Kolumne

Unser Zuckerstängel

Da lief doch alles falsch bei den Bundesrats- und den Bündner Nationalratswahlen. Mit faltentiefen Gesichtsseufzern werde ich von den SVP-Gegnern darauf angesprochen: also, wir sollten jetzt dieses Plump-Dumpfe fürchten, diesen Martullo-Hammer… „ Jo, seid doch nicht, so Aufregungshanslis, so Schmollfritzlis“, sag ich da, endlich haben wir eine männertaugliche Quotenfrau.

Sie ist einfach polymer, nicht polyphon; halt so eine Polytikerin.

Sie hat doch die Seven-Thinking-Steps für den Sinking-Pleps, diese B-Wähler (Büezer-Bauern-Bodenständige) erfunden. Da muss sie halt etwas mit diesen Beamten und Beamern aufräumen. Da muss man etwas grosstrampelig daherkommen, das macht einem im sinkenden Graubünden doch polittauglich. Die will jetzt diesen Sechseläutenmarsch anstimmen, so als  Zürcher-Ausgleichszahlung für uns Subventionsempfänger. – Ja, hat doch schon Nabokow gesagt, jeder der etwas taugt, sei irgendwie komisch…

Frau Martullo verkauft schliesslich Polymere nicht Englischkurse… das will doch auch der Pleps: eben nur eine einzige deutliche Sprache. Sie ist einfach polymer, nicht polyphon; halt so eine Polytikerin. Glaubt daran, sag ich da, dass sie uns – die aussterbende Spezies der postpotenzialarmen Bergbekloppten – bestimmt noch retten wird. Weniger Staat, mehr Subventionen für die Parteikollegen: die wird bestimmt mit Bauernvertreter Duri Campell von der BDP gut zusammen arbeiten… Und jetzt wo wir die Eveline Widmer-Schlumpf nicht mehr haben, brauchen wir wieder eine kompetente Bündner Stimme. Ihre englischsprachige Feinmotorik ist da nicht entscheidend.

„Ui, ihr Driimer, die wird den Emser Konkurs-Ground-Zero schon retten“, sag ich dann, so trauerbegleiterhaft : “… und überhaupt, lutscht doch nicht immer auf dem Aeusseren rum.“  Man kann doch dieser Stuntfrau der Mobokratie auch etwas lustbetonter näher kommen. Ehrlich, man könnte einen Stängel in diesen apfelxunden, barocken Blocher-Kopf stecken und ihn als Lutscher verkaufen…der würde reissenden Absatz finden. Da kann man dann darauf herumlutschen, wie auf einem Fishermans Friend. (Gut, auch bei diesem Zücki wird der Atem schlecht, wenn man zuviel davon nimmt.) Weltmännisch füge ich dann bei: „ Das müsst ihr schon endlich lernen: Das Leben ist kein Zuckerschlecken, das Leben ist eine SVP-Parteiversammlung.“ – Im richtigen Leben muss man eben dauernd Angst haben, dass die Asylanten einem die sauer verdienten Milliarden wegschlecken.

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