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Raff-eisenkasse

Es gibt Leute, die beim Besitzanhäufen altern, andere raffen beim reifen und wiederum andere raffen’s einfach nie ….und andere wieder werden einfach reif. Wie die Raiffeisenkasse. Die sich dann aufrafft mal über die Unschuldsvermutung nachzudenken…

Da mieszürnen und bösepetern wir dann über den Raiffeisen-VINCENZ:: „ Ja genau, hab ich mir schon immer gedacht.“

Jetzt brausen und safarien, firefoxen und mausen alle herum…Ich les’ dann auf FB von einem Samir Forster: „Ich finde es sehr schade, dass nur immer die schlechten Sachen ausgeschlachtet werden. Wir sind doch alle so negativ-geil!“ Ja, nach der Verdrängung folgt meist die Hyperaktivität…wissen wir. Aber in diesem Falle ist’s ja wohl umgekehrt…

Ich seh’ das frei nach Faust so: „Erst haben wir ihn reichgemacht. Jetzt soll er uns amüsieren.“ Der meinte den Kaiser. Vielleicht hört der glückliche Pierin ja im Zürcher Untersuchungsgefängnis auch Bach – etwa wie beim Sechsilütte:„ Ich bin vergnügt mit meinem Glück..“

Wir Schweizer-Superdemokraten, wir vom Landadel der Gläubigen, der Dienstbeflissenen schauen  ja bestenfalls ab und zu dem Geldadel in der SI oder der Bilanz zu… und jetzt amüsiert uns zu Ostern bei Tische die Frage was der Pierin wohl dort zu knabbern kriegt… Wir Fadenscheinigen, Erbmarquisen von miststockadeligen Randerscheinungen schadenfreuen uns dann am Zwischenruf: “ Lang lebe der auf verlorenem Posten.“

 „Erst haben wir ihn reichgemacht. Jetzt soll er uns amüsieren.“

Doch jetzt soll die Bünder-Version gelten– immer die Vermutung der Unschuld:, „jo jezt, isch doch nit so schlimm…dä häts nu guat gmeint.“ So auch die therapeutische TV-Reportage von SF aus der Surselva. Der Pur Suveran betont, dass der Vater schon Subventionen und Skilifte… und der Ex-Graubünden-Ferien-Präsident, sieht im Freund nur freundliches. (Gut, auch der Freud glaubte schon, dass wir unsere kulturelle Vergangenheit in unserer Seele der Gegenwart ausleben…)

Im erwartetem Marketingspeach würde der Fryberg vielleicht sagen müssen, dass ungetreue Geschäftsführung  nicht das Alleinstellungsmerkmal sei…Sagt er aber nicht. Da fällt mir ein, dass Bakterien immer in einer Nährlösung leben müssen. Da muss man einfach mitschwimmen. Der geriet jetzt einfach in die Zone der verwischten, dysfunktionalen Kausalitäten. Das schien auch dem SF- Reporter passiert zu sein, der unbegründet Hausi Leutenegger dazu interviewte. Der redete dann von Golf und nicht von Geld… verwechselte wohl feinmotorisch mit grobnotorisch–prollig.

 

 

Vielleicht ist er ja jetzt rausgekommen. – Könnte ja auch so rauskommen wie die Geschichte vom Hecht und dem Kalb. Die Begründung beim Rechtsstreit: „Der Hecht hat Recht, aber das Kalb ist mehr als der Hecht, folglich hat das Kalb Recht.“ (Hab ich auch mal beim Bezirksgericht Dielsdorf erlebt: das Kalb war der Manager des Jahres; und ich fühlte mich kurz als Hecht) – AINAWÄG und tröstlich: Es gibt auch im Bankgeschäft wie bei den Elektrodingern so eingebaute Schwächen, die garantieren, dass das Ding nach einer gewollten Frist irreparabel verreckt.

War vielleicht auch bei Pech-Pierin so! Ein Einblick in die geldpolitische Erbarmungslosigkeit kann ja nicht schaden. Und gross und breit wie aus dem Calanda gehauen wird man ja nur wenn man so martullohaft weiterlebt: die Nerv-mich-nicht-mit-Peanuts-Haltung hat sich bewährt, und der Verarschungsdetektor ist in der Schweiz angesichts des ausgebauten Nachrichtendienstes etwas schwach…

„Der Hecht hat Recht, aber das Kalb ist mehr als der Hecht, folglich hat das Kalb Recht.“

Da wird mir jetzt klar aus welchem Stoff die Polsterung meines fehlgeleiteten Neids und meiner Ignoranz besteht…aus diesem prolligen, geschmacklosen Anpassungs-Konsensmüll, den wir immer meinen zu leben müssen. Aber so löst man Probleme eben nicht. Probleme muss man vincenzisch lösen: mit extraterrestrischen Due-Diligence-Checks, mit Gutachten für die Recyclingtonne…Gehe mit Yoda: „Mutig du gehen sollst wo noch kein Mann war zuvor.“ Erinnert mich an die Art zu denken, wie wir es in den Besinnungsaufsätzen im Deutschunterricht der Quader-Seki pflegten.

Und wir Sittsamkeitsmullahs und Recht-Ajatollas denken dann endlich so wie es die katholische Kirche komorbid schon immer in der Surselva verbreitete: „ Ihr seid noch nicht reif für die ganz erhabenen Themen“. Deshalb gibts die Raiffeisenkasse. Da kann man dann endlich Ordnung in der Handtasche fordern, liebe Damen…

Dazu gehört jetzt sicher noch ein letzter, neoliberaler Aufruf zur Begeisterung: „Fahrt das Ding gegen die Wand. Hauptsache ihr macht das mit Überzeugung.“ – (Zwar vom Regisseur Schlingensief, der war mindestens nicht kulturlos…)

Auf jeden Fall freue ich mich über ihren moralischen Reflexe…Die Regisseure der Geschäftswelt haben auf jeden Fall den Hunger der ausgelaugten Kleinbürger nach etwas Sühne stillen können. – Und Pater Benedetg würde sagen: “ Das Glück und das Unglück liegen halt manchmal so dicht beeinander wie Anus und Vagina. Tür an Tür.“

 

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knietief

„ Das ist doch jetzt Mode…“ meinte meine Nachbarin aus dem Mercedes lachend, sie wollte mich mit in die Stadt nehmen, da ich so mitleidheischend an Krücken kam…Ich zeigte ihr seufzend mein neustes Ding aus dem Ersatzteil-Lager: ein Knie.

Es ist immer so…irgendwann geht man schneesporteln, und dann hat man Kinder miteinander, dann sind die weg und man hat nur noch gemeinsam kaputte Knie.

Als postfüdlibürgerlicher Luxusbergler hatte ich jetzt auch so eines. Wir Senioren, die durch unsere hässliche Gegenwart turnen müssen und vor lauter Sachzwang keine Kniebeuge mehr machen können, sind dann gefordert. Der Distinktionswert in unseren Alterskategorien steigt. Wie beim konsumieren seltener Güter. Es gibt eben Strategien um die eigene „Seltenheit“ oder Besonderheit herzustellen oder zu erhalten. Ist das jetzt auch mit Prothesen so? Ja, man gewinnt gesellschaftlichen Wert wie mit einem Porsche oder einer Rolex. Wobei die neuen Knies offenbar ein höheres Ranking erreichen als „nur“ Hüften.

 

Und so ist es, kaum trägst du Krücken für 6 Wochen hörst du an jedem Ecken.: „Ich hab dann auch neue…“ – Ein seltsamer Gendefekt lässt uns Alte ja zu Hauf den Sonnenuntergang nur noch mit Arthrose-Knirscher am Knie erleben…Auch bei mir war’s so: Schluss mit Schuss auch beim Carven und Skaten. Dazu gehören neuerdings nicht nur Altsportler, auch ungeimpfte Bergmuttis mit dem Bewusstsein für regionales und Bio… Also irgendwie doch nicht so selten.

 

Und da die aussterbliche Spezies der schweizerischen Komfortbürger weiss, dass das Altwerden das bisher einzige Mittel ist, um lange zu leben…macht man da alles. Wenn man so ein frühstücksflockenpackungsmässiges Bild von sich hat, muss man dabei sein. Die Vereinnahmungstendenzen der Mehrheitsgesellschaft sind da unerbittlich. Wenn wir 70jährigen einen 80jährigen ansehen, dann subsumieren wir schnell mal :“ Der hat doch eh schon gewonnen…“

„ Jedes Knie ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man (an sich) hinabsieht.“

Mit der neuen Reparatur-Intelligenz des Menschen haben wir ja ungeheurlich viel gewonnen. Wenn ich so beobachte, was in der Klinik Gut in Fläsch alles durch den Service-Check wieder flottgemacht wurde, komme ich gutgelaunt zum Schluss, dass die Suche nach Anerkennung und Glück wohl über die Hüfte oder das Knie läuft. – So wie das Abgas zum Klima kommt, kommen wir eben zum Knie. Zur Selbstbestimmung der Silvergeneration gehört eben auch die Kniebestimmung, die Wahl des Remakes durch die Knie-Industrie…Und wenn das in einer tollen Klinik passiert, kann man nur sagen: „ Hier kommt ein neuer Glücks-Botenstoff für Euch…“ Irgendwie geht es darum, dass man all die Jahre immer nur mit demselben alten Ich gelebt hat– aber irgendwann reichts. Das Knie muss her.

„Wo man hinkt, da lass dich ruhig nieder. Krücken-Menschen sind meist miese Krieger.“

Schon Sokrates sagte gute Wörter seien solche, deren Klang und deren Bedeutung zusammen passen. Eben Kn Wörter kleine runde Dinge Knoblauch, Knolle, Knoten, Knospe – und KNIE… alles so richtige Aufsteller. Der medizinische Fortschritt und die Schönheit-Soziologie (und ein bisschen auch der Horror) umarmen sich in diesem Moment.

Thisse, ein altersgemässer Leidensgenosse hat dann – nicht ganz fehlerfrei – Woyzeck zitiert: „ Jedes Knie ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man (an sich) hinabsieht.“ Und wenn ich an all die Prothesen denke, die nach der Kremation noch zu Himmel steigen müssen…Also fast Science Fiction: Was uns nicht umbringt, das bringt uns wohl später um. Oder mindestens um die Himmelfahrt, weil wir mit soviel Metall zu schwer sein dürften.

Damit Sie jetzt aber nicht denken, „welche Medi haben sie dem gegeben?“ – Ich gestehe, als Direktbetroffener gelingt es mir beim besten Willen nicht, mich über Vorkommnisse wie diese zu amüsieren… Mein Besserungsfuror litt schon mal in den ersten 10 Tagen gewaltig unter dem Gesellschaftsdruck: „wieviel schneller bin ich dann wieder auf dem Bike?“ Und die Tipps der „Ich-hab-schon-zwei-Jahre-eins“-KollegInnen entfalten sich dann wie eine Folie des Grauens. Da brauchst du eine robuste Psyche…..und man stellt sich vielleicht die Frage: „ Da können sie auch die Bremsen ausbauen mit der Begründung sie könnten versagen…“–  Aber nicht verzagen.

Genug Schmerz ertragen, kommst du dann auf so Gedanken wie das 71. Wunder von Lourdes: „Stehe auf, hebe dein Bett auf und gehe heim! (Matthäus 9.6) Und danach bekommt dann das alles so eine metaphysische Glasur: „Wo man hinkt, da lass dich ruhig nieder. Krücken-Menschen sind meist miese Krieger.“

 

 

 

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NaJa, No Billag

Alle die ich mag, haben so ein NO-Bildli gepostet. NO zur No-Billag. Richtig. Ich mag euch ja. Und die SRG auch. Ich habe auch aufgehört mich zu fragen, was ich falsch gemacht haben könnte, dass ich kein NO-Bildli postete.

(Und so als Vorwort zum Weiterlesen: als Blog-Leser sollten Sie wissen, dass Sie sich trotz meiner Aussagen nicht bedroht fühlen sollten. Ich bin Ihrer Meinung: NO.)

Und alle schreien: „ This’ll be the day that I die.“….Die No-Billag-Debatte erinnert mich an Auseinandersetzungen wie bei „Olympia Gaubünden“. Die eigentliche Güterabwägung diskutiert da niemand, es wird bloss gehässig darüber gestritten, wer eins auf den Deckel bekommen soll. Zum Beispiel die SRG. Das ist die eine Seite. Die andere meint, die SRG sei kein Medienunternehmen sondern der Hort der Schweizer Demokratie. – Mediales Bullshit-Bingo, in den digitalen Wutbürgerkanälen auf Hochtouren. (Vielleicht gibt’s ja bald eine neue Facebook-Avatar-Software, die imstande ist, Erröten zu simulieren…)


Und alle schreien: „ This’ll be the day that I die.“….

Die Wellen gehen hoch. Bloss streiten wir uns nicht über hierzulande kaum relevante Existenzfragen, was rechts (heisst neuerdings libertär) oder links ist, sondern über eine wirklich relevante Institution. Die No-Billag-Debatte ist trotzdem von einer sachlichen Auseinandersetzung zu einem politischen Glaubenskrieg verkommen…

Klar sind dieser megapfostige Bigler und dieser blindlibertäre Kessler grenzwertig. Das alles dreht sich bis zum nächsten Wochenende nun im Kreise wie Wäsche in der Waschmaschine. Und nach dem regional-ethischen Graubünden-Thermometer sind wir alle mit den Herzen so auf 40 Grad. Die innerinterbündnerische Media-Nervosität steigt. (Da kann man Jane Austen – „Stolz und Vorurteil“ zitieren.) „Es gibt einen solchen Auftrieb, regt den Witz und Geist an, wenn man eine Abneigung mal gefasst hat.“

Ich hab’ auch grossen Respekt vor den Leuten, die sich da einsetzen, diesen Märtyrern und auch dieser genialen Verbreitungslogistik, die uns wahrscheinlich rettet. So wie Ladina Heimgartner, Frauen die neuerdings wie immer ans Steuer dürfen, wenn die Männer (wie Walpen mal) den Karren an die Wand gefahren…

Alles wurde jetzt so zum Mac Guffin. Die Lächerlichkeit der Politik, auch der Kunst, dass man hinter diesem Mac Guffin herhetzt, als könnte es einem ein für alle Mal erlösen…

Was jetzt aber abgeht, ist augenscheinlich…Sie homogenisieren uns….eine TV Anstalt ist ein Heiligtum, und diese Abstimmung eine Devotionalien-Schändung – Alles ist zu schützen…einfach an der gestrichelten Linie entlang schneiden und schon haben sie die perfekte Antwort: die heilige Billag. Dass hier einfach eine politisch-wirtschaftlicher Unsinn (und das ist die Billag als Gebühren-Einsammlungsfirma) bestraft werden sollte, ist gut. Aber geht’s jetzt um die ganze Demokratie, gleich die ganze SRG?

Es gibt eine grosse Diskrepanz zwischen dem was die „Bieridee-Erfinder“ für böse halten, und dem was jetzt entstanden ist.– Verdreht. Und diese unheiligen Allianzen auch: weil Lebrument es für böse hält, dass seine sehr mittelmässigen Medien vielleicht keine 8.6 Mio Franken mehr pro Jahr vom Bund erhalten motzen sie jetzt unter dem Vorwand unsere drei Kantonssprachen zu schützen…so ist das eher schizo. Wenn also die Larven des Media-Betriebs ihr Wohlbefinden durch Subventionen aufpolstern können…Die gleichen, die sonst gleichzeitig das libertäre „Ich melke jedes Gewissen, solange ich die Staatskuh melken kann.“ rufen…

Diese unheiligen Allianzen auch: weil Lebrument es für böse hält, dass seine sehr mittelmässigen Medien vielleicht keine 8 Mio Franken mehr pro Jahr Subventionen erhalten…

Dass der SRG-Mitarbeiter motzt, weil er seinen Jobverlust erahnt ist nicht böse. Und die Romanen und Italienischsprechenden kämpfen gegen das was noch kommt, auch nicht. Oder wir, die wir einfach jetzt schon erleben, was es heisst wenn Frau Martullo sagt, was ein Medium zu kommunizieren hat. (Und wer nicht mehr schreiben darf: auch ich wurde rausgeworfen…)

Es gibt also böse Rechts-Konservative und libertäre Jungcelebrities, die aus bösen Beweggründen Böses tun. Staatsfeinde. Aber auch gute Sprachschützer die aus guten Beweggründen gutes Tun. Gute Zusammenhalts-Schützer die aus guten Beweggründen vieles Tun: vielleicht eine recht überdimensionierte Staats-Media-Firma schützen…? (die es bisher nicht für nötig fand darüber nachzudenken wo sie sparen könnte). Die Wahrheit ist ja, dass der vielbeschworene Markt wahrscheinlich etwa rund 200 Fr. pro Jahr an Gebühren vertragen würde (also für all das, was wir brauchen: gute Infos, Minderheitensprachen, Zusammenhalt ).

Fazit: Man könnte differenzierter Meinung sein, sollte aber einfach nicht Ja stimmen.

Ein Nein ist ein Schritt in die richtige Richtung: nur etwas mit den Hintern nach vorn. Wir sollten uns danach umdrehen, uns vorwärts erinnern, denken und dann vielleicht auch mit der SRG was Neues angehen. Das erfreuliche am Zusammenschluss der NEIN-Stimmer, den Effort nutzen für ein  progressives Kollektiv. Dann wär’s fast ein Heils-Akt. (Dieses Wort müssen ja auch die Rechten lieben.)

 

Sonst ist dann das alles so wie verpuffter Sex.

 

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Im Juni, im Juni …do gits a neuia Muni

Seht sie Euch an. Letzte Woche sind sie sogar mit Skihelm angetreten. Jetzt treten sie wieder an zu politischen Ernst-Sportarten. Man spürt die Grundnervosität einiger Partei-Bündner: Regierungsratswahlen stehen an. Wir müssen die schwarzen Löcher hier oben füllen.

Die Wahlkampf-Strategen hypen sogar Leisegänger als laute Erektion unter den zur Verfügung stehenden Bündnern. (Bündnerinnen gibt’s nicht. Die schauen sich die Politik – wie ich – lieber mal von der Couch aus an.)

Da gehts dann zu und her wie beim Wettbewerb um den schönsten Geranientopf im Dorf. Die Wahlmanager stellen sich die Weltfrage: wie packt man diese Wähler am Schwanz, wo sich doch frei herumlaufen? (Ja, ich darf so böse reden, weil ich  auch schon mitfuhrwerkelte…)

Gut, bei den Tieren sagt man dann, sie hätten keine natürlichen Feinde mehr, bei der Regierungsratsauswahl ist das wohl auch so…

Jetzt entstehen wieder diese fein nuancierten und differenzierten Botschaften. – Gut, die meisten sind ein Remake, vielleicht mit  Wind-of-Change-Variationen.. So Regierungs-Konserven. Cavigelli und Rathgeb aus der Mengiardi-Anwaltsküche, Parolini aus der BDP-Baumschule für Pfeifen-Handschnitzer. Vier neue Blockbusters werden hochgezurrt: Peyer, Schlegel, Felix und Caduff .

Und wie macht man das? Meist genügt ja Rumantsch-Content und möglichst harmlose Selbstdarstellung. „Wie muss ein Bündner RR aussehen?“: Etwas Eklektizismus, Northface-Hemd oder Anzugtyp? Seriöswirkende Grimassenkomik und hüftabwärts simulierter Jägergang?

Lassen Sie mich subjektiv mal feststellen: Die Heisenbergsche Unschärfe-Relation auf das Parteiangebot bezogen – könnte man frei so formulieren: „Man man merkt zwar schnell, warum einer schlecht ist, aber nur viel schwerer warum er gut ist.“

Was sollen wir jetzt machen? Wir haben jetzt alles auf der Menükarte, etwas gutes Cholesterin und etwas böses Cholesterin…und können’s eh kaum mehr unterscheiden…Da wird dann wohl wieder reflektiert, wer jetzt mehr retro-romanisch oder räto-romantisch sei? Für die Surselva gilt immer noch, wer mehr KK sei, also gatholisch …und für die Prättigauer, wer mehr für Olympia war…und den Arosern kann man eh jeden Bären aufbinden.

Für alle Kandidaten gilt bevorzugt: altersbereinigtdurchschnittlich, weissmännlichhetero, füdlibürgeraffin, abnützungserscheinungsresilient, urbanländlichsimulierend. Und da die meisten Wähler diese Wort nicht ganz zu deuten verstehen, kommt’s eigentlich nur auf das Plakat an. Und das muss dann im Prättigau wirken wie in Chur West. Also so auswechselbare Kulisse, damit die Natur auch so wirkt, wie wir sie behandeln, wie ein denaturiertes, pflegeleichtes Bedeckungsgrün… Und seit bei der RHB jede Zugansage die Fahrgäste mit sprachabsurden Sprechakten bei Laune hält, darf da auch etwas Werbekomik mitspielen.

 

Ich bin zwar nicht gerade in der SVP assozialisiert worden, aber den Schlegel finde ich mal sympathisch. So eine moderne Polizist-Wäckerli-Variation. Wenn die Frau Martullo ihn mit dezidiertem Hau  vorstellt, da erschaudere ich vor Ehrfurcht. Der hat sicher ein mit Zirkel und Lineal konstruiertes Leben vor sich. Das ist der Führer, den wir schon lange suchen. Heute haben wirs ja eh besser, früher musste man noch für den Führer fallen, heute muss man in GR ja nur der Martullo gefallen…und jetzt alle mal den rechten Arm möglichst gerade hoch heben bitte, wer einverstanden ist. Kann uns mit rechtwinkligen Sätzen die Welt erklären. Auch gut für ein künftiges Regierungsmitglied.

 

Bei Cavigelli ist’s der Operettentherapie-Positivismus, der mir gfallt. Wie im Fledermaus-Chor: „glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist..“ So ein REpower-Remake halt.  Hat vielleicht sogar Big Business und Big Government begriffen, was ihm auch das Bündner Tagblatt attestiert. Aber dessen Bussiness-Kenntnisse sind ja auch ausbaufähig. Man sagt auch, dass bei Regierungsräten kein tieferes Fachwissen gefordert sei…man muss einfach über Geröll laufen können.

Meine Generation ist landwirtschaftlich schollenbezogen mit der Animal Farm von Georg Orwell aufgewachsen: Also :„all pigs are equal“ und das leben sie uns auch vor. Rathgeb ist ein sympathischer Demokrat, milchxund und apfelrund. Der schaut für uns ….sogar mit einem Gesundheitsprogramm für gebrechliche Leute wie uns. Leute, die übergewichtig unter ihrer luxuriösen Last fast zusammenbrechen. Und das mit der FDP kann man ihm nicht anhängen: die FDP Schweiz traktiert uns mit Neoliberalem bis keiner mehr draus kommt. Den kleinen Schweinen erzählt man, dass sie zu den Grossen gehören. Mit Steuerreduktionen für Konzerne undso. Und der Metzgermeister von Riein glaubt dann, dass er auch… Bei Orwell bekommen die grossen Schweine so die Milch und die Äpfel. Auch bei uns stimmen  dann die Kleingewerbler für Nestlé und Roche. Und das ist ja eigentlich das Pech der Bündner FDP: die haben ja gar keine skinnyfette, also halbfeiste Investmentbanker und Industriebarone in ihren Reihen, höchstens existenzringende Gewerbler…die müssen wir xund erhalten.

 

„Wo gehts denn hier nach Panama? fragte der kleine Bär. „ Nach links“, sagte die Kuh bei Janosch. Da will vielleicht auch Peyer hin. Kann nicht schaden. Obwohl rechts und links wohl kein Kriterium mehr sein sollte. Er kritisiert nicht kapitalistische Daseinsformen, er schaut höchstens mal für den Ausgleich zwischen den Tierarten. Eben, damit nicht gar einige Schweine – nach Orwell–  doch etwas allzugleicher werden… Das hat er schon im Kindergarten begriffen. Wird ihm jetzt vorgeworfen. Also gar nicht so meganega. Der passt doch gut auf diesen Spielplatz. Und bei the way: Lieber ein nichtüberforderter Kindergärtner als ein überforderter Förster….

Bei Cavigelli gilt der Operettentherapie-Positivismus. Wie im Fledermaus-Chor: „glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist..“

Diese Helden brauchen uns auch nicht langfristig. Höchstens mal kurz im Juni. Und wir brauchen auch keine Helden. Dafür ist unsere Demokratie nicht da. Sie sollen unsere trotz Gletscherschwund doch immer noch regierenden Wanderdünen bleiben. Mal so, mal so mäandernd. So als sozialverträgliche Gerstensuppe, etwas mit viel Wasser gestreckt…Gut, das wird auch nicht einfacher, nachdem RR Jäger mit Schwerbeschädigtenausweis und Frau Janom als letzte Amazonen-Terminatorin erfolgreich abgehen.

 

Und jetzt langsam mal zu Parolini. Selbst in bei uns handesüblicher, gemächlicher Geschwindigkeit betrachtet, wird er eher tempoarm überbewertet…Auch wenn der SO-Kommentator seine Windfrische so gerne sähe. Sein Motto „Tote Gäule reiten, ist die hohe Schule der Reitkunst“ stimmt auch durchaus  im Val S-charl…Auch für ihn gilt halt Goethes Wort: Altwerden sei ein Geschäft wie andere auch, man brauche Zeit um es zu lernen. Die wollen wir ihm doch gewähren…

Nun zum amüsanteren Teil: Der mischelnd Agilste ist wohl Felix, auftragsschiebend und baumeisterverbandsgeschult im Blindsehen. Auch er hat recht, mit seiner bannerschwingenden Hauptsache-Bau-Arbeitsplätze-Mentalität…nahe dran wie der Gewerbeverband bei No-Billag, könnte ja auch zum Schimmel-Flügel der FDP gehören. Deshalb durchaus wählbar. (siehe oben)

Alle könnten vielleicht mehr aus sich machen, aber alle sind interessant. Gut, wir haben ja noch Zeit bis Juni, und die provinziellen Sturm-im-Wasserglas-Geschichten werden ja noch folgen. Eigentlich könnte man alle Kandidaten in einen grossen Kessel werfen und umrühren…es kommt dann die gleiche Suppe raus – aber mit grundsolidem Gesichtsausdruck. Genau das bewundere ich und liebe ich an unserer Demokratie. – Diese Woche nehmen wir ja sowieso frei vom kritischen Wutbürger und schauen Olympia…Dort gibt’s auch Pfeifen – aber nur Schiedsrichter.

Und am Schlusse gilt für Wähler wie für Gewählte: überforderte Politiker gewählt von überforderten Wählern sind das Erfolgsgeheimnis unserer Megademokratie. Wir sollten zwar aus dem detailgenauen Wissen genug Anschauungsmaterial einer mittelmässigen Gesellschaft haben, um zu wissen wie eine gute aussähe. Aber genau dies würde uns überfordern…

Da kann man nur noch aus Dostojewskis Aufzeichnungen aus dem Kellerloch zitieren: „Ich schwöre Ihnen, meine Herrschaften, dass ich kein einziges, aber auch wirklich kein einziges Wörtchen von all dem hier Zusammengeschriebenen glaube.“ Also den Parteiparolen nicht und auch mir nicht.

Am Ende ist’s dann wie bei Moby Dick – alle erledigt, nur der weisse Wal kurvt weiter im Ozean.

 

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Frag Arno…

Heute sollte ich am Bündner Tagblatt-Stammtisch sein. Eingeladen zum Talk über das neue Weissbuch zu Graubündens Tourismus. Ich hatte fast zugesagt. Als „Tourismuskritiker.“ Vielleicht so als Tatort-Reiniger oder Aufräum-Coach? Oder einfach als Beta-Blogger?

Vorweg das Unlustige: Das Weissbuch ist gut, vieles richtig analysiert…die richtigen Fragen werden gestellt: „100 Hotels erzielen konstant rund 50% der Übernachtungen. Was machen die anderen 630?“ Die Experten sind also mit dem grossen Besteck ran. – Und mit einer Schärfe von nahezu unergründlicher Klarheit kommen da all die Argumente aus dem Recycling-Werkhof.

Das Grundproblem der Bündner ist diese Mitmach-Blockade, ein lethargischer Mindset herrscht. – Aber wir wollen uns ja nicht die Laune verhageln lassen. (Man kann auch die Ohren zuhalten wie ein kleines Kind über die immergleichen Argumentationsmuster und Zudeck-Vokabulare.) Doch, Schmunzliges hat’s dann doch. Nur schon das Vorwort von Schneider-Ammann: da ist nichts falsch, er ist einfach der Falsche…Dieses ungelenke Bundes-Spast-Wort hätte es nicht gebraucht. Schliesslich wollt ihr uns doch endlich anturnen? Der Berner betont auch noch selbst, dass er früher Bergsteiger war, heute Wanderer. Genau wie Graubünden. Klingt fast wie so eine bitterböse Parabel.

Nun haben wir also so etwas wie einen mundgeblasenen Feldstecher für die Nahsicht ins Tourismus-Nirwana.

Und wollen Veränderung. – Gut, mit Thesen zum miesen Mindset in GRs Tourismus könnte man Wände tapezieren. Und das, was da drin steht, sagen einige seit der Jahrtausendwende. (Ich war mal kurz Vizepräsident von GR Ferien. Nur kurz, weil ich sah, was so eine managementbeflissene Skiclub-Attitüde alles anrichtete –das ist heute besser)

Das Problem ist erkannt. Das Problem ist ja, das sich niemand getraut diese kleinländlichen, kleinlädigen, verbeamteten Läden auszumisten…die Grossräte maulen zwar etwa mal, aber niemand hat so recht ein spektroskospisches Interesse an den Verdauungsprozessen der kantonalen Gelder. Und es liegt ja auch nicht am Kanton. Im Weissbuch ist kein Weissraum übrig geblieben für die Personen-Situations-Analyse, dieses Mischelmaschel an Mittelmässigem. Kurz: Die Berater sind nicht schuld, sucht endlich die Umsetzer…

Gut, AWT-Bashing kann inzwischen jetzt ja jeder. (Es sind wirklich nicht nur DIE.) Hoteliers, Bergbähnler und Fewo-Besitzer nehmt euch an der Nase. Jetzt weiss man nicht, ob man die dumme oder die gierig-schlaue Sorte (zum Beispiel die Valser-Türmebauer) schlimmer finden soll. Der Aufstand der Schlaueren, der Terror der Besseren, ein personelles Grossreinemachen wäre fällig. (Wir haben Hoteliers in diesen Gremien, die zwar über 70% Auslastung hinkriegen, also top sind, nur im internationalen Rating kaum bestehen würden.)

GR wird ja von oben politisch von einigen Churer Partei-Anwalt-Zampanos und ihrer Entourage geführt. Die haben kein Interesse am Tourismus. Höchstens mal an einem Verwaltungsratsmandat. So sind wir denn oft in der Lage auch im Zustand grösstmöglicher Saturierheit mitzuschlafen oder die wenigen Cracks noch zu beneiden. Und haben damit einen Grad von Verblendung erreicht, um den man uns schon fast wieder beneiden kann…

Jetzt weiss man nicht, ob man die dumme oder die gierig-schlaue Sorte schlimmer finden soll.

Und von unten? Der Bodensatz aus schlecht gelaunten Dorfbeizern, schmaler tretenden Gewerblern und Land-und-Lüüt- Zuschauern generiert auch nicht unbedingt einen neuen wertschöpfenden Geist. – Wir sind ja alle verlorene Dienstleister in einem umgekippten Markt. Und ein Übel lässt sich selten mit dem Gegenteil kurieren: alles umkippen? Also mit einer Aktion, die bottom-up (und gierfrei) uns wieder zu mehr gemeinsamer kommunitarer Aktion verführt. GRhome versucht das jetzt.

Wir sind ein mittlerer Anbieter auf dem Weltmarkt, mittelwichtig, mittelgewichtig, mit middle-of-the-road-Allüren. Gelebter Land-Durchschnitt. Das heisst wir machen immer etwas im Markt, wenn es andere auch schon gemacht haben (selbst die Walliser)…so funktioniert auch unser System. Jetzt sitzen wir da und sprudeln und zischen wie ein absitzender Autokühler.

Viel zu lernen du noch hast kleiner Yedi. – Vielleicht letzter Yedi.

Der BT-Stammtisch wird wahrscheinlich auch so eine Postauto-Konversation. Und tut das was alle Gehirne der Welt ständig tun: es sucht eine Erklärung. Geistige Sprengsstoff-Westen werden wohl kaum gebastelt. Gemach: In der Lokalpresse abgefeierte Sympathieträger wie Martullo werden uns dann bald wieder aufklären. Kennt sich ja immer aus, wohnt in Lenzerheide und plädiert auch für den abstiegsorientierten Asozialstaat. Gut, Vollrohr-Milliardäre brauchen kein Weissbuch…(sie hätte vielleicht eher ein Grünbuch nötig, aber das lassen wir…wir haben nun wenigstens eine neue, ganz gute Strategie: NATURMETROPOLE GR, aber die passt nicht ganz zu ihr.)

Aber zur Zeit sind das alles so Anstrengungen zum Vermeiden von Fehlern (aufgemacht in dieser Thesen-Putzigkeit), nicht sinnvoller als ein Hockeyspiel ohne Puck.

Einen Coach hätten wir nötig. Einer mit dem Zeugs zum Transition-Game , so einer wie Arno del Curt. Der kann perfekt umsetzen in diesem Chaos: wahnsinnig schnell umsetzen von Defense auf Offense….Im Tourismus sind’s zur Zeit alles so Anstrengungen zum Vermeiden von Fehlern (aufgemacht in dieser Thesen-Putzigkeit), nicht sinnvoller als ein Hockeyspiel ohne Puck.

No offense. Auch Leute wie ich tragen Schuld an den Zuständen, nicht die Langweiler in all den Organisationen, oder genau jene Anhänger in genau jener erwähnten notorischen Nörgler-Partei, die seit Jahren mit ihrer Missgunst und Kleinkarriertheit an den Fundamenten einer Vorwärts-Strategie graben. Bündner, die wählen, wählen Tranquillizer, die anderen wählen wohl nicht mehr. Einige Denkende haben längst aufgegeben. Wir wollen auch nicht immer nur als Kratzbürste und Beleidigungs-Nudeln dastehen. Da gerät man unweigerlich mit ins Schleppnetz der Verachtung. Das Resultat ist dieser langsamere Atem der Dinge. Early Adopter sein wollen und alle kritischen Leute abwürgen, passt eben nicht ganz.

Die Server sind halt etwas out of order, vor allem beim Service.

Wir sind so schwach, weil Tourismus so personenabhängig ist. Und der Hans macht immer was der Heiri. Da müsste man Leute auswechseln, wie es Arno jeden Dienstag, Freitag oder Samstag tun muss. – Die Hälfte der Gastgewerbler würden outgesourcet, nicht die Portugiesen und Sachsen, wohl eher die Bündner-Muffel meiner Führungs-Generation…Das wäre vielleicht die beste empathische Anschubfinanzierung. Die Server sind halt etwas out of order, vor allem beim Service. („Er hat die pampigen Capuns mürrisch auf den Tisch geknallt…“ steht dann in den Leserbriefen…)

Sortiert euch mal, liebe Touristiker. Aber nicht mit den Immergleichen…Freude macht eigentlich immer mehr die ganz junge Generation von aufgestellten Muntermachern denen man immer mehr begegnet, im Service, auf Bergbahnen. Sie sind vielleicht das neue Effizienzpacket.

Die Zeit ist reif für eine Veränderung – wissen alle. Und wie soll der Sturm der Erneuerung soll durchs Land fegen? Nehmen wir mal die Marke GR, wunderbar….mit dem ganzen Schmus drumrum. Die war auch mal notwendig als sich vor 15 Jahren dieses Corporate-Design-Getute  notwendig machte…Heute schaffen die Gäste die Hälfte des Branding – auch das negative. (Und der Steinbock hat mindestens schon ein Horn ab.) Val Müstair wollte eine neue Marke, das Engadin hat wieder zwei Neue, Davos-Klosters will wieder eine Neue. Das Cerebellum birst gerade vor Hyperaktivität. Und GR versuchts mit  festangestellten Markenmanagern, die immer wieder versuchen der leeren Flasche so ein Champagner Ejakulat zu entlocken.

Nehmen wir mal Dynamic Pricing/ Yield Marketing – das haben wir in den 90er Jahren in Kursen bei Airlines gelernt…bei den Bergbahnen will man’s jetzt bald einführen…“wenn ihrs nicht erfühlt, ihr werdet’s nicht erjagen“. Reichlich zu spät wie Goethe heutzutage. Aber immerhin kann man neuerdings 4 Stunden-Karten lösen auf den Bergbahnen. Einfach alls etwas  retardiert.

Der Steinbock hat mindestens schon ein Horn ab.

Nehmen wir mal die Kommunikation und Werbung: Graubünden hat da ein gutes Händchen. Man nimmt einfach immer eine der teuersten Schweizer Agenturen (die sich für viel Geld prämieren lassen) und kann dann auch belegen, dass man bei den Besten. (Glauben Sie mir, ich war auch dabei…funktioniert immer noch). Nur: wie wichtig ist das noch im heutigen Medienmix auf internationalen Märkten?

Nehmen wir Kultur: wie kann man einen tollen Turm auf dem Julier finanzieren, in dem nur EINE Kunst stattfindet: die von Giovanni? Darum geht’s: Jeder macht was er will, keiner was er soll. Aber alle sollen mitmachen beim Umsetzen des Weissbuches.

In diesem Buch sitzt jedes Wort zwar genau wo es hingehört. Wir haben jetzt die besseren Argumente um die Hände in den Schoss zu legen. Wir haben’s ja schwarz auf weiss (was die andern alles tun sollten). Da bleibt dann kein Weissraum übrig um mehr über Personen zu reden. Über die Veränderung in uns. Gönnt den jetzigen Gremien vielleicht mal eine Auszeit…Vielleicht könnt ihr, liebe Experten, auf der Spielerbank euch selber den Vertrag künden…Oder einfach Arno fragen…

 

 

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Hängearsch-Existenzen..

Graubünden mache einiges falsch, vieles richtig, aber das meiste zu langsam, schreibt heute Reto Furter. – Wir Bündner sind ja alle in irgendeiner Form Altersheim-Betreuer. Wir betreuen aussterbende Gäste-Segmente, niedergehende Skigebiete, untergehende Sprachen, zusammenfallende Maiensässe…und bauen uns daran noch irgendwie auf. Und wie sagte doch Thomas Mann im Davoser Zauberberg: dass wir….“sympathetischen Anteil daran nahmen und sich dem Taumel innerlich ebenfalls überließen.”

Das Kapitel heißt übrigens bei Mann: “Die große Gereiztheit”. Gereizt sind wir aber nicht. Ich habe aufgehört mich zu fragen, was ich falsch gemacht haben könnte. Ruhend wie Lincoln auf seinem Denkmalsthron im Vorspann von „House of Cards“ seh ich dem Ende entgegen. Das wird gut.

Ich rede da von meiner Generation. So ist’s gut dem Ende entgegenzusehen. Aber wieso sind die nächsten zwei auch so? Wir haben eigentlich alles im Überfluss. – Kann man natürlich sehen wie in der chinesischen Medizin: zu wenig Yin. Oder Yang? Eins von beiden.

Gut, man kanns auch stoisch nehmen: Stoiker denken nicht daran, was man alles noch nicht besitzt. Es sei besser, sich zu überlegen, wie stark man die Dinge, die man besitzt, vermissen würde, wenn man sie noch nicht besässe..

Wir werden zu so etwas wie einer abgegriffenen Reclam Ausgabe von Jürg Jenatsch. Nur der Himmel ist selten schlaff und eintönig. Oft siehts bei uns aus wie das, was ein Film-Location-Scout als zu kitschig abgelehnt hätte: Eine Landschaft zum Weinen schön. Zum Abklatschen Wir haben ein Bürgerrecht im Reich der schönsten Kalender-Aufnahmen…Instagram-Land at its Best. Ergänzt man das Ganze mit einem bisschen Wandergewimmel sowie etwas Arvenwälder sind wir ein Traumland für Absterbende.

Ein Steinbock geht eben nicht abends ins Theater um sein Leben reflektieren zu können.

Inmitten dieser obszön überteuerten Umgebung fühlen wir uns wohl. Und eigentlich kann ich mich an diesem absurden Bild gar nicht sattamüsieren. Wir, die Titelverteidiger dieses lauten alten Glücks als wir noch 30% mehr Logiernächte hatten.

Im Theater hab ich mal gelernt, dass tote Seelen unspannend seien – das glauben wir aber nicht. Denn selbst unser Kultur-Regierungsrat sieht immer so aus, als müsse man ihn aufbügeln. Wir machen da Vieles. Wir bauen allerorts Türme. Wir haben auch Readymades wie von Duchamps: Origin ist da unser Vorzeige-Werk. Allein weil es als Kunstwerk behauptet, und in einem Raum einer Umgebung gezeigt wird, die diesen Anspruch fordert, wird es zum Kunstwerk. Jesu Warnung der Maria Magdalena vor einem Tabubruch wird hier ernst genommen: Noli me tangere – rühr mich nicht an. Vor allem rühren wir hier nur Bibelthemen an. So im Stile: lassen wir es beim Alten. Ein Steinbock geht eben nicht abends ins Theater um sein Leben reflektieren zu können.

 

Der Verzicht auf das Alte ist zwar der Grundgestus der Moderne. Das sehen wir nicht so. Mit Moderne meinen wir das Traumland der Übergänge, Mehrsprachigkeiten, Ambiguitäten und des Ausgefranselten. Die Munggen und die Alpenrosen kommen und gehen. Wir bleiben. Wir haben so Plumps-WC-Seelen, die vertragen alles, was auf sie runter fällt.

Schon gut, wir kommen klar…das ist es ja! ….Schrieb mir doch kürzlich ein Berater-Kollege eine mail: „ Weisst du diese dummen Teilzeit-Pöschteli, wo sie wieder jemand sind und mit ihren mediokren Ideen und ihrem Maluns-Horizont jedes Projekt auf den Boden bringen. Oder unter den Boden.“ Da werden Naturparks, Velowege und IT-Verkabelungen  mit tantenhafter Überbetreuung entwickelt: wir bleiben stoisch. Haben uns ja an die onkelhaften Romanen auch gewöhnt, ihren Stil adaptiert: wir lassen uns das Aussterben bezahlen. So eine Art fröhliche Hängearsch-Existenz.

Da muss man nicht so speeden und rumfurzen.

So wie Darmwinde, die bekanntermassen Kettenreaktionen auslösen, also in hoher Frequenz auftreten können…entwickeln wir uns eigentlich nicht. Wir wissen, dass Erfolg und Misserfolg manchmal so dicht beeinander wie Anus und Vagina liegen. Tür an Tür. Da muss man nicht so speeden und rumfurzen…Wir haben Immobilien Heinis angezogen, wie Fliegen, wie gierige Dotcommer, neben denen unsere fresswütigen Bauunternehmer aussehen wie asketisch fastende Sonntagsschüler.

So gibts bei uns keinerlei Spur jener prätentiösen Allegorik, die einige unserer Züri-Freunde an den Tag legen. „Pacific“ dem Sonnenuntergang entgegen. Unser Baujahr ist ja älter. Die ganzen beschädigten und versauten Stadt-Leute sind ja froh haben sie uns. Die Zweitwohnungsbesitzer lieben uns:“ Sie brauchen sich uns gegenüber nicht zu schämen“, enthusiasmieren sie beim Holunderssorbet bei Caminada in Schauenstein.

Wir haben zwar  viel weniger Geld als die Leute mit denen wir zu tun haben, aber auch viel mehr Zeit als viele Leute, mit denen wir zu tun haben. Und manchmal …manchmal genügt uns die Wahl einer Emser Nationalrätin zum sofortigen Müdewerden. Sie richtet’s ja. Da muss man mal ein Auge zuklappen. Unsere Gemütsruhe hat die monumentale Stabilität des Fontana-Denkmals. Da kann man unbeirrbar und geschickt stehen bleiben, abwarten.

Und wenn wir, also die Rotte eingefleischter Graubündner-Grauköpfchen, einmal im Jahr das PS-Buffet der GKB stürmen, ist das meist keine Oktober-Revolution. Jo nu, an die Stelle der sogenannten gehobenen Gesellschaft ist bei uns ein bizarres Gemisch von Miststock-Politikern, Skifahrern, Radio-Moderatoren und Immobilien-Neureichen getreten. Auch hier ein Klassen-Ausgleich. Arbeiten ist ja auch eine sehr altmodische Art der Vermögensbildung.

Jetzt reden ja alle von schubsen, „Nudging“ – aber wohin? Ein Bündner lässt sich nicht schubsen…bestenfalls mal verschubsen aus Ems…Wir machen Innovationsseminare, deren Flipchards nach Jahren der Agonie meist als Schredderfötzeli noch im Staubsaugerbeutel enden. In dem Gewusel von perduegegang’nen Konzepten sind wir eben wie eine Festung, deren Kanonen in alle Richtungen zeigen, von wo sie meinen, dass der Feind kommt, und die eigentlich weiss, dass der Feind meist durch die Hintertüre kommt…das lässt uns kalt wie ein Hirsch-Kotelett aus dem Kühlraum. Da arbeitete der Verstand im Achtsamkeitsmodus.

 

„There is no such thing as no movement.“ meinte ja schon Robert Wilson. Erhaben, so wie ein Adler seine Ellipsen zieht im Nachmittagshimmel. The End.

 

 

 

 

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Billag isch z’billig

„ Das Leben ist weder hässlich noch schön, es ist originell.“,  meint Svevo. So ist das. So hab’ ich mir mal die „Schweizerzeit“ angeschaut. Ein Polit- Stammtisch auf Schweiz 5. Die Schweizer Werte unter Beschuss.

„ Schön sindrda.“ So lustig beginnts. Im Vorspann noch der Ulrich Schlüer, der uns einstimmt auf seine Welt. – Ich muss schon sagen, die Sendung hat mich aufgestellt. – Da gab’s vor allem mal nur Männer, keine einzige Frau im „Haus der Freiheit“, also geopolitisch in Toni Brunners Beiz im Toggenburg.

Und es fätzt richtig. Komödiantenstadl, eine Chäs-Hörnli-Combo vom Feinsten. Gleich zu Beginn: „Ich muess en schluck Rote ha.“ So un-SRG-mässig. Grins. Wie weiland kurz nach dem Tellsprung. Die Idee: im vollaktivierten, leutseligen Stamm-Modus die Seinslage der Schweiz zu kommentieren. „De Tell hät ebbe no gschosse.“ „Meer mönd widr Bereitschaft ha.“

Meist sprechen sie auch noch mit der Faust, mit der Hand, so ein „dänne gämmers“-Schwung. „Geld und Angscht hämmer no nie kha…“, schmunzelschmunzel. „Alli kritisieret de Trump…eine vo de wenige, wo für sies Land wider ufstooht.“– (Das sind übrigens alles Originalzitate). Ja, sie sehen aus, als ob sie alle Toni heissen. Diese Bürgerwehr spielt fantastisch auf der Dorfbühne.

Sie spielen auch Wutbürger. In Achtungsstellung. Dieses Ewig-Marignano-auf-den-Deckel-bekommen, wie sich die Theatergruppe Krummenau das wohl so vorstellt. Dorfkäsperlende Schweizer Akademiker. Der Dr. Blocher als geistiger Script-Autor. Die Titel-Inserts zeigen: Am Tische auf der Frontreihe alles Dr., Dr. und Dr.-Täfeli. Vom Weltwoche-Chefredaggter bis zum Dokter Landmann (ja der Spion-Verteidiger).

Also so eine Kohärenz der Intelligenten. Auch eine lachgünstige Versuchsanordnung. Das zählt ja schon noch bei den milchverarbeitenden Schweizern…Die gscheiten Reichen spielen Meinungslöwen für die dummen Armen. So ein seelenkundlicher Boulevard: wie sich Gross-Hans vorstellt den kleinen Hansli über den Stammtisch zu ziehen.

„EU-Norm-WC-Deckel sind prima. Nur dörfed die nit übr dr Schwizer Verfassig stoh…“

Schön anzusehen, wenn sie so theaterwettern– wohl gegen obdachlose Studienabbrecher oder alleinerziehende Coop Verkäuferinnen. Aber wie gesagt, über Frauen reden wir jetzt nicht; mir gfallts. „Ich fand jene Dichte und Wärme des Lebens ausgestellt, die ich in mir selber fühlte.“ (Um auch etwas mit Canetti zu blöffen.) Sie denken zwar schon an die bessere Hälfte der StimmbürgerInnen: „ Wenn ame Alass Fraue vergwaltigt wärde…“Sie nehmen Zvolch ernst. Sagen wir mal so, einen kleinen satirischen Unterhaltungs-Ueberschuss ergibt dies immer wieder, mehr als bei Röbi Koller. „Linki Gwalttäter“, so im verstellten Pastoren-Ton tönt beim Herrn Anwalt wie eine Besänftigungsorgie….untopbar dargestellte Exzess-Spiessigkeit am staatsfördernden Stadl-Tisch.

 

Und diese Zerrbilder kommen an. Gefällt mir. Sie kommen auch aus dem nahen Osten, also dem ganz nahen Osten…also Alt St.Johann. Tönt dann auch wie altbacken… Sie erkennen dann oft auch gewisse Analogien zwischen ihrem Dasein als Chefredaktor und dem Plättlilegger wo zuhört – so als Amatörproblematiker und Antörn-Hampels. Vielleicht haben sie einige Züge von Wald-und-Wiesen-Credibility-Abgewandtheit. Aber das macht’s dann genau aus. Diese Melange aus Voralpen-Tragödie und Selbstdarsteller-Kommödie. Mit Verwechslungspotenzial zum Lachen. Der Umfaller der ersten Viertelstunde war dann: „Es git au so Lüüt in Krawatte..“ wo ihnen suspekt sind. „E Verluederig…“ – Steuerreform hin oder her: „D’ Wirschaft het schlecht abgschnitte…“ – Das sind die dramaturgischen Höhepunkte.

 

Eine kalkulierte Effekt-Dramaturgie haben die sich schon ausgedacht. Spiesser-Akademiker besprechen Büezer-Sorgen, bemühen sich büezerisch zu reden. Deshalb wirkt’s auch so amüsant. „Die moralische Überlägeheit vo dene Chaote, Studente, Beamte, Professore, Sozialhilfebezüger….allas viil zvill..“ Im gleichen Topf und Satz „di Linke Siite, di islamistische Extremiste.““

“on the long run fahrsch besser wenn z volch öppis z’säge het.“

Saustark, die fast so wahabitsche Chäserugg-Koalition. Diese Darsteller bauernschläulicher Provinzrechtschaffenheit generieren reine Unterhaltungs-Power. Sie sprechen immer mit der Faust, mit der Hand mit waagrechtem Schwung „dänne gämmers“. – Mit ähnlicher Körpersprache: „I de Tageschuele werded Chinder hüt abgrichtet.“ Das Polit-Sorgerecht gehört uns.

Ab und zu ein tütscher Ausrutscher: „Hoch die Tassen.“ Das tönt dann nicht wie im Heimatfilm. Aber im Grossen und Ganzen mag das aber doch eine gewisse Schweizer-Service-Public-Oeffentlichkeit herstellen in einem etwas ländlichen U-Schichten Bereich. So ein Modus der Bestärkung der eigenen Identität. Vor allem wegen der permanenten Spannung die way over netflix is…. Sie haben so ein gefälliges schmiedeisernes Aschenbecher-Zeichen für ihre Sendung, das ja immer wieder schmiedeiserne Gedanken-Stränge erlauben und einfliessen lassen kann: „EU-Norm-WC-Deckel sind prima. Nur dörfed die nit übr dr Schwizer Verfassig stoh…“ Zum Rauchen. In welchem Abreisskalender liest man das? Sie haben für alles fast eine Selbstschussanlage, bringen Stimmung wie bei Andy Borg.

 

Um den allgemeinen Dauerernst zu unterminieren muss der Herr Chefredaggter dann schon mal etwas winglisch, also Weltwoche-Englisch einfahren: ..“on the long run fahrsch besser wenn z volch öppis z’säge het.“ Dem kommt jetzt eine bohrende Aufmerksamkeit zu: „ idr Schwizz chömmer üs no rode.“ sagt der Anwalt mit dem roten Kopf, unterlegt mit einem Soundtrack von falsch betontem korrektem Schwizertütsch, untermalt mit blutdruckfunkelndem Teint und so einer Biedermeier-Schnute. aber alles mit der Begeisterung eines Grossis für ihren Enkel…Guet, die Krawatte machts aus. Die immergleiche grüne Uhr zeugt von auserlesenem Geschmacks-Bashing der Requisiteurin.(Aber wahrscheinlich gibts da auch nur einen Dekorateur: männlich und viel billiger als bei der SRG.) Sein betörender Ostschweizer-Sprach-Sound verspricht Gutes…eine Hymne für sinnfreies Juristen-Gedaddel für die Bauern-Fraktion: „Do häscht du en ganz wunde Punkt aagschproche.“

 

Das kennen wir von den Screwball-Comedies. Verrücktheit ist eine Reaktion auf eine Ueberdosis Normalität. Und Stammtisch ist nie Aktion, immer Reaktion. Sie seifen sich gegenseitig ein mit zuammengeschnorrten Banal-Sätzen und duschen sich ab mit nationalistischen Hoffnungen bruderklausiger, ländlicher Weitläufigkeit.

 

Bevor sie dann aufstehen, eine zweitletze Einstellung, wenn Toni Brunner so fast als Schlusswort meint.“ Wir wollen die Hände falten, Hannibal will über die Alpen tschalpen…“ Hahaha. Dazu eine Art Kurt Felix-Geissbocklächeln mit Spitzbuben-Blick…und bitte noch spenden…

Ich hoffe, Sie erhöhen nach dieser wohlwollenden Medienkritik gewaltig die Einschaltquote dieser Sendung…weil wo dann die No-Billag angenommen wird, haben wir dann söttig gueti Unterhaltung. Wo man beim Spendenaufruf anfängt zu weinen und den ganzen Tag Toggenburger Kägi-Fret naschen möchte.

 

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Algos machen sprachlos

Algos zu ahnen oder gar kontrollieren zu wollen, ist wie wenn man einen besoffenen Nicht-Biker mit verbundenen Augen auf die Speed Strecke von Brambrüesch nach Chur runterlässt. – Crash. Wir kontrollieren nicht mehr alles, die Algorithmen kontrollieren uns.

Manches durchschau‘ ich definitiv nicht, zum Beispiel die Algorithmen von Parship. Wie die so neue Paare zusammensetzen! Da denke ich mir manchmal wenn wieder ein gestandenes Paar so um die Vierzig etwas verspielt gesteht: „Wir haben uns im Internet kennen gelernt.“ Heureka, offenbar funktionierts ja.

Auch beim Hotelbuchen. Letzte Woche buchte ich ein Hotel in Costa Rica. Die hatten aber nur noch 1 Nacht (statt 3) zu horrendem Preis. Die buchte ich dann mal, und im billigen Hotel in der Nähe die nächsten zwei Nächte. Also wusste der Algo des Hotels, dass wir nicht unbedingt auf  das Hotel angewiesen waren. Zwei Tages später dann, war die zweite Nacht nun auch im teuren Hotel zum halben Preis zu haben.–  Als Gast brauchst du keine IT-Kenntnisse aber Menschenkenntnisse: man muss einfach ahnen wie die Hotel-Leute je nach Buchungsstand täglich mit der Preisgrenze gamen.

Bei uns in GR meistern einige Hotels das „dynamic pricing“ meisterhaft. Aber eben nicht ganz alle. Doch Graubünden Ferien steuert mit Klasse ins Zeitalter der Digitalisierung – vieles ist top. An der Januar-Einladung– Neujahrsapéro wurden alle Gästeeinladungen und -rückmeldungen mit Data-matrix-Codes versehen und elektronisch erfasst. Und die Auswertungen wurden sofort präsentiert: wieviele Gäste welchen Geschlechts kamen woher, assen zuvor Gipfeli, bevorzugen süsse oder salzige Häppchen?

Ich erhielt dann kurz nach dem Event noch ein Dankes-Feedback für mein Dabeisein mit der Angabe zu welcher Gipfeligruppe ich gehören soll. Toll. – NUR… ICH WAR GAR NICHT DORT, schwänzte an diesem Tag. Die Ausrede ist nicht algorithmisch aus meinem Wordprogramm generiert: Am 3. Januar wars einfach zu schön. Corviglia stahlblauer Himmel, perfekte Pisten, Kunstschnee…oben drauf eine weiche mittagssonnenerwärmte Führungsschicht zum Carven. – So ist das, selbst Top-Führungsschichten sind virtuell nicht vor Abstürzen gefeiht…und „„Wenn man viel Gas gibt, ist es unheimlich wichtig, dass man eine Bremse hat…“ sagt man doch, nicht nur auf dem Bike.

Und wir crashen immer öfter. Zum Beispiel beim Werbetexten. Früher haben wir drauflos getextet…die Flow-Begabten fanden dann so einen Groove mit eigenem Sprachfluss. Rhäzünser war eben gsünser, obwohl das keinen Sinn machte. Und die Ferienecke GR entstand  bei einem netten Zvieri als einer die Karte auf dem Telefonbuch-Titelblatt anschaute.

Furzlangweilig. Aber ich muss ja auch nicht allen das poetische Du anbieten.

Heute ist das anders. Google hat’s im Jahre 2000 mit seinem Adwords-Konzept eingeführt. Mithilfe von Schlüsselwörtern – sogenanten Keywords – kann ich auf der homepage des Hotels festlegen, welche Suchbegriffe entscheidend sind, oder welche auszuschliessen sind. Wir haben jetzt also einen Plan.

Man muss dann also einfach mehrere Begriffe kombinieren. Also fürs Hotel Eden in Ilanz: “ Zwei Unesco Weltkulturerbe, Laax-Flims, Vals…“etc. – Wenn ein Hotel in Ilanz gesucht wird, sollte es das Eden sein. Wenn ein Hotel gesucht wird, in einer Bikeregion oder Schneeregion wie Graubünden, dann sollte es das Hotel Eden in Ilanz sein etc. Bei Truffaut hab’ ich mal gelernt, die Kunst des Films sei es, die Kamera auf schöne Frauen zu richten. Aber schöne Worte genügen bei den Suchmaschine  (glaubi) nicht mehr.

Nix Sprachflirt. (Man kann auch nicht mit komplizierter Literaturtheorie an Touristikwerbung heran gehen…) Da geht’s also darum, wie man zuoberst beim Suchprogramm landet.– Damit der Content auch funktioniert und die Leser auch konvertieren, also auch buchen. Und wenn aus China oder Japan merken sie’s eh nicht.

Halt eher so zerbrochene Sonette für Clicks.

Kürzlich bekam ich eine gut gemeinten Leitfaden zum Texten, der offenbar die „Sichtbarkeit der Webseite im Suchnetzwerk, wie beispielsweise Google stärkt.“ Du schreibst also nicht mehr einen schönstimmigen Text sondern: „Das Hotel und Restaurant Eden heisst Sie in Ilanz als Gäste willkommen.“Oder: „Ihr Gastgeber lädt Sie zu folgenden Zimmerkategorien ein“. Furzlangweilig. Aber ich muss ja auch nicht allen das poetische Du anbieten. Ich muss auch nicht allen gleich sagen: „Sorry, ich sammle grundsätzlich keine Bonus-Punkte.“

Die Wörter werden semantisch entkernt und nach kommerziellen Gesichtspunkten neu gewichtet. So eine Allerwelts-Teflon-Sprache. Und nicht der Bedeutungsreichtum oder die emotionale (auch textliche) Qualität treiben die Wertigkeit des Angebotes in die Höhe, sondern dessen Häufigkeit als Suchbegriff, seine Eigenschaft als Klickfänger und seine werbliche Verwertbarkeit als Stichwortgeber der Cloud- Technologie. Das ist ja alles schön und gut. Irgendwie. Halt wie im Klische-Duden. Halt eher so zerbrochene Sonette für Clicks. Das ergibt dann Texte mit dem Charisma eines gefangenen Goldhamsters.

Da etabliert sich schleichend eine Grammatik des Geldes. Wer gehört, gelesen und wahrgenommen werden will muss sich als Begriffsbroker betätigen und semantische Konkjunkturen nutzen. Das sind als so Begriffsbörsen – mit erfolgreichen semantischen Trends und Kategorisierungen. Das gibt dann so eine umfassende sprachliche Wertschöpfungskette…Das nennt man „linguistischer Kapitalismus“. So für Leute, die nicht alle Tastatur-Zeichen im Schrank haben. Dafür müssen die Buchstaben nicht mehr tanzen können, ist ja sowieso uncool in Zeiten von Schnelllese-Kuhlness.

Die Drastik der Sprach-Kommerzialisierung nimmt zu. – Ich sehe da aber nicht den endgültigen Untergang des Schönen-Text-Abendlandes. Vielleicht sind es einfach einige Glückshormone, die in der Cloud verloren gehen…der mittlere literarische Durchschnitt merkt’s eh nicht…(und ich texte eh nicht mehr homepages.) Das ist wahrscheinlich wie beim Gletschereis das schmilzt. Da kann man uns einfach Eiscrème versprechen. Und auch wenn im Handy böses Coltan drin ist, das arme Kongolesen aus dem Boden kratzen, die Welt wird sich verändern und damit die Sprache.

 

Jaja, ha ha ich hab’s kapiert. Und schöne Texte lesen wir am Senioren-Nachmittag. Da lesen wir dann Schopenhauer: …der geistig beschränkteste Mensch sei im Grunde der glücklichste,…“wenn gleich keiner ihn um dieses Glück beneiden mag.“

 

 

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es facespuckt

(Wer ist jetzt der schwarze Peter ?)…Das sollte ich wirklich posten, dachte ich. Wenn so einer seine Wörterhorde in Gang bringt. (jetzt bitte festhalten, ich schwöre Originaltext aus Facebook): „Dia chön üs umloh, bomba lega in da ubahna,mit lastwaga in menschamengena fahra….und i söt wega somana bild RASSISTICH SIIII…Wo bini eigentlich????Das huara Dreckpack…..wenn schu denn schu…Dia chön üs umloh, bomba lega in da ubahna, mit lastwaga in menschamengena fahra….und i söt wega somana bild RASSISTICH SIIII…Wo bini eigentlich????Das huara Dreckpack…..wenn schu denn schu…“ – Fehlt nur der Audio-Mischnitt.

Wo bini eigentlich????Das huara Dreckpack…Dia chön üs umloh, bomba lega in da ubahna…

Alles wörtlich und copy paste. – Sturmgewehr in Anschlag, Schuss frei. Ein Höllentober. Wie ein Trommelwirbel. – Die AfD ist zwar weit weg. Er ist aus Untervaz, aber mit einem Bein schon im Gau-Land. SVP-Mitglied ist er wahrscheinlich auch nicht. Und hat wahrscheinlich nur in der SO gelesen, dass die Deutschen sich keinen Ski-Urlaub mehr leisten können. Sich ausgedacht, dass das wahrscheinlich im Koran so angelegt…..

Im richtigen Leben wird er so daher-malunsern. Er bezahlt die Miete pünktlich. Und für eine Kreuzfahrt reichts alleweil – wie man auf FB sieht. Gehört nicht zur sozialen Schicht der Punchingbälle, Fussabtreter oder Pissoires. Das ist gerne und gut schweizerisch. Notdürftig polierte Land-Society mit Übergewicht (wie Profilbild zeigt: Dicke Männer fordern gerne einen schlanken Staat.) Fazit: Also völlig tolerabler Durchschnitt.

Nur brauchen die jetzt auch die neuen digitalen Megafone. Dafür gab’s doch den Stammtisch…Da war man unter sich, redete laut, nicht immer stubenrein, wütete…ohne Konsequenzen, es kam ja auch niemand auf die Idee, dass das öffentlich sei.

– Weiter in der FB-Geschichte. Vorsichtige „Frage“ einer Dame: „Du bisch scho a Rassischt. „ Mein FB-„Freund“ dann: „Miar isch jeda usländer willkomma..abee eba nit dia!!!!“ (Ausgangspunkt war eine satirische Foto mit einem Schwarzen)

Da kann man nicht mehr im gestelzten Maturandendeutsch antworten. Das ist FACEBOOK: Noch ist die Schweiz keine Mobokratie. Es gibt zwar schon zuviel Leute, die nicht mehr alles erreichen können…:“Wir gehen unter…“ Da heulen sie dann den schwindenden Mond an. Irgendwie absurd. Ist aber schon ein Gedankengut, das wächst: „Die fremden Horden übernehmen uns.“ Wie bei der Reichsbürger-Ideologie. Dazu wimmelt es wieder von Rassismus-Fouls. Da sind ja Mohrenköpfe direkt noch süss.

Und vor lauter Lippenschmink-Beraterinnen mit  ihren Blogs  geht das dann auch unter,  dann ist ja alles schön und gut und süss, irgendwie. Man will ja auch keine Revolution, die Leute wollen eher ein I-Phone.

Da hashtagundnachtet es…twittert und postet es. Lebende Hasspostings en masse. Die derzeitige politische Diffamierungskultur steigt weltweit. Und die BAZ klärt uns Hinterwäldler auch auf, wie es aussieht auf der richtigen Welt: „Trump hat Recht I+II “ …Als Nicht-BAZ-Weltwoche-Leser erhalte ich das alles meist schnell von meinen FB-„Freunden“ sofort auf den screen.

Facebook ist die beste soziale Devianzforschung. All diese besonderen Typen aus all diesen Milieus zeigen sich. Vielfältig und unflätig. Und ihre Schlagkraft wächst reziprok zur geistigen…

Und jetzt kommt’s: HEUTE SONNTAG……hat mein „Freund“ gepostet: „Nach 30 tägiger sperri bini wider voll im FB,aber dia herra vum FB hän der astand nid kha und miar schriba WARUM????trotz mehrmaliger schribarei!!!
Eine Rose fragt: „Warst du zu rassistisch?“
Antwort: „Kei ahnig, FB hät nia Antwort geh..i und Rassischt..LG“

ICH UND RASSIST?

Diese Heimatkundler und Entertainment-Verwahrlosten haben wohl eine riesige Verdrängungsleistung….merken’s gar nicht mehr. Da zieht man schnell den schwarzen Peter. – Anscheinend sei die Summe der Intelligenz eine Konstante, leider wachse die Bevölkerung …Gut, redet man da von irgendwelchen Obergrenzen.

 

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AAAH….WEEEH….Tee

 

Graubünden hat etwa 190’000 Seelen und ca. 300’000 Wirtschaftsexperten…Da gab’s jahrelang ein Gemunkel, dass viel zu viele Aufträge des kantonalen Amtes für Wirtschaft und Tourismus (AWT) ins Unterland gingen. Ein Schrei nach Transparenz und Übersicht. Grossrätin Vera Stiffler ist jetzt sicher beruhigt: wir haben endlich eine Excel-Tabelle.

Die Liste ist einsehbar auf: https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/awt/Dokumente/AWT-Drittauftr%c3%a4ge_2012-2016.pdf – Gut so, nit kompliziert.

Die Ergebnisse vorneweg: auf 10 Seiten erfährt man wie das AWT zwischen 2012 und 2016 genau 5’187’684.61 Franken auszugeben im Stande war.
Ja, auf 61 Rappen genau.

Schneisen haben sie keine hinterlassen, aber Dürrenmatt würde fragen: „Klara, ist denn überhaupt alles Prothese an Dir?“

Und für Insider ist es eigentlich kalter Khaffi. Einige Schmunzler mag’s einem entlocken: eine Rob Nicolas Gmbh Rhäzüns (nie gehört) entwickelte „Studien und Konzepte“ für Fr. 30’000 zur Abklärung für die olympischen Winterspiele 2026. Offenbar erfolgreich. Wie alles, das dann mit Drucksachen, Broschüren und viel Präsentationsaufwand aufgebretzelt wurde.

 

Die üblichen Verdächtigen sind alle schön dabei. Oft sind sie geniale Kompilierer von Beratungsplatitüden. Schön gleichmässig megademokratisch- medioker wurden an alle Aufträge verteilt. Von Hanser und Partner bis zur Trimarca, von Forster/Wergenstein bis Küng Chur, von der HTW bis zur Grischconsulta. Mag sein, dass alle zu kurz kamen, weil sie ja alle nur mikrige Aufträgli erhielten. Ganz zu schweigen, von all den Kleinstbetrieben (Einfrau-Beratung), die alle auch was… Ausser Vera Stiffler sind fast alle auf der Tabelle.

 

Im 2013 gab’ s auch noch eine BeraRtung (wörtlich) zur Kommunikation Tourismus Programm für 13’122 Fr. – Ja, verkünstelt wurde da viel.

Dass sie nur EINE Zweitmeinung für Fr. 11’340. genau zur Marktbearbeitung der Märkte China, Brasilien und Russland bei der raw consulting ltd. in Zürich einholten, war vielleicht ein kleiner Fehler. Die waren eben limitiert.

Alle durften mitschellen. Dem tollen Schellenursli hat die Rütter Soceco nachträglich mit einer Langzeit-Studie Monitoring für 130’000 Franken nachgewiesen, dass das ein erfolgreicher Film war. Das hätten auch Kids am Kinoausgang gesagt…

Ein gerngesehener Gast war auch Dr. Daniel Fischer und Partner aus Niederwangen. In Graubünden beliebt bei allen Behörden. Der entwickelt meist Strukturen bevor er das Markt-Problem löst. So ein Dokter macht immer Eindruck in Graubünden. (Wenn das dann wenigstens mit Tarmed abgerechnet würde…) Kürzlich las ich in  der Presse über eine seiner Studie für „Klosters 2018“: „Verliert seit 10 Jahren Marktanteile. Es fehlt touristische Leadership. Verantwortung wieder selbst übernehmen. Wenig Momentum und Drive…“ – ja stimmt doch. (Touristiker, die das nicht selber merken, müssten halt irgendwo ins Unterland ziehen).. Hatte ich vor 20 Jahren auch schon bemerkt. Aber  kein 90’000 fränkiges Konzept dazu geschrieben.

Man merkt’s irgendwann kam die Erleuchtung, dass man die Leuchtürme – ein Beraterbegriff aus dem letzten Jahrhundert – auch umsetzen müsste. Dann kam die Messung der Erfolge „Marke Graubünden“. Die Agentur Interbrand AG Zürich kassierte nach einigen Marken-Hunderttausendern dann auch noch mal 74’604.04. Die 4 Rappen waren wahrscheinlich für die damit verbundene sprichwörtliche Ataraxie, also die Seelenruhe, der Gleichmut, unsere „Patschifigness“. Jo, was die Volkswirtschaftsdirektoren meist machen, würde Kant „das uninteressierte Wohlgefallen“ nennen.

Meist ist das alles nicht daneben aber auch nicht durch Gedankenschwere angekränkelt – und vieles papieren geblieben. Insider erkennen immer wieder die doch filzigen Zusammenhänge. – Wenn ein Pontresiner 3 Stern Hotel im Jahre 2017 Kantonsgelder zum Neubau erhalten soll, ist das doch vielleicht das Voraus-Bezahlen des Schleuderkurses vor wirtschaftlichem Aquaplaning.

Die Tabelle ergibt einfach eine interessante Transparenz. Das musss man jetzt mit derselben kontemplativen unschuldigen Aufmerksamkeit betrachten. Einfach reinziehen. Zusammengefasst ist das ganze vielleicht eine wirkmächtige Schilderung der Tragik des Wollens. Das ist der mittlere wirtschaftliche Durchschnitt eines Kantons, dem seine Probleme nicht ans Lebendige gehen, sondern höchstens ans Gemütliche…und solange die Zuger und Zürcher uns Geld schicken, dürfen doch auch Berater von dort kommen.

Die Idee dieser Vergaben, der ganzen Konstruktion ist, dass die Volkswirtschaftsdirektoren  nicht belangt werden. Der Berater kann dann ausgewechselt werden, kommt aber im Turnus alle zwei bis drei Jahre wieder dran. Die Ohrenbläser auswechseln und dann „more of the same.“

Schneisen haben sie keine hinterlassen, aber Dürrenmatt würde fragen: „Klara, ist denn überhaupt alles Prothese an Dir?“– Wer sagt da noch, das sei nicht Wirtschaftsförderung. Wirtschaftsförderung in Graubünden ist ja eigentlich keine Amtshandlung, eher eine Amtshaltung, eine Verhaltensauffälligkeit von Seifenblötterlern, so geistlos wie eine Seifenblase, aber doch unzerstörbar. Das erledigen sie dann nach dem Arpagausschen Imperativ: „Handle stets so, dass niemand die Diskrepanz  zwischen deinem nach aussen gestülpten Fortschrittsglauben und deinem inneren Rückwärtsgang erkennt.“

 

Einen Hirsch zu spiegeln bringt noch keinen Jagderfolg.

 

Fazit: Keine Sensation, nichts zu motzen. So schliessen wir denn heute mit einem Song: „ hey, hey, hey, ther’s nothing left to say.“ Und über den Amtsinhaber sagen wir schon seit Jahren nichts mehr.

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