Der geneigte Leser kann erfahren, wie es so einem geplagten Leader gehen kann. Hier, wo die Schneekanonen störungsfrei zu surren haben und die Gotthard-Röhre uns auch bald an Ostern erlöst, ist das fundamental. – Und da lernen wir auch, dass Kreuzfahrten so ein Schockpotenzial haben können. Wir, die wir die Hölle nur noch als Religionserpressungsmittel kennen und bisher auch keine Schwimmwesten auf Kos brauchten. – Alles funktionierte, und jetzt kommen diese Scheiss-Ausländer, die uns alles wegnehmen – mehr als das Badetuch auf Deck, sogar die Argumente…Wir, die wir gerade wissen, dass Saudiarabien nur Freitags köpft und wir gleichentags Fisch essen. Da erfahren wir dann, was uns alles erwartet im Rest der Welt.

Ohne Weltprobleme wären wir putztundgschtrählt. Mitfühlend hab’ ich doch kürzlich auf facebook bei einer bekannten Bündnerin mitgelesen …(ich schwörs Originaltext): “Auf dem Schiff ist es wunderschön. Jedoch wenn man ins Hinterland fährt sieht man viel Armut, Dreck und Elend bei Mensch und Tier was denn alles wieder sehr relativiert. Ich komm dann ganz verstört wieder zurück aufs Schiff. Freu mich au sehr wieder uf daheim.“ – Nein, nix christlich fremdschämen, wir haben doch alle so ein mittelmässiges Mitleid mit diesen Flüchtlingen. Die müssen ja nur nicht gleich…

Darum bin ich froh, dass unsere Führer diese tonnenschweren Probleme erkannt haben. Deshalb auch die Obergrenzen. Nicht immer die für Volltrottel, aber doch in klaren Zahlen. Darum laufen denen schon circa 30 % der Schweizer nach; und punkto kriminalisierte Minarette schon über 50%. – Wie eine weisse Schafherde auf Koks. – Ja, zum Glück gibt’s Kreuzfahrt-Schiffe: da sind wir wenigstens unter uns mit den vollen Louis Vuitton-Taschen.

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