Die Sünnali-Analüse

Ich fürchte immer mehr, dass ich in Wahrheit zu dumm bin, um zu merken, dass ich gar keine Probleme habe…wie ist das dann erst mit den SVP-Sünnalianbetern?

Wir sind ja eine Nation, die sich in ihrer Kleinheit gemütlich macht. Guatso. Mit Fondue, Neutralität, Souveranität und Röschti (also nicht dem Bundesrat, aber auch…) kann man doch gut dahinvegetieren.

Lieber diese beschissene Gemütlichkeit. Genug zu futtern, warme Stube, Ruhe.

Konservative Vollpfosten, die jede Veränderung ablehnen sind ja auch sonst im Kommen. Die Höckes, die Trumps, die Orbans und einige SVPler.

 

Wenn wir nur recht rechts-schweizerisch an die erfundene Vergangenheit denken, geht sie uns nicht verloren.. gell, Bingo. Oder Martullo.

 

Ich frage mich immer mehr, ob es vielleicht einen Bereich gibt, in dem Bodenhaftung in Verblödung kippt. Aber Kipppunkte sehen die sowieso nicht. Was soll den Klimaschutz, wenn man selber genug zu fressen hat…Was sollen den fremde Gerichte, fremde Vögte, wenn man doch weiss, dass man immer recht hat…(Den Schweizer Seniorinnen sei dank, dass man auch darüber nachdenken kann.)

 

Damit es uns gut geht, muss es anderen schlecht gehen.

Neu haben sie etwas gegen das Impfen (jaa, pickt jaaa). Oder die 10 Millionen Schweiz als Alternativlosigkeit…Das haben die echten Schweizer erfunden wie Ricola.

Mit den Millionen gehen sie auch um, wie in der Lotto-Werbung. Der Ex-Finanzminister der meist „kei Luscht“ hatte, verwechselte fast wollüstig in Abstimmungsvorlagen einige Finanzzahlen…irrtümlich.

 

Dabei forcieren sie das Backup-Territorium für irgendwelche Fluchtgelder, Fluchthäuser, für Fluchtpsychopathen mit viel Geld…Damit sie durch ihre Sicherschweiz kurven können wie in einem Goldfischglas..

 

Sie wurschteln mit diesem pseudopopulären Querulantismus gemacht von Schlauen für Dumme. Gute Verkehrungen als Propaganda und Machttechnik. So entsteht eine Kultur,  in der alles immer gleichzeitig beides sein kann. Gleichzeitig wahr und falsch. Wie die Lügen-Kampagne gegen das Stromgesetz.

 

Sie fliegen halt auf das Märchen der Schönpolierten, der Glitzer-Schweiz. Als Schand-Fleck im landschaftlichen Dekor sehen sie eigentlich nur das linksgrünversiffte Zürich, vielleicht auch noch das pharmaweissparanoide Basel.

Ihre Kliffhänger sind im wörtlichen Sinne die Selbsternährungsstrategie  (also die der internationalen Konzerne), die Remigration (also die der Ausländer, die raus sollen) und die nichtkontrollierbare Woke-Küche. (Also nicht die asiatische.)

Aha, das Problem sind doch nicht wir. Die Zuger und Genfer Rohstoffhändler sind doch Normalos. So wie … die Normalität, mit der wir den Kongo u.a. ausbeuten…

Und wie Kinder, die etwas nachäffen, das sie nicht begreifen, begreifen sie dann auch den Nicht-Klimaschutz.

(Der Matter ist doch Top-Oekonom-Banker, also hat er recht. “ Einer von uns muss schliesslich Geld verdienen.“ Die anderen beziehen ja nur Landwirtschafts-Subventionen.)

 

Guat, weiss man ja, seit Bourdieux: Je geringer die Unterschiede innerhalb einer Gruppe, desto tiefer werden sie empfunden. Die Schweiz tief demokratisch, hat demokratielogischerweise nur kleine Differenzen. Die werden dann manipuliert.

Sie haben die angeborene Dörfler-Furcht in ein solides neokapitalistisches Stadt-Format gebracht. Jede Mehrdeutigkeit macht die ja nervös, so wie bei Nemo (woke und nichtbinär). Kompatible Neurosen wie die oder alternative Bedeutungsuniversen sind gefährlich.

Ja, weil, wenn man nie Zug fährt, hat man am Zugerberg Angst vor dem Dichtestress.

 

Sie können wohl nicht mehr Komplexität aushalten. Sie lösen unsere Probleme nicht, sie wollen uns an sie gewöhnen. Ihre Bauernstrategien sind schlau. Irgendetwas machen und dann schauen ob’s wächst. Diese Bauernschlauheit der Enthirnten, ein Relikt der Vergangenheit? Kaum.

Nicht unbedingt: Die wissen ja sehr gut, ein Stück Schweizer Land müsste man sein, ist immer mehr wert. Weil man  damit sehr viel Geld allein durchs blosse Existieren verdienen kann, man könnte das Atmen darauf in Rechnung stellen. Und sie verstehen es gut, sich so darzustellen als ob sie nie als Schmetterling gelebt hätten, immer nur als Raupe.

 

Motto: Immer mal wieder „LIEBER DAGEGEN“. Das Oszillieren zwischen Morgarten und Brüssel. Lieber dagegen. Die EU ist die Teufelsbrücke für ihre umfassende Weltwahrnehmung. Die Schwyzer wissen ja vom Steuervermeiden: die haben gute Buchhalter und gute Märchen zum Erzählen, schummeln gehört dazu.

Meine Güte. Bitte verzeihen Sie die Abschweifung, die Unterbrechung.
Da sieht man augenfällig was 200 Jahre fossil-neogierige Wirtschafts-Überflusssteigerung alles hinterlassen hat.

Sie widmen sich eher den Symbolen der Habgier als der Traditionsgemeinschaft. (War aber wohl nicht immerso im Muotathal.)

 

Sie wollen die Schweiz ja nicht mit einer Kugel töten, eher peu a peu mit dem Traktor in hauchdünne Furchen schneiden. Um am Schlusse alles zu ernten. Zusammen mit Putin, dem geliebten Führer Köppels. Der weiss ja immer die falschen Sätze auswendig, wie die AFD-Weibel: „Die SVP Schweiz ist unser programmatisches Vorbild“.

Wie in der Muppetschow: Der Aeschi mit seinem Sure-Schtei, immer nur Mundwinkel unten. Das Gesicht leer wie eine ausgeplünderte Registrierkasse.

Mit im Bunde: Der (profitierende) weisse Ritter mit seiner unendlichen Zweckkette des Armen-Bauer-Narrativs. Dies mit hochweinerlicher Patientenstimme und Selbstbestätigungsgeilheit und einer jeden Widerspruch unterbindenden Bure-Biederkeit. Das bringts wahrscheinlich schon auf dem Lande: Keine fremden Vögte.

Eben heimalig und warme Stube, und gnuag z’ässa.

Eben: sicher in der Komfortzone bleiben. Und Landfrauenküche und Ländler. Darum darf man doch Nitrat und Pestizide in den ausgelaugten Boden einbringen, und dann merken, dass man auch noch umkippende Gewässer zu reinigen hat.

 

Das Blocher-Gen ist zwar aktuell eh irgendwie alt und flüchtig wie Kohlensäure. Trotz seiner beachtenswerten Lebensüberlänge. Ihm folgen ein Heer von abgewrackten Möchteimmernochgerns. Momol, Nachwuchs haben sie immer noch genug. Viele Junge wollen mitfuttern an dieser Steigerungslogik. Alle mit denselben Hallunzinationsproblemen.

Man spürt doch noch des alten Blochers Vibes in den Ruinen. Und erst seine Tochter. Was ist in so einem wulstigen, aufgeblasenen Doppelkinn wohl drin? Genügt wohl um Cheftyp, Chefgebaren, Chefgesicht mit Chef-Suit zu faken. Ab und zu höchstens etwas enttäuschte Hängebacken. Aber der BMI korreliert mit den Milliardenkontis.

Kurzum: eine feine Frau, die mit dem Besteck der autoritären Überzeugungskraft für Bündner Dorfmunis absolut attraktiv daherkommt.

GR wählt sie auch. (Alles irgendwie überhaupt noch nicht Next Level.)

Die Emserin hats zwar eher mit den Chinesen, händelet gerne mit ihnen. Einmal um den Reis schleimen- einmal um den Pudding ist wie einmal um die Welt. (Einfach – ohne Menschenrechte).

Sie wirken  geistig so wie ein zernagtes, muffiges, durchfeuchtet wirkendes Altgebäude mit Renovierungsstau. OK, das Romantische, sprich Verfallene, Kaputte, Vermoderte wird einfach mit peinlich-lustigen Heimatschlagern übertont. Seelenfängerhymnen. Ein schwer säuerlicher-ranziger Geruch bleibt in der Luft. Heimatgefühl wie eine künstliche Aufback-Pizza. (Jetz hämar d’Anal-üsa!)

 

Gross proleten genügt. Alles haarklein lügen, Kleinklein-Denken, andere kitzeklein machen–genügt. Und dann reden sie noch immer grossspurig in der bei ihnen beliebtesten Zeitfom:

Dem Stussquamperfekt.

 

 

 

 

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Gefragt: ein Neuaus-MISTER

Manche Populisten meinen, Politiker seien stark überschätzt. Unsere nicht.  In vorauseilender Zusammenarbeit mit den Behörden widme ich deshalb diesen Blog den Churer-Wahlen vom Juni 24.

Nüt für unguat, dieser Wahl-Porn turnt mich schon an. In meiner Heimatstadt Chur ist Behördenwahl. Und zwar die wichtigste: Exekutive, Stadtpräsident und zwei Stadträte.

 

OK. Befindlichkeit. Das Vorwort.

Mir kommts vor, als befände sich die Stadt in einer gläsernen Schneekugel, in der ab und zu etwas aufwirbelt, aber sonst nichts nennenswertes geschieht…

…(die neue Brambrüeschbahn kommt eh erst in etwa vier Jahren– und die Stadtarchitektin würden wir ja eh nicht brauchen?).

Eigentlich ist es ja so, wie wenn man in der Migros-Vitrine zwischen abgelaufenem Mohrenkopf und abgelaufenem Erdbeertörtli  wählen kann.

 

Das ist die Nuance, die über diesen Wahl-Porn entscheidet. Von dieser Patisserie wird man ja auch nicht wirklich satt. – Diese durchaus erregungsfreie Choice im präelektoralen Schwebe-Zustand ist vergleichbar mit dem Fruchtwasserfrieden vor unser Geburt. Also alles in Tiefenentspannung.

Erheiternde weitere Deutungsvorschläge stehen  Dir da absolut offen.
Und Vulgärdiskurse wie an meinem Seniorenstamm sind dann doch meist etwas einseitig.

Normalerweise präsentiert die FDP den Big-Manatschment-Blender. Das sind wir gewohnt vom  bisherigen Stapi. Weiss nicht ob auch der Nachfolger, Meuli ? (Ich mag ihn, aber kommt bei der FDP je etwas guates.?)

Marti, hat es ja mit seinen Journalisten-Freunden, der chronischen Südostschweiz-Begleitstaffel geschafft, dass niemand bemerkt hat, dass er eigentlich nur der etwas unbeholfene Hüsli-Dealer mit Buchhalter-Image ist, Mindestens nicht-bluff-affine Gruppen habens längst bemerkt. Eben, er mischalt halt dies und das.( Nur der Journi Durband spuckt ihm ab und zu in den Brei…)

Und am Ende wars ein Politiker-Leben. Mit einer Aura wie angelaufenes Altgold.

„So sad“ würde Trump sagen. Und Hemingway würde nach dem Abgang des Stapis schreiben: „Nichts geschah. Der Fisch schwamm einfach davon und der alte Mann bewegte ihn keinen Zoll nach oben.“ – Das ist  alles so natürlich wie der Lauf der Plessur, die ja unten in Chur auch stark begradigt wurde.

Manchmal kommts mir so vor, als würden wir darüber abstimmen, das schwächste Schaf die Herde hüten zu lassen. (Immer noch besser als wenn der Wolf das tut.)

 

Damit wären wir bei der Volchspartei- Guat, ich lebe ja nach dem Prinzip: Lebe so, dass die SVP was dagegen hättte. Die von dieser Partei Vorgeschlagenen zähle ich immer seeehr subjektiv zu den abgeschlagenen. Also nicht erwähnenswert, mindestens deren Assets.

 

 

Die jetzigen Amtsinhaber mit ihrer bleiernen Biederkeit, Ausführlichkeit  und ihren schamlosen Wiederholungen scheinen gesetzt. Der Ambitus der Töne lässt sich auf einer Skala zwischen überhöhtem Seufzen und Anmache-Brüllen anordnen.

Der geheime Wunsch: Unsere Leader müssten aussehen wie ein bisschen Clooney mit einem Schuss Andrea Zogg…oder wie Cate Blanchett mit einem Schuss Heidi. (Guat, wir wären ja jede(r) Einzelne besser geeignet als Bundesrat?)

 

In der Skala der Harmlosigkeit liegt er ganz vorn: Patrick Degiacomi. Eine SP-Aufheiterung in rot, ist aber auch nicht das gelbe vom Ei. Er trabt wieder an, so wie er dem Stapi nachgetrabt ist. Hat wohl in dessen  Fahrwasser recht überkomplexe Abläufe mit unterkomplexen Problemlösungen bevorteilt.

Oft geht das so wie die typische Lüge unsere Zeit: im Fall eines Druckverlustes würden Sauerstoffmasken von der Kabinendecke fallen. Das proleten sie auch meist. Merkt ja niemand, oder erst wenn’s zu spät- wir Schweizer sind ja auch eine Schlaf- und Beruhigungsmittel-Nation.

 

Und dann haben wir (endlich) auch eine Frau. Maissen  aus der Mitte. Stapi-Nachfolgerin? Die bewegt sich leider auch wie ihre Vor-Männer, bei Personalentscheiden, bei Quartierplanungsmischleten. Solange sich Leute finden, die bereit sind das Nichtmanagment als Management zu bewundern, ist für den Fortgang des Spiels gesorgt.

Weil es den Menschen irgendwann zu blöd ist, in Schafsdärmen nach Anzeichen für den Verlauf der Zukunft zu wühlen…hat man jetzt so Planungsmodule wie die Open-Quartier-Zukunfts-Workshops. Chur West. So als Demokratie-Mäntali, die dann dazu dienen den undurchsichtigen Immobilienspekulanten eine Grundlage für ihre Deals mit der Stadt zu liefern.

Diese Kassen-Mentalität bruucht ja auch immer ein Mäntali.

 

Guat, es braucht ja auch eine politische Nahrungskette. Und die hoffen sie nun am Leben zu erhalten.

 

Wir Normalos blicken dann oft auf zum Unbegreiflichen. Man macht sich hinreichend klar, wie schnell Menschen bereit sind, das Wirken höherer Mächte anzuerkennen, sobald wir etwas nicht tschecken.

 

Wie in der Kulturpolitik Churs. Dort wurstelt am obersten Zipfel der Nahrungsverteilung seit Jahren ein verhinderter Jurist mit Autospenglerbetrieb. Und so wie bei den Spenglern kommts dann auch raus. Vieles wird geradegebogen.

Meist kommt dann so seltene Dummheiten raus, so wie man seltene Erden sagt, oder „Big Air“, oder ein Pseudo-Wettbewerb für den Arcas, wo dann seltene Nichtentscheide (oder heisst das Nicht-Ernstscheide?) entscheiden.

Resultat: Gernegrosse, zurechtgequetschte Kultur-Schmalspur für Chur.

 

(Höre ich jetz die Bildungsbürgr schon die Nase rümpfen?)

Triviale Unanständigkeit (nehmen wir mal an, diese Immo-Deals)  oder gewöhnliche Dummheit (wie die sogenannte Wirtschaftsförderung des sogenannten Wirtschaftsförderers) erkennt jeder doch auf der Stelle. Man fällt sein Urteil dementsprechend. Doch wenn sich die Dummheit, die Sauerei,  im Rahmen eines Systems der Bedeutsamkeit als Beitrag zur Fortsetzung der Governance präsentieren, liegt Resignation in der Luft. Oder einfach Gleichgültigkeit.

 

 

Guat, es ist März. Die akkurat choreographierte Zudringlichkeit der vorgeschlagenen Adoranten geht ihrem Höhepunkt entgegen.

 

Ein Akt der kollektiven, kognitiven Notwehr drängt sich auf: Simon Gredig.

 

Weil wir selber merken, dass alle den gleichen Stuss reklamieren, (aber etwas anderes meinen) könnten wir ihn doch wählen.

Gradlinig, offen, guter Typ, jung genug um diesen Schmäh nicht mitzumachen.

 

Anstand und feste Schuhe heisst es bei uns in GR… In seinem Falle sind es Bike Schuhe. Passt zu Chur. Und dass er nachhaltig denkt, hat er bewiesen.

 

Wir könnten ihn zum Neuaufmischler, Neuaus-MISTER

befördern…

 

Mindestens die Glaskugel etwas schütteln könnten wir schon, es muss ja dann nicht unbedingt im Juni schneien. Für’s Big Air im November wären wir dann schon froh.

 

 

 

 

 

 

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Singsation

Wenn man am Montag noch so ein Chorlied vor sich hinsummt, im Streaming die Songs nochmals sucht, die Namen der neuen Chöre im Netz googelt. – Dann ist das Schweizer Chorwettbewerb. Anfangs Februar in Chur. Viele begeisterte Sängerinnen und Zuschauer. Nur in Chur hat’s niemand so richtig bemerkt…obwohl doch auf allen Plakaten und Panels „Singstadt Chur“ stand. (Die SO Media hat’s auch sehr bewusst unter der Nebelgrenze gehalten, schliesslich war RTR der Mediensponsor)

Als Nichtsänger hab’ ich den ersten Schweizer Chorwettbewerb intensiv miterlebt, so um die 20 Chöre gehört. (Ich singe immer noch wie eine Nachtigall mit Zahnschmerzen.– Hätte vielleicht rechtzeitig Gesangsuntericht nehmen sollen…)

Feinsinnigkeiten gibts ja in Chur meist eher im Theater. FeinSINGigkeiten diesmal at it’s best.

In den Kirchen, in der Postremise und ja auch im Theater Chur.

Miterlebt wie einige Hundert Schweizer zusammen „la sera sper il lag„ sangen. Freude, Flow, Flavio. Bundi heisst er, der RTR Chefredaktor, der total gekonnt und locker einen souveränen Finalnachmittag moderierte. Multilingual und zehnmal entspannter als meine verkrampfte Boomer-Generation in komischen Kravatten: OK-Präsident, Kulturregierungsrat, und Kulturstadtrat auch auf der Bühne am Schluss – (Das gute Lied vom Fremdschämen gibts’ glaubi nit.) Dieses Alt-Backen-Trallala. Nix fröhlich schwingender Sopran. Gesichter wie bei einem inneren Rammsteinkonzert.

Das hatte ja fast etwas Religiöses, was die Stadt Chur da zelebrierte, veranstaltete, verunstaltete. Zuerst war die Vertreibung und dann haben sie das Paradies erfunden. Zuerst wollte Stapi Marti nichts wissen von so einem nichtwertschöpfenden Konzept „Singstadt-was?: „ Bringt nichts“, so sein vor Jahren offensichtliches Abknallen. Man vertrieb die Chöre samt ihr Chorcenter vom Arcas. „Das Konzept“ sagte er mir persönlich vor etwa drei Jahren, das sei so „eine selfulfilling prophecy, wishful thinking“. (…wahrscheinlich ein Begriff aus der Immo-Dealer Branche?)

Da hätte man am Liebsten rechtzeitig Abgesangsunterricht genommen.

Sie sagen zwar, dass man auf der Jagd immer gegen den Wind arbeitet. Sie sind dann ja alle Jäger, wenn sie gewählt werden wollen. Aber manchmal muss man gegen den Wind singen, den Wind nicht mehr im Rücken haben. Das sagten sich auch die Churer Chöre mit Christian Klucker, Heinz Girschweiler, Gian Reto Trepp …….sie würgten sich einige Jahre gegen den Wind. Und dann kam der so typisch politische Beflissenheits- und Rechtfertigungswettbewerb der Stadtbehörde „ miar sind doch alle Sänger..“ Als wollten sie die Partituren bekehren…

 

Und im Februar 2024. Beieindruckend auf welch hohem Niveau. Heidiheidahalloaahwiaguat. Bunischem. Guat, mit Liedern kann man vielleicht auch die Puderschicht von der Realitätsoberfläche der Churer Kulturpolitikblase blasen. Chur-Chor. Ein groooooser Chor?

 

„Reverse snobbery“ nennt man das – Man kann sich natürlich auch wie das Bildungsbürger-Establishment Distinktion erkaufen durch die Origen-Zuckerbäcker-Religion. – Oder wie  an diesem Weekend, eben umgekehrt snobistisch, auch einfach hören was so kommt, kreuz und quer Chanzuns, Canzoni, Chansons und lauter schöne Lieder hören…triviales bis erhabenes.

 Laudate bis Guggisberglied. Bach bis le vieux chalet. Ein Erweckungserlebnis, man war singing high.

 

Bei mir eine Vorkehrung gegen den Altersstarrsinn.. (der kann ja auch bei Chören…)

 

Ich bin ja so ein Turnveteran- war also in meiner Jugend an X Turnfesten, wir sind am „Schweizerischen“ im Handstand hinter den Trams gelaufen und haben an mancher gut besoffenen Ansammlung von studierten Reckturnern mitgegrölt. So war die Stimmung auch in Chur. Nur ohne Handstand und ohne Alkohol. Aifach Tschent.

(Aufgeräumt haben die Bündner eh. Incantanti, Consonus, Ligia Grischa….gratulesch. Und unsere Tochter, beim HeartKhor Zürich, auch ein Bündner Destillat, die haben sogar unerwartet abgeräumt. Kat A1 mischedads, 1.Rang – me proud, superbgia)

 

 

Wenn ich jetzt Churer Normalos frage, was dann so churereignisreich gewesen anfangs Februar: Nur Zögern. Man weiss nicht. Ich sag dann, ihr habt was verpasst.

Oder wie singt doch Patent Ochsner: „warum söttemir öppis vermisse, wo mer nie hei khaa.“

 

 

 

 

 

 

 

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