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verblöden undoder verblochern?

Der Herr CEO unseres Medienmonopols hört so gerne Opern. Gala. Wahrscheinlich geniesst der in seinem Ohrenbackensessel seine Allgemeinbildung, oder die Musik, die eine Struktur vorgibt, die nicht zu verändern ist, nicht destrukturiert werden kann wie sein Business und sein Kanton.

Und jetzt geht solches rum: „Unsere Zeitungen gehören eh bald alle dem Blocher. So nach Strich und Faden werden wir ja eh bald verblochert in Graubünden.“ Wer weiss?  Die SO und das Bündner Tagblatt müssten doch schon den Herrlibergern gehören. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso so häufig Exklusiv-Interviews und Kolumnen von Frau Martullo erscheinen. Da staunt man, in was für unzähligen fake-medialen Info-Wichtigkeiten sie auftaucht. Gut, sie ist ja schon fotogen und hat mit ihrem Ich-bin-doch-schtargg-Auftritt auch eine gut gepolsterte Verständigung zu den Bündner Wählern aufgebaut. Solche die beim Schlafwandel nicht mithalten konnten, überschlagen sich jetzt im Gefolgschaftsverhalten, überschüssigem Vorwärtsdrang und tatendurstigem Händereiben.

Das sind wahrscheinlich so Emser Airbags, die sich von alleine aufblasen.

Geht das jetzt mit der SO – so wie bei Fidelio:  so Klopfen an der Tür’: „ Jetzt, Schätzchen, jetzt sind wir allein/ Wir können vertraulich nun plaudern.“? – Was bei uns in GR als  Zeitung daherkommt, entpuppt sich heutzutage als Sprachregelung einer untergehenden heiligen Allianz von Bau-Machtblock, Tourismus-Apparatschiks und Regionalpolitikern mit trauten Beziehungen.

Dazu kommt viel Lebensberatung. Sah ich doch vor kurzem eine SO-Facebook-Headline über einen Herrn aus GR: „Der Mann im Klinsch“ – Uiuiui, musste sofort posten: „Liebe SO, ihr meint wohl Clinch. – Klinsch ist ein unausgegorener Teig“ – Aber das merkt man gar nicht mehr im Teig, wenn man dauernd Fidelio reinzieht…

Im Clinch ist ziemlich alles. In einem Leitartikel des Tagblatts meint Hansmartin Schmid sogar die Oekonomie sei durch die Demokratie gefährdet.  Eine rüde Zurechtweisung durch die  Ems-Chemie? Nein, der meint das sicher so. Gut, das Bedürfnis etwas genau wissen zu wollen, erlischt wahrscheinlich einfach bei dieser Oldtimer-Prosa.

Einige meinen, dass sei so eine typische Verschwörungstheorie meinerseits. Die Ems-Chemie hätte ja keinen Grund so eine unterirdische Provinz-Zeitung zu besitzen. Andere meinen, die SO-Medien würden das freiwillig machen. – Das ist doch jetzt etwas voreilig: nach USR III und Olympia haben die eben gemerkt, dass die Minarette nicht mehr alle im Dorf blieben. In 3 Jahren sind schon wieder Wahlen. Und die Martullo kennt uns Pappenheimer inzwischen: wir haben’s gerne immer schlaff im Kreise, rechts herum, beim Voltigieren nur wenig Leine lassen…

Die Frau Nationalrätin plaudert doch aktuell gerne so allerweltsdümmliches Zeug über die Energiestrategie: vom Nicht- mehr-duschen und so. – Will sie vielleicht eher was vertuschen? Ist da die Altlast des familieneigenen Grössenwahns auch in die Hirntemperatur gestiegen (weil wir ja bald nur noch Zimmertemperaturen von 17 Grad hätten? ) Aber nein: das wird ihr natürlich wieder eine Tiefenperspektive bei den Bündnern eröffnen. Die leben ja so gerne so embedded in fabelhafte Aussichten vom Palü bis zur Signina Gruppe, von den Wirtschaftsredaktionen auch gut vertuscht.

Da sitz ich nun… ich armer, ja was wird denn da gespielt? Fidelio klopft zwar an die Tür, aber wir sind schon beim nächsten Bühnenstück: Bei Wallenstein. Das Pochen an der Tür: „ es geschehen Schläge an der Tür“ – leitet Wallensteins Niedergang ein. Bei uns auch irgendwie.

Wir alle sind nicht gefeit gegen den Affen auf unserer Schulter, der uns einflüstert, das sei alles richtig so…Gewohnt an einiges an Schönfärberei der Saftlosen punktet Frau Nationalrätin wohl als Saftwurzel. So als Vertönerin oder Wiedertönerin kann sie sich dann im eigenen Medium noch mit verhockter Boshaftigkeit vor allem mit Wiederholungsverheissungen profilieren. Das sind wahrscheinlich so Emser Airbags, die sich von alleine aufblasen.

Vielleicht werden die Bündner, nennen wir sie mal die politischen Endverbraucher, unsicher und teilen sich in drei Lager: die die noch SO-TV schauen, plus die graue Mitte, die Parolini für einen Wirtschaftsmann und Bruno Claus für einen Kulturmenschen halten, und die letzen, die müde von all der leeren Luft nur noch Koch-Bücher von Snowboard-Lehrerinnen lesen oder SO-Reisen nach Verona als Avantgard-Konzeptkunst feiern. Da alle drei Gruppen equal sind (und egal ist denen sowieso vieles) , ist auch nichts zu befürchten.

Dieser Gedanke führt zwar schnell zu Hintergedanken. Wir sollten jetzt schnellstmöglich so ein Vermeidungs-App entwickeln. Das immer warnt wenn ein Artikel, ein FB-Post oder Tweed aus der Ems–Chemie-Cloud auftaucht. Alert, delete sofort! Nicht mehr alles  lesen! – Oder man kann einfach schweigen, wie am Ende der Oper, wenn sowieso alles tot ist.  Bevor es anfängt weh zu tun…

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Ein Gedanke zu “verblöden undoder verblochern?

  1. Michael Balzer schreibt:

    Dank FB braucht es keine Erscheinungs-App für Schiessersblog. Ein guter Grund, den eigenen FB-Account nicht zu löschen!

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