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g-schtapi

 

Fast hätte ich dies auf den Estrich meiner Erinnerungen geboxt. Die Stadt Chur und ihr Stapi. Ich glaube es ist Zeit, meine  Geschichte doch noch zu erzählen.

Die Stadt Chur schrieb vor mehr als zwei Jahren einen Wettbewerb aus für das Haus Arcas, das als Stadtbibliothek gedient hatte. 42 Eingaben wurden juriert, von Organisationen und Institutionen. Viele Gratis-Arbeitsstunden investiert. Jeder Laie kann abschätzen, dass ein Altstadt-Gebäude dieser Grösse und dieses Alters unter Denkmalschutz, mit baufälligem Dach, veralteten Behinderteneinrichtungen schon etwas Bau-Aufwand verursachen kann. 2.8 Mio. Aber das stellte die Stadt Chur erst ein halbes Jahr später fest. Die Wettbewerbsteilnehmer mussten zwar davon ausgehen, das dies im voraus geklärt war…Ja, in der Stadt Chur läuft vieles so: Zuerst die Operation und dann die Narkose…

Der Stapi. Er ist ja kein Schlimmer, darum ist es so schlimm. Er tummelt sich gerne im Hochpreissegment der Wünsche, gackert halt immer, bevor er Eier legt (meinte ein Churer Politiker): alles so m-arti-ficial. So ein Wohlfühlschausteller und Wirtschaftsförderungs-Bauchladenbetreiber. Das Bild das er sich von sich selbst macht, ist mindestens so hehr-bossig-pseudo-managig wie er sich fortschrittlich vorkommt. Gut, die meisten merken’s nicht.

Er gackert immer bevor er Eier legt. Und er merkt nicht, dass er eigentlich die Sollbruchstelle ist.

Nach der katastrophal entwickelten ersten Churer Sportvorlage für die Obere Au hat er gelernt. Er hat noch mehr teuer bezahlte Gutachter und Berater engagiert. Und wir haben daraus gelernt, wieviel schlecht getarnte Führungs-Ungeheuerlichkeiten voller Ausflüchte möglich sein können.

 

Zurück zu besagtem Wettbewerb: Die drei Siegerprojekte wurden mit viel Brimborium vorgestellt. Das Forum Architektur, das Kindertheater Zapperlot und das „Haus der Chöre“.

Unser Projekt „Haus der Chöre“ basiert auf sehr vielen Team-Arbeitstunden von profilierten Persönlichkeiten aus dem Kulturbereich. Zusammen mit erfahrenen Projektmanagern und Betriebswirten wurde gratis ein machbares Projekt für Chur erarbeitet. Mit Businessplan, Entwicklungsplan und sogar Wertschöpfungstudie – mit Anlässen, die bis zu 2 Mio. Umsatz in der Stadt Chur generieren könnten. Schweizer Chorwettbewerb, Europa Cantat, Chorparade. Es geht ja um mehr als nur Musik. Es geht um eine für Chur einträgliche Vision: die „Singstadt Chur“.

Die singende Stadt kann für die 20 Chöre in Chur und darüber hinaus prägend sein – ein vielzitierter Leuchtturm eben. Mit beachtlichen Möglichkeiten zur touristischen Belebung sowie mit Wertschöpfungspotenzialen für die Churer Altstadt.

Zuerst getrauten wir uns auch kaum, was gegen die Stadt zu nölen (es könnte ja auf uns zurückfallen, der Backfire-Effekt ist auch in Chur bekannt: wenn klare Fakten das Projektbild des Stapis in Frage stellen, ist es sogar kontraproduktiv sie zu erwähnen.) Wie gesagt, er ist ja kein Schlimmer. Schlimm ist nur was dann angerichtet wurde: in jeder Besprechung ein Experte MEHR,  externe und Baufachleute…Kurz Bürokraten-Taten. Man konnte es mal zu mal förmlich hören, gesungen vielleicht von einem Kastraten: S-I-N-G-S-T-A-D-T Chur…etwas kata-stratig.

Im Sommer 2018 erfuhren wir dann von unseren Projektkonkurrenten „Forum Arcas“, dass der Stapi ihnen das Haus bereits versprochen hätte. Nun gut, als wir uns per fon informieren wollten, was da los sei, erfuhren wir vom Stapi zuerst (wörtlich) „ dass unser Projekt eher als Show gehandelt werde, wir seien Träumer…und glaubten wohl an die sich selbsterfüllende Prophezeihung….“. Gut, kann man als Stapisprech abtun, er gilt auch nicht unbedingt als Kompetenzgranate…rennt halt eher in einem andauernden Repräsentationsmodus.

Wir wurden eineinhalb Jahre lang mit dossierlockeren Beamten-Moves abgespiesen. Irgendwie fühlten wir uns unterlegen wie die unterste Gurke im Einmachglas…

Voraus-Höhepunkt war ein pseudoakademischer Workshop an der HTW (Kosten mindestens 10’000 Fr.) Den mussten wir auch noch überstehen …wir nennen das AA (Arschabdeckungs-Massnahmen), absichern, durch politisches Projektentwicklungs-Unvermögen und falsche Marketingblendung manipulierte Realität. Alles dafür mit Partizipationsfolklore (auch Leute mussten mitmachen, die schon zig Konzepte entwickelt haben…) aufgemuntert an die Churer-Produktion von touristischen Weltwichtigkeitsgefühlen zu denken…

 

„Wir nennen das AA (Arschabdeckungs-Massnahmen), absichern, durch Beratungsstudien und workshops…“

Die Fortsetzung der Soap dann im Gemeinderat: der musst erst mal 2.8 Mio für den Umbau des „Haus Arcas“ genehmigen, was er getreulich tat. Schliesslich hörten die munkeln, dass dies mal ein doch erfolgsversprechendes Projekt mit guten Wertschöpfungsaussichten für die Altstadt sein könnte (das was zwar nie so genau kommuniziert wurde). Der Schweizerische Chorwettbewerb war ja inzwischen in Chur als Anlass gebucht, Europa Cantate kam dazu; Anlässe bei denen sich jeder Tourismusmanager die Finger schleckt. Dazu wurde von uns das Konzept „Chur-Sing-Stadt“ ausgearbeitet.

 

Dann hat seine Strategie vielleicht einfach einen Fluchtweg gefunden…an der nächsten Sitzung wurde uns eröffnet, dass das Haus eh nur 50 Personen aufs mal einlassen könne (Brandschutz, ist verständlich, nur wieso erst jetzt?). Diese Horizonterweiterung im Herbst 18 ist wohl eher auf akute Horizonterweiterungs-Allergie mit Terminchaotis seitens des Stapis zurückzuführen.

Gut, eines muss man ihm lassen: er kann den Bierschaum des politischen Stammtisches recht gut vorausassoziieren und runterregeln auf den verträglichsten Stimmungsgrad und führt uns doch immer wieder vor, wie man Stadtmanager und Durchsetzer spielen könnte…Wenn man genauer hinschaut, merkt man schnell: eigentlich ist er nur ein Einmann-Choral.

 

Alles im Grünen. Dann aber noch eins drauf. Uns wurde dann noch plötzlich mitgeteilt, das Haus der Chöre müsste auch im obersten Stock den anderen Sieger, das Kindertheater „Zapperlot“ beherbergen…Gutso, nur wurde es plötzlich sehr eng  für die rund 15 Chöre, die da mitmachen wollten, und für die auch nur noch zwei grössere Räume zur Verfügung standen….Martinismus ist offenbar die krankhafte Unfähigkeit mit seinen Bürgern Projektentscheide fakten- und menschenverträglich zu entwickeln.

 

Die Stadt Chur hat das nicht interessiert. Inzwischen wurde eine Konzeptstrategie ausgearbeitet für die Eventbetreuung der Stadt Chur. Jährlich 400’000 Fr. Personalkosten. Das nenn’ ich kognitive Dissonanz: man rationalisiert, indem man behauptet, die Trauben an die wir nicht heranreichen, seien sowieso sauer…

 

Anschliessend fand auf unseren eingehenden Wunsch eine Projekt-Eröffnungs- und Koordinationsbesprechung statt…wo wir darauf hinwiesen, dass wir künftig auf Augenhöhe im Projekt involviert sein möchten, frühzeitig erfahren möchten, wie die Stadt denkt und vor allem auch Aktennotizen über den Projektfortschritt wünschten.

 

Wieder ein halbes Jahr danach die Erkenntnis: WIR WURDEN REGELRECHT NIEDERGEGART. (Sagt man in der Fleischkunde) Hat sich da das alte Schlachthaus auf dem Arcas eventuell reinkarniert? Obwohl wir zwischenzeitlich nur auf den blinden Fleck der städtischen Projektentwicklung hinweisen wollten, wurden wir kaltgestellt; dies geschah dann allerdings ohne allzugrosse Reflexionsdämmerung seitens der Stadt Chur.

 

Nur nebenbei: Klucker ist Chorkultur – vom Besten. Und dies in der ganzen Schweiz und darüberhinaus. Der Chorleiter verschiedener Chöre, auch der Europameister „Incantanti“ hat eine riesige Ausstrahlung, im Marketing unbezahlbar. Das hat aber die Projektleitung um Marti nicht interessiert; wichtiger sind Abläufe und Umbauten.

 

Der Ursprung des Worts „choros“ liegt im Wort „chorar“, weinen…
Vielleicht ist das auch zum Weinen.

 

Es mag ja oft gelingen, die Stimmbürger über den Tisch zu ziehen…Ich frage mich nur: macht der das immer so?

Wie gesagt er ist kein schlimmer. Er kann angstfrei durch die Churer Altstadt trotten, weil mindestens 50 Prozent nichts gegen ihn haben. Weil viele sich so den idealen Mann für die Stadtdemokratie vorstellen. Seine Mittelmässigkeit macht ihm beim Wähler zum Sympathisanten….heruntergeregelt auf den verträglichsten Stimmungsgrad kann er seine Kompetenz-Vortäuschungs-Kompetenz gut verkaufen.

Guat, ich möchte ja kein Opfer sein…nach einer fundierten gruppendynamischen Analyse dieser Behördenkonstellation habe ich mich entschieden, dass der Stapi  die Wertschöpfungskompetenz von Chur ab sofort ohne mich steigern darf…moinz und tschüss. SchADE.

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wutmanagement

 

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In Meetings bin ich oft der Störi und Frager-Rüpel. Wer mich überhaupt einladet, erklärt meist zu Beginn, dass er mal „einen advocatus diaboli“ miteingeladen hätte. Und dann, ja, man will ja nicht immer verlieren, dann mach’ ich manchmal auf freundlich, aber nur selten.

Guat, ich hab’ ja eh eine angeborene Art sofort und direkt auf was loszusteuern. Doch denk’ ich mir oft: „wenn ich jetzt statt zu lächeln zu knurren anfinge? Dann erwärme ich mich am Gedanken, am Protest, meine Stimme fängt Feuer und flammt auf.

Deshalb bevorzugen sie so eine Gebrauchtluft-Atmosphäre, mit Ungefährem, Halb-Batzigem,..

Bei Schweizern ist das schon ein Alarmzeichen, sie haben so eine vordergründigabsichtsloses- und auf-lauwarm-trainiertes Nicht-Stör-Narrativ in sich. Sie wollen oft glauben, dass wir am Tisch dann glauben wollen, sie seien objektiv – und schauen dann lieber durch ihre Finger. Schliesslich lernen sie das bei den Schweizer-Vorbildern, den Bankern. Die wissen, dass man sich im Grunde genommen ein ganzes Volk mieten kann. Und als Zulieferwerk für alle möglichen luschen Umgehungsgeschäfte sind wir ja Master of the Universe.

Hat sich bewährt. Wir können uns nicht beklagen, wir haben fast alternativlos eine der besten Demokratien der Welt und eine Versorgung mit irdischen Gütern, die fast biblisch ist. Aber bei der Bibel stimmt ja auch nicht alles was man so liest.

Da denk ich mir dann: „ Soviel arschkriechen, die haben sich bloss gärn, weil sie Geld gärn haben – oder auch irgendwie geliebt werden möchten.“ Aber das könnten sie sich ja mit dem BMW, der Rolex oder mit der zweiten Ehefrau kaufen. Sie bevorzugen lieber so eine Gebrauchtluft-Atmosphäre, mit Ungefährem, Halbbatzigem, vor allem weils ja weniger emotionale Arbeit bedeutet. Man soll nicht immer drüber reden.

Und wenn dann an so einem Meeting jemand offensichtlich gefickt wird, und er merkts nicht, weil er immer so harmlosigkeitstrainiert vor sich hindöddelt, kommt dann mein innerer Deutscher raus. – Ich weiss nicht wieso, kürzlich sagte ein deutsche Regisseurin, in der Schweiz domestiziert gesegnet mit germanischer Analysekraft: „Im Kern musst du ein Deutscher sein, ich kenne nicht viele Schweizer, die so gradlining drauflosdreschen…“

Obwohl trainierter Stoiker, kann ich mich dann nicht entspannen. Weil die Welt verändert werden soll…bei soviel Ökologie-Desaster, soviel Ungleichheit. Die Welt entspricht noch nicht den Idealen einer gerechten Gesellschaft. Also Motzen, konstantes Lernen und konstante Wachsamkeit.

Undja, “ es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft angepasst zu sein“, sagte Jiduu Krishnamurti. Und eben (das wissen ja auch nicht soviele): die Bezeichnung „sonniges Gemüt“ war eine der häufigsten Floskeln bei Todesanzeigen von SS-Leuten.

Nimm doch dein Benzin, dein Diesel und füll’s Dir in den Arsch. Wir wollen auch in 50 Jahren noch atmen, nicht nur an Eurer Gebrauchtluft, Eurer Gebraucht-Ideologie saugen..

Also suny-boy-mässig drauflos (hab‘ jetzt aber gar nicht an deutsche Geschichte gedacht) , denke ich mir da, wenn ich wieder einen höre (ja, es sind meist Männer), der uns einredet, ja raten sie schon?, der uns einredet, wir hätten schon vorher gedacht wie er, der nie denkt. Nein, nicht nur der US-Präsi. Auch der sonnige Röschti, harmlos schweizerisch, aber als Präsident der Swiss-Oil immer wieder seiner Scholle – dem Franken –verpflichtet.

Auch er will nur sein Volk mieten, wenn er die 18 Milliarden fossilen ausländischen Brennstoffe, an denen sich die Schweizer erwärmen, zu verkaufen hilft. Und ist untröstlich,  weil die Russen, Saudis und Nordamerikaner weniger Öl verkaufen könnten. Er heult dann von Bergen und Heimat bis die Gletscher nicht mehr können und zu schwitzen und auch wieder zu heulen anfangen…

„Nimm doch dein Röhöl, dein Benzin, dein Kerosin, dein Diesel und füll’s Dir in den Arsch. Unsere Enkel wollen auch in 50 Jahren noch atmen, nicht nur an Eurer Gebrauchtluft, Eurer Gebraucht-Ideologie saugen. “

Wir beugen uns aber in Ehrfurcht vor Eurer arschglatten Politik, Eurer Genialität uns auch faktenmässig zu bescheissen und die Jugend zu defamieren…. Eurer Tendenz  auch beim Tanken den rechten Arm genital-senkrecht zu heben. Enden wirds in  einer After-Hour Party für die Welt: buchstäblich von hinten werden wir genommen…und ehe der Hahn kräht bist du ein asthmatisches Grill-Poulet. Die Welt erwärmt sich ja gratis.

So, dass bin ich nun los

…mein nucleus accumbens wandelt Dopamin um in gehirneigenes Opioid. Gratis. Und wohltuend, liebe Schweizer…

Soviel hässliches Noradrenalin gönn’ ich mir dann. Und wenn ich das alles ausgekotzt habe, kommt das süsse Serotonin und das Dopamin, Botenstoffe für das Gute. Ein angenehmes Gefühl. Mein Meeting-Biorhytmus gibt mir  recht. Im Gegensatz zur einen Hälfte der Amerikaner brauch ich da kein Apotheker-Opioid, mein nucleus accumbens wandelt Dopamin um in gehirneigenes Opioid. Gratis. Und wohltuend, liebe Schweizer.

Wut kann auch zu Gestalten führen, nicht nur zum Zerstören – aber das hat man in der „Achse der Idioten“ im Umfeld der Corona-Krise, der WutWisser und BesserBürger wohl falsch verstanden.

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fein- das bündnersein

Gut, ich hab’ immer noch Muskelkater von meiner Tourismus-Karriere. – Fazit: Wir Bündner trotten doch so vor uns hin wie ein Trainpferd, das weiss, dass der Trainsoldat schon weiss wohin, und dass der Hafer ja bereit steht und regelmässig vom Bund bezahlt wird. Wir sind halt geübt in der heiteren Gleichgültigkeit des Fortschreitens und Vergehens. Segantini hat uns das vorgemalt.

Es gibt so unheilbare Gemütskrankheiten wie das Bündnersein. Das ist ein eigener Topos. Da pocht einem einerseits diese kollektive Erzählung, der eingeimpfte Stolz in der Brust und anderseits dieses brandige Gefühl von Wir-Merken-halt-Nicht-Immer-alles.

So auch anfangs Dezember: die PUK des Bündner Parlaments hat festgestellt, dass der regionale Polizeikommandant beim Fall Quadroni einfach ein Wurschtli war, der mitgemacht hat. (und seine Einsatztruppe wie im Krimi mobilisierte). Und der kantonale Polizeikommandant hat dann auch nichts gemacht. –Aber erst eine emotionale Dok von SRF über den Whistle-Blower  mit Informationen, die man grösstenteils schon über ein Jahr wusste, hat dann was bewegt: „ Wenn ich das gewusst hätte…“ Auch Regierungsrat Parolini, der das immer wusste, hat vor einem Jahr so knirschend entschuldigend reagiert. Jeder hat eben seinen eigenen Gral.

…man gestaltet das Sein nach seinen Vorteilen, oder Vorurteilen.

Moderne Steinböcke sind Seinsböcke. Man gestaltet das Sein nach Seinen Vorteilen oder Vorurteilen. So Bündner-Bauunternehmermässig oder Regionalrichtermässig…Dazu haben wir diese überlebensfähige Illusion der Unverwundbarkeit, wahrscheinlich bei der Jagd emotionalisiert. Die anderen stecken wir einfach in die Psychiatrie. Und ja, die Behörden neigen dann dazu bei obselbigem durch beigängerisches Betragen auch den Rest des Volkes etwas zu manipulieren. Das Schulbeispiel ist die jahrzehntelange Bergbahn-Berichterstattung: „ Wir hatten wieder ein wunderbares Jahr. Nur letztes nicht.“

 

Unsere Methode der Weltaneignung ist simpel. Bringt der was? Kann man ihn ausweiden, zuerst noch abschiessen? Die realen Bewusstseinsströme werden von der täglichen SO-Information gelenkt. Dazu gibts Wanderwegtafeln, Hirschgeweihe, Bautafeln und Calanda-Bräu Billboards. Die ergeben dann unsere Konsenswolke. Das Wunder der Nebensächlichkeiten im Prozess der Verpöbelung ist gemeinsamkeitsfördernd, wenn auch manchmal begleitet von gedämpften Korruptionserscheinungen. Stärkt das soziale Bonding wie die gemeinsamen Sorgen um die Tageskarten-Preise oder die Hirschabschuss-Quote.

Wir pflegen doch diesen Steinbock-Pseudovitalismus, diese gepuderte Naivität mit dem unser Bergblick zu „Positivem“ angereichert wird. Gemessen an der Bedeutung der Dinge werden wir tagtäglich von einer Heimat-Presse weitgehend unverhältnismässig mit Kleinlichkeiten beschäftigt. Die hecheln dann auf den Fussspuren des Populären irgendwelchen lokalen Vorturnern nach. Die wiederum sind immer bemüht etwas für’s Schaufenster der Öffentlichkeit zu tun, während hinten im Laden die entscheidenden Transaktionen laufen…diese wiederum werden gerne durch diskreditieren, einschüchtern oder etwas Druck unter dem Deckel gehalten.

Unsere Methode der Weltaneignung ist simpel. Bringt der was? Kann man ihn ausweiden, zuerst noch abschiessen?

Dieses neumodische FOMO-Gefühl, fear of missing out, haben wir ja gottseidank nicht, wir haben selten das Gefühl etwas zu verpassen. Meist haben wir immer nur ein Fenster geöffnet auf dem Hirn-Computer. Genügt. Unsere Anhedonie –also die vordergründige Unfähigkeit für Freude– können wir ausleben – oder als Beizer und 3 Stern-Hotelier auch zelebrieren mit einer „tschera“– a Grind macha.

Und wenn dann immer mehr die Zwischensaison gähnt, und zwar mit offenem Mund, gähnt auch das Denken. Wir sind meist nicht die Typen, die sich fürs Spazierengehen wie Robert Walser („über das langsame Verstehen beim Spazierengehen“) eignen. Eher fürs Biken und Hiken. Aber selbst da, gäbe es da mitunter in unserer wunderschönen Landschaft auch Wege durch die Höhen und Farben hindurchzusehen oder zwischen den Zeilen der Wegbeschreibungen zu lesen. – Machen wir seltener.

Eigentlich haben wir dieses Hygge-Gefühl, also diese dänische Wohligkeit und das Lagom-Verhalten, diese schwedische Mässigung schon längst vorher erfunden und verinnerlicht. Nur waren wir zu faul um das auch noch zu vermarkten.

Dieses neumodische FOMO-Gefühl, fear of missing out, haben wir ja gottseidank nicht…

Nehmen Sie jetzt meine pejorativen Zuschreibungen nicht ganz so ernst. Wir sind in vielem auch extra-ordinär. Zum Beispiel im Immobilien-Porn. Ausserordentlich erfolgreich und ordinär. Das kommt wahrscheinlich davon, dass unsere Vorfahren alle Wilderer waren, die lebten nach dem Motto, dass Wildereien solange Rechtens seien, wie sie selber darüber wachen, dass sie keine Nachahmer finden.

Darum werden wir ab und zu von der WEKO besucht, und nun untersucht auch noch eine PUK, ein Extra-Auschuss, die Preisabsprachen bei Bauprojekt-Offerten.– Wir haben auch den Effort-Justification-Effekt dazu erfunden, die selbstgestrickte Begründung für einen erhöhten Aufwand: international der Ikea-Effekt. (Weil wir die Möbel selbst fluchend zusammen gebastelt haben, sind sie uns mehr wert.)

Eigentlich interessiert uns nur das Nacheinander von  Schneesportzeit, Januarloch, Higa, Bikezeit, Jagdzeit und Pilzzeit…So etwas Geordnetes muss sein im Zentrum unseres Gefühls-Kosmos.

Dazu müssen wir mit dieser Landflucht leben, diesem potenzialarmen Tsunami, der so überraschend über uns her kommt. Niemand sah das kommen. Die Ahnen hatten eben keine Ahnung. Deshalb haben wir seit rund 50 Jahren auch Entwicklungskonzepte für alle Regionen in allen möglichen Extensionen. Das gilt bei uns für jede noch so biraweiche Regionalförderungs-Politik. Die selbst geernteten Früchte schmecken einfach am besten. Eben dazu haben wir die staatliche Regionalprodukte-Vermarktung überdimensioniert aufgepumpt. Das alles nach dem doch religiösen Prinzip einiger Biker: „Ich will keine andere Marke als Scott.“

Wir wissen, dass wir nicht nicht leben können, als hätten wir drei Erden im Kofferraum. Deshalb haben wir einige hundert hausgemachte Konfis, viele Vermarktungsorganisationen, viel Käse und alle möglichen Würste. Ein Krachermoment in unsere Kantonsvermarktung. Und dann kommt so eine Quadroni-Sendung und macht uns zu uu-bösen.

„Regression zur Mitte“, wer hat’s erfunden? GR. Wenn etwas nicht mehr viel schlimmer werden kann, warte es ab, dann kann es nur noch besser werden.

Das alles kann man natürlich auch etwas farbenfroher formulieren. Aber wir sind sowieso zuvorderst in der Gemütlichkeitsrangliste. Wie Sie lesen, bin auch ich das lebende Gegenteil eines Motivationsspruchs. Ein Meme. Ein animiertes GIF gegen diese Beglückungsideen.

Dazu passt das Abendgebet unter uns Senioren: Oben klar und unten dicht, lieber Gott, mehr will ich nicht. Unser Himmel ist doch oft klar, und die Informanten dicht, mehr will ich nicht. – Jetzt steckt nur noch ein verlegenes Lächeln in meiner Luftröhre.

 

 

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wohin guggt der Bock?

Sie können mich jetzt als Theoriehäuptling bezeichnen, aber diese Frage muss geklärt werden… Wohin schaut der Bünder Steinbock oder der Churer Steinbock auf dem Wappen? Immer nach LINKS. Das haben die Nationalrats-Wähler dieses Jahr auch noch untermauert…

Der Calanda Bräu Steinbock schaut aber nach RECHTS und aufwärts. (Kopf nach hinten) Gehört sich auch, dass ein globalisierter Konzern auf Rechts macht. Neoliberal oder so. Irgendwie.

Ist das jetzt etwas etwas zuviel an formaler Betrachtung unseres Wappentiers?

Auch die modernen Visualgestalter der Heineken Bräu haben dies bei der Überarbeitung des Calanda-Logos wahrscheinlich bemerkt: „wir brauchen eine dynamischere Variante !“(die haben jetzt natürlich nicht an Sehr-Alt-Nationalrat Campell gedacht). Guat, wir lesen ja auch von links nach rechts. Da soll der Bock halt nach rechts gucken, das ist doch ein geerdetes Narrativ in Graubünden, in Zeit, Ort, Schichtzugehörigkeit und poltitischer Absicht.
Geradeausschauen haben wir etwas verlernt. Gut, ist in diesem Falle auch grafisch etwas schwierig.

Wir geben wir ja auch gerne Geld aus, für Steinböcke, für TV-Spots. Um Zürchern zu zeigen, dass sie schon immer an den richtigen Ferienort gehen. Aktuell sogar promoten wir gerne, dass wir vor allam läband und denn no schaffand, vielleicht auch nicht so gerne schaffand.– „Tengg an dini Laiv-Bälänts.“–„Mampfa vor am Krampfa.“. Das sind dann willkommene Zusatz-Effekte durch Crossover-Argumente. Höchst modern.

Den Koran lesen die wenigen calandatrinkenden Asylanten aus dem nahen Osten ja von rechts nach links.

Gesichter sind in der westlichen Portraitkunst häufiger nach links gewandt, noch häufiger auch bei Männer-Portraits, weil der Mann als „vorausschauend“ gilt (oder schreibt man galt?) Nebenbei: Adam ist in 62% der Fälle zu Evas Linken positioniert.

Bei Arabisch oder Hebräisch sprechenden Menschen verläuft das ja umgekehrt. Die sind aber nicht so wichtig bei uns, meint die SVP. Die Calanda-Gestalter dachten wohl, wir machen’s einfacher: besser wenn der Steinbock nicht links rausschaut. Ins Nichts. Wie die Flüchtlinge.

Vielleicht haben der Kanton und die Calanda-Bräu auch kompromissbereit abgemacht, dass der eine nach links der andere nach rechts schielen soll…eine einfache Polit-Dialektik.

Ob wir auch von Links nach Rechts denken, wie beim Lesen, ist dann aber eher Kaffeesatzlesen. Auf jeden Fall politisch nicht, wir haben jetzt ja ein neues Nationalratsteam. Gottseidank hat’s nicht bei allen diesen postmoderne SVP-Doppelcodierungen gewirkt: „Volch“ schreien, und „völkisch“ meinen…zum Beispiel. Vielleicht haben der Kanton und die Calanda-Bräu auch kompromissbereit abgemacht, dass der eine nach links der andere nach rechts schielen soll…eine einfache Polit-Dialektik.

Wenn wir uns unser Wappen anschauen, dann ist das wohl die Iconisierung des Bündner Verhaltens: halbrechts in die endlose Wiederholungsschleife des Vertrauten. Stimmt. Das ist so die Selbstverständigung der Polis. Wie die Böcke heute mit Carbon biken, und sogar die FDP die Carbonisierung leicht hinterfragt.

 

Der Calanda-Bock hat den Kopf so witternd in den Sturm gelegt. Macht ihn natürlich sexier, man spürt fast wie er den Arvengeruch in der Luft wahrnimmt. Die Gestalter müssen das natürlich in so erdanziehungsferne Dimensionen treiben. Werbung muss übertreiben. Sie haben ihm also diese obligatorische New-Look-Rasur verpasst. So wie es die CVP dem abgeranzten Lombardi wünschte. Normal in der heutigen Marketingwelt. Der Bier-Bock steht abenteuerlich im Wind. Nicht wie unsere gemächlichen Bündner Stammwähler. Eher so wie ein Zug Monarchen-Falter auf ihrer Wanderung durch die Bier-Kontinente.

Unser geheimes Erkennungszeichen ist ja nicht der Steinbock. Eher der Stolz so sein zu wollen wie der Bock.

Keine dicken Trennungsstrich zwischen Bier und Kanton also? Eher schon intergalaktisch interferierende falsche Gedankengänge meinerseits? Naja, mal steinbockig gedacht: „Manchmal denke ich, es wäre besser, wenn wir überhaupt ganz dumpf und stumpf dahinlebten, denn dann würden wir wahrscheinlich an all den Widersprüchen und Ungereimtheiten unseres Lebens nicht so leiden.“, schrieb mal Nietzsche in Graubünden. Der hat wahrscheinlich an die Martullo-Wähler gedacht.

Als Generalausteiler von rechten und linken Haken. (ich boxe zwar meist nur Schatten..) muss ich dem nachgehen. Unser geheimes Erkennungszeichen ist ja nicht der Steinbock. Eher der Stolz so sein zu wollen wie der Bock. Und im Wappen vertritt er halt unsere sprichwörtliche Ataraxia, also die Gemütsruhe der Bündner. Patschifig aifach. Darwins Survival of the Fittest wenden wir nur auf Eishockey und Jagd an. Alles andere ist eine neodarwinistische Auffassung von zweifelhaftem Wert. Der Steinbock soll ein Symbol sein für unsere Trägheit im Überleben.

Jetzt können Sie natürlich über meine mentalen Verrenkungen staunen oder sich ärgern. Auch zum Beispiel über die Habachtstellung der Bündner zu diesen biologischen Mustern von Kraft, Harmonie, Männlichkeit. Diese männlich-körperliche, etwas forcierte Selbst-Erdung –selbst durch ironische TV-Spots–  hat System. Das sind Bedeutsamkeits-Ressourcen mit semantischer Verdichtung. Die symbolischen Spuren unseres lebenden Bündner-Bewusstseins. Die Verkörperungstheorien unserer ersehnten Bildsprache.

Damit schliesst sich der Handlungsbogen. Geben sie zu, sie hätten’s gar nicht bemerkt. (Die Logo-Änderung der Heineken) Den Steinbock im Elementarzustand kennen Sie eh nur aus den TV Spots. Übrigens: es gibt auch weibliche Steinböcke..

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das belladonna syndrom

 

Das kann ja nicht Realität sein, denkt man….Die Steinreiche wird von den potenzialarmen Bündner-Hang-Bewohnern gewählt. Uns fehlt’s eben an Kies. Gut, sie schätzt uns auch als tüchtige Mitmacher, eben Kiesmacher.

 

Die Schollenhüter und die Schwellenhüter der Bünder-Bau-und-Bankkonti lieben es. Das Scheff-Hafte der Zürcherin Martullo. Polit-Züchterin, mit wisserischer Befehls-Tonspur und der züriseegeborenen, gemütssimulierenden Ich-bin-doch-auch-etwas-molly-wie-ihr-Haltung. Ist doch auch gmüetli-schweizerisch: immer mehr fressen wollen, als man verdaut. Fast eine Allegorie, eine Soap-Figur für das Spiesser-Bündnertum. „Sie ist doch so erfolgREICH“ , die Frau, die in der Endlosschleife immer unzufrieden wirkt.

 

Momoll, das Haben für sie, das Sollen für die Wähler. Die Prekariatsfolklore wirkt auf jeden Fall. Die haben so eine „doppelte Buchführung“ würde ich das mal nennen: missbrauchen die Unterschicht um ihre Oberschicht-Ziele zu erreichen. Für ländliche Bündner, die sich zum nie erreichbaren, ersehnten Reichenbalkon noch eine Wohlhabenden-Terasse mit Umverteilungspool wünschen.

Als Heerlibergerin mit schwach geprägtem Sesshaftigkeitshintergrund ist sie vielleicht nicht gerade sprachintelligent, aber ihre sieben Zwergli haben ihre sieben Thinking-Steps schon verstanden.– Sie weiss: „Du darfst nie schlauer wirken als dein Wähler“. Das sagt wahrscheinlich auch ihr Umfeld: die Röschtis und Köppels. Auch doppelte Buchführung: der eine lliebundandundlüüttauglich, der andere hoch-fake-eloquent, sucht immer nach Eiterbeulen, wo auch makellose Haut ist. Ist für mich der Inbegriff der tiefsinnig komischsten Widersprüchlichkeit des Polit-Lebens.

Minderheiten-Geschädigte wie Graubünden sind derart mit sich selbst beschäftigt, dass sie das nicht merken, so dass sie halt anfällig sind. Partizipationsfolklore wirkt da schnell.

Wenn Mächtige tun, als seien sie machtlos. Wenn der Täter sich trumplike zum Opfer macht, die Kunst der strategischen Ausblendung und des schadlosen Überhörens beherrschend. Macht immer den Gärtner zum Bock – in Graubünden zum Steinbock. Führt dann den vermeintlichen Guerillakrieg gegen die Oberen, gegen Bern – und das als reichste Parlamentarierin.

Immer nach der geschmacklosesten, haarsträubendsten Position greifen, nur um andere zu skandalisieren. Edelgord nennt man das. Das sind jene Disputanten in Internetforen, die mit Trollen agieren und die grassierende Wutbürgerei von heute doch gut verkörpern. Schmöggt nach Stinggi. Minderheiten-Geschädigte wie Graubünden sind derart mit sich selbst beschäftigt, dass sie das nicht merken, so dass sie halt anfällig sind. Partizipationsfolklore wirkt da schnell.

Woher soll ich wissen was ich denke, bevor ich höre, was Frau Martullo in der SO sagt?

Und sie finanziert auch noch die Monolpresse mit, man siehts den Medien der Südostschweiz so klar an: Jeden Tag eine Hammerseite mit Martullo für die grössten Dumpfbacken. Im altersdebilen Bündner Tagblatt, da gehören ihr wenigstens die Titelrechte, aber auch in der infoschloddrigen, vertuschenden Südostschweiz mit Anhängsel wird ausnahmslos lobgehudelt. –

Die Bewirtschaftung von Zeitungspapier hat sich eben entschieden geändert. Martullo, als Sympath und Volksheldin versiegender Heimatgefühle mit pompös-hohlen Titeln wie „ Martullo obsiegt.“ Oderso. Für Bündner gilt: Woher soll ich wissen was ich denke, bevor ich höre, was Frau Martullo in der SO sagt?– Die wären ja auch vermutlich imstande ein Pilzbestimmungsbuch als Martullo-Innovation zu verkaufen..

Aber die Bündner haben eben keinen Spam-Filter eingebaut.

Hauptthema: Diese Begabung, die sich in der adäquaten Bündner Volksvertretung in Bern verschwendet und vergeudet…Die Obsiegerin war auf jeden Fall am Wahlabend unheimlich schlecht gelaunt. Die Performance der Unglücklichen (so heisst ein Buch von Simone Beauvoir). Jetzt muss sie wieder nach Bern…Die Arme, die so unsouverän, mit gesenktem Kopf müffelt, etwas zudeckt…diese stets traurig gekränkte Männlichkeit in einer Frau….Hat wohl einige biografische Narben. Benutzt Management-Brocken als Fake-Fast-Food für unbedarfte Gewerbler- und Boulevard-Leser-Wähler. Aber die Bündner haben eben keinen Spam-Filter eingebaut.

Würde man meinen Blog überhaupt lesen (ich weiss, viel zu lange), würde es jetzt schon wieder waschkörbeweise daumenrunter Leserbriefe der immergleichen Schreib-Bande der SVP hageln.…dabei möchte ich doch nur vorbeugen, dass Martullo noch zum Bündner Unwort des Jahres wird.

… so wie die blocherfinanzierten Südostschweiz-Medien die tägliche Martullo-Ration wie Belladonna-Tropfen den Bündnern einträufelt….

Ich glaube, da handelt es sich um das Belladona-Symptom. Vor vielenvielen Jahren war es ja bei Opernsängerinnen noch üblich, sich Belladonna in die Augen zu tröpfeln, die dann auf der Bühne mit Klarheit und einem Glanz erstrahlten, die darüber hinwegtäuschten, dass die Sängerinnen nichts mehr sahen. Die Belladonna-Tropfen liessen sie vorübergehend erblinden, und der durch sie erzeugten Anschein von vollkommener und perfekter Sicht, von glänzenden Augen, die dem Publikum eine gesteigerte Intensität und Einsicht signalisierten, verbarg den wahren Zustand der zeitweisen Behinderung.

Also in etwa so wie die blocherfinanzierten Südostschweiz-Medien die tägliche Martullo-Ration wie Belladonna-Tropfen den Bündnern einträufelt….so wie einige weitere Falschinformationen – Aber heute braucht man das ja nicht mehr…fake Tropfen sind wirksamer…und die meisten werden auch davon blind. Wählerblind.

Auf jeden Fall nimmt der Härtegrad des Wahnsinns massiv zu.. und die dumpferen Musikanten bedienen sich immer mehr der Polit-Sprachorgel…Intonationskunst mit subtilen Obertönen ist da nicht gefragt. Auch wenn der alte Blocher einfach seine letzte Hitze an jungen, coolen Grünen kühlen will, auf jeden Fall werde ich meiner Baby-Enkelin sagen:

„Ich werde zu Dir halten, wenn du zig Jungs ausprobieren wirst, ich werde dasein, wenn du am Freitag auf Klimademo gehst. Wenn du jedoch wirst wie diese Martullo, dann ist es aus zwischen uns…“– Abar gäll, auswandern bringt nichts, denn diese Kultur ist fatalerweise wie das Oktoberfest überall…

 

 

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kreuzfahrt-trotter(l)s

Heute könnte ich Bäume ausreissen. Nicht aus Wut, aus Freude. Aber das sollte man nicht. Es gibt eh schon bald zu wenig. Buchen und bald auch Fichten. Also nur kleine Bäume ausreissen, so ein Tannenschössling im Garten. Geht vielleicht noch. Der wäre zwar erst in 20 Jahren fähig, den Klimawandel zu mässigen.

Lassen wir das mal. Entschuldbar, die Zeit verändert die Skalen der Wertschätzung, dachte ich immer. – Nicht sicher: Kürzlich mischte ich mich in der Sportgarderobe bei einer Diskussion ein, die sich darum drehte, welche Kreuzfahrten noch zu toppen seien. Wir Alten wollen eben verwöhnt werden. Obwohl die Garderobe eher von männlichen Abgasen dominiert war, kam so ein Konsensduft auf. „Gell, das ist die beste Ferienform.“

„Einst lebten wir auf dem Lande, dann lebten wir in den Städten, und von jetzt an leben wir fast nur noch für die Kreuzfahrten.“

 

In dieser Goldgefärbtheit schwärmten sie von diesem Hochhinaus auf See, dieses Hochgefühl von Verwöhntwerden“…so tönt’s in der Reisebeilage, fast wie unser schweizerisch-gebärmütterliches Schaukeln im Überfluss. Vergnügen und Verwöhnung. Man weiss: Kreuzfahrten sind ökologisch verheerend, dafür oberflächlich und erlebnisarm.

Meine Kollegen steigerten sich dann auch im Mobilisieren von Superlativen zum kreuzfahrerischen Seinspotenzial („auch kulturell so interessant…“), wollten auch bei mir auf eine Verhaltensregulierung hinsteuern („waisch, diese Kreuzfahrten werden immer umweltfreundlicher“). Ja, in Kiel kann man diesen Sommer sogar auf eine „vegane Kreuzfahrt.“ Toll, wenn wieder 2000 Leute die Welt retten mit einem Diesel-Monster.

„Ich freue mich wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ meinte ja schon Karl Valentin. Der hat es verstanden sogenannte kognitive Dissonanzen auszuloten. Er wusste, dass wir gerne schlau denken und dann doch gerne blöd handeln. Was hätte der wohl zur Klimadebatte gesagt? Gut, in den Tagen nach unseren Oktoberwahlen begegnete ich auch einigen dieser Senioren mit eingetrübtem Blick: „gell, schlimm diese Grünen gewinnen jetzt noch.“

Zurück zur Garderobe. Das war wohl alles im toten Winkel ihres Wissens. Etwas Alternativmathematik und Fake-Physik a la Trump und schon bist du der Kracher bei den Ignoranten…Leben als gebe es noch drei Erden im SUV-Kofferraum.

„Iss schön uf, damit mora d’Sunna schiint…“ mahnte meine Mutter immer. Und was hemmar jetzt davo? Ein SVP-Sünneli das etwas untergeht… Manche tun soviel für die Gesundheit, vor allem die der Nation, dass sie krank werden durch soviel geistige Selbstbestäubung.

Ja, all die kulturwiegesken Städte wollen doch auch noch rohölovertouristed werden

Dabei ist kreuzfahren eigentlich wie Bäumeausreissen. (Meine Belehrung punkto Rohöl- und Umweltschäden, die ich in der Dusche hielt: über Stickoxid, Schwefel und Feinpartikel. Fakt ist, dass noch die Mehrheit der KF-Schiffe mit Schweröl fahren. Rohöl, das mit einem Gehalt an Schwefeloxid, 1500 mal höher ist, als es im Diesel für Privatfahrzeuge toleriert wird. Dass zum Beispiel die Schiffe des amerikanischen Branchenleaders Carnival Corporation ebensoviel Schwefeldioxid an den europäischen Küsten produzieren wie 26 Millionen Autos). Und es nimmt zu: 2 Mio. Deutsche gehen jährlich auf Kreuzfahrt, das sind erst 8 % der Touristen, aber 34 Prozent wollen  bald mal auf eine KF laut Marktforschung.

Man müsste vielleicht auch mal erforschen, was bei all diesen Luxusfahrten absichtlich oder unabsichtlich über Bord geht: Plastik im Meer (darüber kann man sich ja dann im Feuilleton aufhalten..)

Und ja, die Schiffe verbrauchen täglich im Durchschnitt 150 Tonnen schwergiftiges Schweröl. Und das bei 500 Kreuzfahrt-Schiffen weltweit…Tendenz steigend. In Häfen wurden 500’000 Feinstaubpartikel pro Kubikzentimeter gemessen (an befahrenen Strassen in Berlin sind es nur 15’000.)

Für Kulturbeflissenheitsfregatten mit Weinreise-Gatten oder Kreuzfahrtstrottel mit Buffet-Polonaise…

„Finde ich nichts besonderes“, reisetalkend sagte mir kürzlich eine wohlbestallte, cruise-und sonstgeschmückte Dame aus dem Mittelstand, die ihre mittlere Wohlhabenheit mit Cruise-Talk aufwertete. Nach so einer Kreufahrt hat man wohl seinen eingebauten, schwingungsdämpfenden Quatschdedektor eingebaut. Sie war schon überall auf der Welt, meist per Kreuzfahrt. „Oman isch nit schpeziell“ fand sie zum Beispiel, kann man aber auch durch eine andere Destinationen ersetzen. Wie sich dann meist herausstellt, hatte sie auch hier nur die Hauptstadt 4 Stunden lange besucht. Maskat – in diesem Falle – deckte nicht ihre etwas eingenähte Weltsicht. Totale Genuss-Sättigung?

Ihre kleinbürgerlich hochgerüsteten Belanglosigkeiten („Ja, der Arktis-Forscher am Abend war ein ausserordentlicher Wissenschafter…“) erreichten dann den Massstab touristischer Seinserfüllung mit so Knallchargen-Sätzen: „und wissen Sie, all diese Kulturabende auf all den Schiffen…“. Geleitet vom Wissen um die Haus- und Gartenliteratur entstehen wohl so Weitwinkelsichten. Da endet man dann einvernehmlich zwischen Usuaia oder Singapur in Unterhaltungsshows für Superalte mit Röbi Koller. Floten an der Oberfläche. Dafür mit Panflöten.

Richtig juicy wird’s dann wenn sie die Schiff-Buffets beschreiben..Wenn sie ihren Schweizer-Mittelstands-Reichtum mit markanten Hinweisen auf Kochbüchervarianten und eigenem Weinkeller bekunden. – Ist wohl die Konvergenz zwischen unserem Grauen vor dem Tode – der Sargangst – und unserer Lust auf wenigstens gutes Essen. Da kann man dann die Grenzen des Essbaren immer erweitern („Gion, isst jetzt sogar Sushi…“) Der Unaufgeräumtheit des Lebens kann man ja mit einem hohen Anteil an vermeintlicher Virtualität begenen, dem Essen und Geniessen, das dann auch eine hohe Wichtigkeit bekommt. Kenne ich selbst. Die Konvergenz vom Wissen um den Welthunger, den Schlachtfeldern ethischer Einordnung und ihrem Bedürfnis nach Gutmenschentum ist erreicht. Gut, manchmal blitzt sogar das obligate Schamgefühlchen leicht hervor: „und all dia Arma.“

Ja, all die kulturwiegesken Städte wollen doch auch noch rohölovertouristed werden. Für Kulturbeflissenheitsfregatten mit Weinreise-Gatten oder Kreuzfahrtstrottel mit Buffet-Polonaise…Man will sich schliesslich nur vor dem Weltuntergang schützen. Noch einen Lebenssinn haben, bevor man klimaschonend kompostiert wird.

Ist wohl die Konvergenz zwischen unserem Grauen vor dem Tode – der Sargangst – und unserer Lust auf wenigstens gutes Essen.

Die Sammelgier der modernen Touristen ist mit Völlerei vergleichbar. Sie entsprechen prächtig dem Rentnergeschmack– die luxuriösen Altersheime auf Wellen. Die spiessigen Zeremonien einer alternden Gesellschaft mit Dinner,  Showprogramm leichter Klassikmusik und Spielautomaten… in Kreuzfahrt-Schifflounges klebend dem Tod entgegenfiebern..

So kommts mir vor. „Einst lebten wir auf dem Lande, dann lebten wir in den Städten, und von jetzt an leben wir fast nur noch für die Kreuzfahrten.“ In diesem erweckten Bewusstseinszustand erreicht man wohl ein gewisses Mass an Weltlosigkeit.

Das ist jetzt altersfeindlich. Aber ich bin ja auch einer. Sie werden aber immer jünger, die zweite Generation der Bildungseinsparungsmassnahmen ruft auch schon ahoi. Der Durchschnittskreuzfahrer ist schon unter 50. „Wir kaufen nicht was wir haben wollen, wir konsumieren was wir sein möchten.“, gilt wohl auch für diese Ferienform. Wusste ich ja aus meiner unrühmlichen Vergangenheit als Marketingberater. Denk daran, sagte ich immer in den 70er Jahren. „ Glücklichen Leuten kannst du nichts verkaufen…“ Ich war wenigstens noch nie auf einer Kreuzfahrt…

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Hü plappern. Und hott meinen…

Heut‘ ist es schon hot. Da kommt man dann schnell auf diese Fragen: „Es gibt doch jetzt diese Greta, diesen Wolf, diese Windräder und überhaupt… Darum müssen wir alle zusammenhalten…“– Waach, wie mitleidig sollen wir da noch dreinschauen? Meint da jemand sein Wille zur Gartenhag-Wohlhabenheit müsste geschützt werden? So einer, der seine Burschenüberlegenheit noch etwas geniessen möchte?

Irgendwann kommt da bei mir so Ignoranz-Müdigkeit auf. Was soll ich mich noch um die kümmern? Mich auf den Rückzug unter den Kopfhörer fokussieren?

In letzter Zeit will ja die FDP. „Die Schweiz will.“, steht mindestens auf dem Plakat. Oder doch nicht? Eigentlich wissen wir gar nicht was die FDP so will, vor allem nicht punkto Klimaschutz.

Die haben alle einen guten Kontostand, einen Gartenzaun und einen Schützenpanzer in der Garage zu schützen. Und Pestizide und das ganze Agrar-Willens-Programm.

Nix machen, einfach wegerklären. Und das mit atemberaubender Radikalität und Aufpolsterungstechnik.

Bei dieser Kaminvorleger-Glückseligkeit kommt dann das Paradebeispiel des Wunschdenkens ins Spiel, wie es für Menschen meines Alters typisch ist: „Es gibt doch sicher eine andere Gelegenheit mich fremdzuschämen…“Der nächste Winter ist bestimmt nicht so hot wie heute. Wir carven auch ins nächste Jahr. Vielleicht anders. „A long way down.“, würde Nick Hornby sagen. Aber der versteht vielleicht nicht viel von Schnee..

Die Arroganz der Ignoranz nimmt offensichtlich zu. Wenn die FDP Nationalräte sich gerne grün geben, uns immer noch in diesem fatalistisch liberalen Eigenverantwortungston belehren, dass wir viel realistischer an die Klimadebatte rangehen müssen. Will heissen: Nix machen, einfach wegerklären. Und das mit atemberaubender Radikalität und Aufpolsterungstechnik. Sag einfach Hot, wenn sie denken du sagst Hü….vom Klimaschutz reden und das Gegenteil machen.

Meist mit einem Gesichts-Ausdruck niederer Gerissenheit, wie man ihn von Engadiner-Bauleuten kennt. Achselzucken, Netflix gucken?

Ach, dieses Verdrehen. Augenverdrehen. Und das alles in diesem hinterhältigen Tonfall– wenn sie jemals gehört haben, wie ein Kind für etwas um Erlaubnis fragt, was es schon längst gemacht hat, wissen Sie, was ich meine…Meist mit einem Blick wie ein verlassenes RHB-Perron und dem Gesichts-Ausdruck niederer Gerissenheit, wie man ihn von Engadiner-Bauleuten kennt. Sie tragen schliesslich die Last der Banken-Industrie-Aristokratie und ihrer Inzucht. Amigogeschäfte – geschäftstüchtige Doppelpassspiele. Und, kaum zu glauben: meist sind sie nur einfache Land-Gewerbler, die auch nicht bei den berühmten 1% mitgarnieren dürfen.

Gut, das Rezept für dieses Klima-Omelett ist komplex, und man wird noch viele Eier zerschlagen müssen. Man kann nicht immer dieselben rigiden ideologischen Prinzipien, die früher in Fragen der Rechte, des Schutzes und des Gewerbes zum Tragen kamen, unverändert auf die Kapitalflüsse einer globalisierten Welt oder gar auf den Klimaschutz übertragen.

Ja , nein, abbrechen? Aber nicht den Wahlzettel fortwerfen…

Im Film kämen jetzt diese anschwellenden Streicher, sie peitschen ihre Saiten, spielen mit unserer Sargangst. Und dann führen alle diese gleich kreischenden Streicher zu einer imaginären Konsenswolke. Dem Wölkli auf dem Bild über unserem Nationalrat. Den dürfen wir ja wieder wählen. „Wer immer alles verpennt, gehört zum Polit-Establishment.“ hätten wir früher…Mal sicher zur SVP-FDP-Agrar-Mehrheit, können wir da getrost feststellen.

Sind sie jetzt sicher, dass sie das in den Papierkorb und den leeren wollen? Ja , nein, abbrechen. Aber nicht den Wahlzettel fortwerfen: Schauen Sie, dass wenigstens einige dieser heiligen, kalten Krieger im Oktober etwas verloren und restarrogant aussehen. Die Leichenstarre üben diese alten Männer eh schon lange. Vielleicht wird dann dem einen oder anderen wenigstens bewusst, dass auch er wie die Erde am Ende auseinanderfällt.

 

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ohne rechte hand

Jetzt hab’ ich doch die rechte Hand gebrochen. Bikeunfall. Die linke kann nicht mehr so recht mithalten beim tippen. Sh….Nun, lese ich halt mehr. Da kommen aber auch Zweifel, ob ich in meinem Leben nicht zuviel gelesen habe? Manchmal tauchen dann so Wortfetzen auf. Summend wie von einem Ohrwurm. Wie  Konstantin Weckers, unser aller Revoluzzer-Sing-Idol aus den 70ern: „…wenn der Sommer nicht mehr weit ist, und der Himmel violett, weiss ich dass das meine Zeit ist, und die Welt dann wieder breit ist, satt und ungeheuer fett..“ So was findet man heute auch beim youtübeln, gut dort gibts auch so Biedermeier-Konformitäts-Bestätigungs-Gschichtli wie man sie oft in unseren Senioren-Breitengraden hört: „Heute zum 100sten Mal auf dem Dreibündenstein.“

 

Guat Senior, tenggi, gleiche Hirn-Leistung ist bei fortschreitendem Alter eine Steigerung. – Aber nicht gleich über das Glück nachdenken. Man kann auch jeden Tag ins M-FIT und dann mit 80 aufs Spenderhirn warten. Danach kann man dann wieder unbeschwert Liegestütze im Kopf machen. Vierundzwanzig, fünfundzwanzig…achtundreissig….uff, aufschnaufen.

Weil die rechte Hand jetzt chillt, ist so meterlanges unterschwelliges Kopflärmen angesagt – hat auch was. „Gute Nacht Freunde, es ist Zeit für mich zu gehn…sumsum… was ich noch zu sagen hätte…suumsuum… bleibt mir noch eine Zigarette…“ Das war dann der Reinhard Mey – Und da ich nicht rauche, könnt ihr auch diesen Text rauchen…ich geh’ noch nicht gleich.

…muss nicht mehr raten und haten, dissen und anderen ans Bein pissen.

Wenn ich so auf die Tasten haue, ohne dass die Finger erröten, ist mir wohl– jetzt halt etwas einhändiger. Auch eine Form von Glück. Ich muss dann gar nicht so viel auf FB, Twitter oder Instagram raten und haten, dissen und anderen ans Bein pissen…ist sowieso viel so sozialnarkotisches Plimplam.

Das fängt aber offenbar jetzt schon mit zwölf an. Offenbar so ein unberechtigter Vor-Bezug von Seniorentellern in Form von Posts. Is dann so, wie wenn Du aus lauter auffälligen Häufungen von nichtigen Nebensächlichkeiten kurz nach der besten Sendezeit an aufgeregten TV-Runden einschläfst…Heiliger Schlaf, hat auch was Gutes, oder doch nicht? Laut Media-Forschung sei das Hass-Aufkommen bei müdem Zustand, spätabends oder Nacht, anfangs Woche besonders hoch..

Ich kann viel anfangen mit schönen Sätzen und Worten. Nicht immer mit so schönen Seelen, wie sie oft auf Vernissagen auftauchen, wenn sie ihr sinnloses Abtrampeln von lokalen Audabei-Künstlern zelebrieren. Da gibt dann mein Betriebssytem den Geist auf…die Generalkunstanbrennung mit Verklärungsschimmer wie sie Theodor Fontane wahrscheinlich genannt hätte, beglückt mich nicht unbedingt mehr. Irgendwann hat man’s gesehen…oder eben gehört. Die Harmlosigkeits-Allüren führen dann zu Riesenzerknirschungen, wie eben der Theodor F. wohl subtil mitfühlen würde. Rumpelt da mein Neidappeal mit? „Ich hab’ ja auch keine schöne Kunst zu Hause, aber dermassen keine schönen Bilder wie der, hab’ ich nicht.“

Generalkunstanbrennung mit Verklärungsschimmer…irgendwann hat man’s gesehen…oder eben gehört.

Auch guat: das alte Testament wie so ein Comic-Script lesen, und den neidvollen Adam zitieren, der am Schlusse alles auf seine Frau schiebt: „uups, she did it again“, meint wohl mancher nach dem Hunderteinunzwanzigsten Galerie-Apéro…

Diese Provinz-Galerien-Flanierer könnte man auch mit Zizek wohl etwas sofisticateter, feuilletonistischer deuteln: Ohne Freiheit keine Sünde – so entstand ja die menschliche Moral– (mindestens die der FDP).

Man muss schon nicht jeden Provinz-Schtuss ernst nehmen. „Wer im Gebirge lebt, kümmert sich nicht um die Stechmücken der Ebene..“ (ist von Tomasi di Lampedusa und nicht aus dem NZZ-Leitartikel). Nimms einfach mit der heiteren Gelassenheit der Geranien am Langwieser Bahnhof. Auch wenn ich den Walter Tell (ja, der der sich für die Freiheit entschied) gerne ernst nehme:“ Vater, es wird mir eng in diesem Land..“ oderso.) Der schrecklich wohlproportionierte Urschleim der eigenen Dumpfheit kann auch moderner interpretiert werden…

Ich bin ja aus Chur. Chur ist oft zu klein für die grossen Gedanken. Nur Berge, das vermittelt dem, der dort aufwächst eine gewisse Sicht…man hat seine Hobbys in den Bergen, sieht oft nur Berge, ….aber eigentlich interessiert eher der Horizont…dort sieht man, was sich am anderen Ende befinden könnte, denkt man. Aber zwischen Hirn und Jetzt gibts viel mehr als man denkt. Wenn man aus dem Weltraum auf die Erde schaut, sieht man immer direkt das Obertor (meint ja auch unser Stapi.)

Ist Chur etwas zu tief positioniert für einen grossen Sog, für tiefschürfende Gedanken? Nai, je länger man da lebt, denkt man: meist ist’s nicht unangenehm hier, hier kann man die Gedanken in Form von ahnsehnlichen Höhenmetern anheben und dann auf 2000 Metern in einem Begeisterungsgebirge, schnaufend im Jetzt landen. Betrachte das aber nicht zu sentimental. Am Ende eines Lebens weisst Du’s wieder: „When life gives you a lemon, make lemonade.“ Unsere Zitronen sind die Berge. Unsere Wertschöpfung.

Um bei der Fruchtologie und bei den Glücksforschern zu bleiben: „Glaube nicht schöne Äpfel würden besser schmecken…“ ist ein altes lateinisches Sprichwort von Livius (für Insider: mein Übernahmengeber); und der hat mich nachdenken lassen: Bei uns ist doch alles immer noch besser als etwa in so einer Sub-Sahara-Nation. Diese unsere Schweizer-Komfort-Wurstel-Zone kann auch ein Sehnsuchtsort für das vollkommene Aufgehobensein sein…

 

Ja, manchmal streiten wir uns ja um Geschmack wie zwei Damen auf dem Strich ums Trottoir…OK, tut gut, zu hören was andere so gerne hören; wenn ich im Cycling so auf Velorädern Musik abstrample, da lern ich viel über „Diversity“ – wie verschiedene sind doch Geschmäcker und Perzeptionen.

 

Auch, eben einer dieser Ohrwürmer; diese Harmonie-Trigger, diese ewiggleiche Tonspur, die uns dann begleitet mit dieser energetischen Heiterkeit bis man sie nicht mehr abstellen kann, wie den Florian Silbereisen (den hat sie jetzt zwar abgestellt) , so atemlos wie bei der Helene Fischer, schön harmonisch plärr populärr, popuplärrend und und mainstreamig, aber auch irgendwie ergreifend…wohl eher passend zur akustischen Zerstreuung, die earfon- und sporthallenfüllend unsere Sinne betäubt….Dieser lange Atem wie bei den Heimatliedern hat so etwas gleichzeitige „Diversity“ in sich wie ein Art-Kuhfladen von Not Vital oder die richtigen Fläden auf der Ochsenalp.

Nach dieser Schwerelosigkeit suchen ja viele heutzutage, auf Kreuzfahrten, Zürcher-SVP-Parteiabenden oder anderen Schlangenbeschwörer-Events. Mit wogenden Klangsegeln oder ländleraffinen Jassgeräuschen. Klopf und Bamm. Rumpelt vielleicht leicht etwas, ist aber beglückend…diese gerontokratische Polytonalität. – Wie fast alles bei der Fast-Leichen-Generation. Wenn du Schwein hast in eine Moll-Harmonik verfallend, von hohem Schmelz und einer ergreifenden Melodie-Trunkenheit zum Sentimentalen balancierend. Gut, muss man auch hören können – ich zum Beispiel kann problemlos Musik hören ohne zu joggen…

Sie sehen, ich komme an die Grenze meiner Ausdrucksfähigkeit, bin ja höchstens ein sophister, ein Wortverdreher – die meisten verstehen mich dann in Kolumnen oder Glossen nicht mal – sagens dann aber nicht, gehen lieber mal ins Pissoir zum Augenverdrehen…Merke aber: Leute, die man am leichtesten versteht, sind meist Bullshitter oder Politiker.

Ich versuche meine eigenen DNA nicht nur lesen auch schreiben zu können. Die ist vielleicht beschwert von Büchern, aber das kann ja nicht schaden. Die intellektuellen Wörter schmecken mir auf der Zunge. So als Wort-Facharbeiter hat man halt auch seine Feinschmecker-Assets. Ausser wenn alles zum Generationen-Problem erklärt wird: Klar, wir Alten wollen euch doch nur die Meinung geigen.

Da kann die Wir-furzen-ja-auch-die-schönen-Löcher-in-die-Ozonschicht-Fraktion noch so lange in Heimat-F-Moll sprechen…

So wie die Sorte Schweizer, die alles auf der ersten Silbe betont (auch wenn am WEF inglisch spiikend) und gegen das Rahmenabkommen wettert. Wenns dann noch nach so einen netten Autokennzeichenklang nach SZ-SUV tönt, seh ich mich endgültig nach einem geistigen Präservativ um.

Meine Linke ist ja noch intakt. Da kann die Wir-furzen-ja-auch-die-schönen-Löcher-in-die-Ozonschicht-Fraktion noch so lange in Heimat-F-Moll sprechen und das volltönende, dunkle Agrar-Timbre für ein Gefühl der Geborgenheit sorgen. Diese Tubbel-Flüsterer wie Köppel sind mir einfach suspekt wie so eine gutverkaufende Tupperware-Party-Hausfrau. Da recke ich meine arthritischen Daumen schnell mal abwärts auf FB.

„Ach Louise lass, das ist ein zu weites Feld.“ würde  Fontane meinen. Gut, diese anal-verstockten autoritären Archetypen der Schweizer Politik, die die Klima-Jugend bekämpfen, sie haben ja diesen erfrischenden Hauch jener gschtabigen Macht, die die Welt beherrschen möchte. Die Welt, die ja auch schon bald einen Hirntumor hat…Da ist in meinem Alter so eine gebrochene rechte Hand fast wieder ein Geschenk…

 

 

 

 

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Achtung workshop

Meinem Alter entsprechend ist es meine Art so sonderbare Momente zu sammeln und wie ein Eichhörnchen in der Seele zu horten…

Kürzlich war ich an einem Workshop der HTW Chur, es ging um ein Churer Kulturprojekt. Da hör’ ich aus einer Workshop-Ecke, genialisch euphorisiert: „Ja, STADT-ERLEBNIS, genau das Wort brauchen wir….“ Jaa, brauchen wir für die Politik-Behörde, das hörte man dann auch noch mehrfach:“ Jaaa, brauchen wir…einen LEUCHTTURM.“ So Betulichkeitswörter muss man kennen. Die punkten. „WERTSCHÖPFUNG“ oder gar „KOMPETENZZENTRUM“ und „DIGITALISIERUNG“ sind da auch rankingtauglich und wahlgewinnend.

Die junge Workshop-Leiterin (könnte meine Enkelin sein…) redet dann den ganzen Morgen von „Profil schärfen“, verzwergt den Nicht-Hochschul-Betriebswirt zu einem Wicht. Ihr Raster der Konzeptentwicklung musste genauso angewendet werden, wie sie es in ihrem Schualbüachli hatte. Sie intervenierte dann mit Verve um ihr Weltbild auch durchzusetzen. Wir Verlorenen. Was heisst: brauche die immergleichen Wörter: Kulturaffine Zielgruppe/ Erlebnistouristen/Innovation /Businessplan…

Sie wollen ja auch Mit-Strippenzieher werden bei all den mittanzenden Idioten und Lacksaugern.

 

Eigentlich hab ich ja null Bock auf diese Kopfwixerei der Fachhochschulen, ist ja ähnlich wie in den Fitness-Studios…Was wissenschaftlich aussieht, ist meistens Szientismus aber keine Wissenschaft.

Gut, man muss doch auf die jungen Stimmen hören. Sie wollen ja auch Mit-Strippenzieher werden bei all den mittanzenden Idioten und Lacksaugern. Was aber, wenn sie so alt tönen, als könnten sie unsere damaligen Professoren sein? – Heute tönen viele Jungakademiker wirklich so, so wie Ende der 60er, anfangs der 70er Jahre…

Zurück zu unserem workhop: nun zelebrierten die Zentralgestirne die Feinheiten eines workshops, als handle es sich um eine Hochamtsliturgie am Ostersonntag. So ist es: Unsere Enkel tönen wie unsere Eltern (einfach noch etwas pseudo-akademischer). Inzwischen haben zwar einige Reizwörter gewechselt, aber zum Beispiel das „USP“ (Alleinstellungsargument) brauchen sie immer noch wie die Wirtschaftswunderer. Heutzutage formuliert man krankhaft eins. Damals war man einfach ein USP. Die besten Umsetzer sind doch einfach die „Umsatzer“, weil sie kommerziellen Erfolg haben…Die Nase haben, was läuft. Was ich verkaufe, soll funken und flacken, beissen und brennen, spontan und spicy sein, überraschend und erhellend…wieso soll ich Esel erfinden, die in Löwenhaut rumspazieren?

Kommt jetz der Absatz, wo ich aus meiner Angry-old-Man-Alterssicht über den Zuviel-Wandel, die Traditionsfeindlichkeit des Nachwuchses sauertöpfisch missbilligend, das Change-Moment nicht mehr verstehen will…? (Nanai, Hauptsache gesund, nicht auf die Uhr schauen, nicht seufzen, die Mundwinkel nach oben ziehen)

Leider ist es umgekehrt: Akademiker-Rookies reden heute wie mein Professor an der HSG anno 1968. …Damals dachten wir vor dem Einschlummern …“gutso, wenn das für das Licenziat reicht, soll’s recht sein.“ Es war dann auch so: meine prämierte HSG-Diplomarbeit (ja ein bisschen fremdschämen muss schon sein) hatte 1971 Chur’s Marketing zum Thema. Fazit: Chur als Alpenstadt zu positionieren. – Gut das ging dann einfach etwa 30 Jahre bis man das umsetzte.

In jeder Peinlichkeit wohnt ja eine Erleuchtung inne, meinte schon Enzensberger.

Gleichentags die Abend-News: die Hochschulabschlüsse in der Schweiz haben sich von 2007 bis 2017 verdoppelt. Ab 2030 wird rund jede(r) Zweite 25 bis 64 Jährige eine Hochschule oder eine höhere Berufsbildung absolviert haben. – Guat, jetzt haben wir also viele solch clevere Jungschweizer***…(einige MINTS fehlen zwar) aber im grossen Ganzen haben wir immer mehr solche tolle junge Leute, die die Verhaltenskodexe gut kennen, den Koran (nein, nicht den religiösen) kennen…und ebenso mittelmässig ehrgeizig wie unbegabt sind.

Der Gruppendruck wird also stärker: dieses etwas dumpfe, pyramidale Abkopieren von Harvard, der London School of Economics, der HSG und am Schlusse der HTW Chur…das ist die Ernährungspyramide. Es scheint, dass man mittlerweile nur das vordenken muss, was so vorgelabbert wird. Und dies oft mit einer merklichen Kruste der Austrocknung, die sich auf ihrer langen Entfernung von der Quelle der Eingebung gebildet hat…

Man muss nur Marketingoberflächen kennen, kein Produktinneres. Denk nicht nach – denke vor…?? Gilt wohl nicht mehr?? Gut, in jeder Peinlichkeit wohnt ja eine Erleuchtung inne, meinte schon Enzensberger.

Soweitsogut, da kommt dann doch noch mein innerer Einwand: die performen aber alle viel besser als Deine Generation. Ihre Show ist bedeutend besser. Sie wissen genau wieviele Worte pro Chart… OK, seit Trump kenne wir den Backfire-Effekt. Nicht alles was Du weisst auch noch einbringen…(Wenn Fakten das Weltbild des Gegenübers in Frage stellen, ist es sogar kontraproduktiv, sie zu erwähnen.). Gut, immer Rechthabenmüssen zermürbt vielleicht auch…

Ja, ist wohl so: Mäandernde Wortströme werden beliebig im Ausbildungsmarkt kanalisiert, frei flottierende Allerwelts-Charts suchen Bildungssammlungen als Ankerplätze. Nur hat der Wert dieser Konzepte gar keine reale Deckung mehr. Diese lokalen „Hochschulen“ tummeln sich gerne im Hochpreissegment der Wünsche, flott flottierend bildungssegmentbefriedigend, staats- oder elternfinanziert, politiksedierend und innovationssimulierend und ersparen es ihren Professoren, ihr Mittelmass an internationalen Massstäben zu messen.

Diese dysfunktional gewordene Hochschul-Simulation hat dann so ihre flankierenden Auswüchse. Ein erfolgreicher Altstadt-Lädeli-Besitzer dozierte dann auch noch am workshop (So wissenschaftliche Grabräuber gehören auch dazu…:-) :„ Wie die Hochschule Luzern in einer Studie herausgefunden hat, wünschen sich 60 % der Touristen Lebensmittel als Souvenir nach Hause zu nehmen..“ Als ob er dies nicht schon vorher gewusst hätte. – Well, die Amerikaner haben uns schon in den 70ern beibrachten: überall wo’s etwas Schönes zu watchen gibt, musst du Burgers oder Hotdogs salen…Deshalb ist ihr weitgereister Präsi wohl so dick…da gibts wohl bald eine Korrelationsanalyse dazu.

Halt wieder so ein workshop an dem ein blinder Veganer mir erklärt, wie eine Bein-Wurst auszusehen hat….

Apropos (nicht nur bei Trump): Reflexionen sind heute nicht immer gefragt. Immer ein Schrittli rückwärts, denke dumfpwärts schal und fad, langweilig und uninspiriert einfach mit der etwas moderneren Innovations-Lap Umgebung…Da kann man sich doch toll anlehnen an diese Screen-Wände, oder wie heissts: „Hinfallen ist wie anlehnen, nur später.“

Am Schlusse des workshops kommt der O-Ton des sympathischen Wirtschaftsförderers in dieser banalen Üblichkeit: „ Wir haben heute viel gelernt…die Learnings sind beachtenswert.“ – Hat er vielleicht was über Kultur gelernt? Wohl kaum über Problemlösungen. Und schon gar nicht gemerkt was für eine absurde Multiplikation des Aufwands da mitfliesst. Um 3 Kulturprojekte zu evaluieren, haben rund 20 Leute steuerbezahlt einen Tag mit Nonsens verbracht Der Apparat stand in keinem sinnvollen Verhältnis zur Produktiviät des Systems…

Die Kunst der strategischen Ausblendung und des schadlosen Überhörens…war am workshop dann bei mir etwas erloschen. Der Triumph der Form über den Inhalt brachte einige Materialermüdung…ich wurde so einfach ein Beispiel für die Koexistenz von lebhaftem Interesse und bescheidener Zurückhaltung.

 

Ja, so ein Workschop mit Partizipationsfolklore ist schon was..Und was sind die Learnings bei mir? Möglich: Weniger Altersstarrsinn oder weniger Abwehr von Neuerungen. Vielleicht mehr das Eingeständnis eines Zurückblickenden oder das Reuebekenntnis eines Erschlafften…Halt wieder so ein workshop an dem ein blinder Veganer mir erklärt, wie eine Bein-Wurst auszusehen hat….

 

 

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Die Bündner Rassentrennung

Ich bin noch mit inversiver Rassentrennung aufgewachsen. Die Schwarzen dominierten alles in den 50er und 6Oer Jahren. Die CVP hatte am meisten Beamte in Chur…ja die Schwarzen schrieben sozusagen politisch schwarze Zahlen…Die Dominanz-Disproportionaliät von katholischen Sursilvanern zu anderen Stämmen war augenfällig. Sie hatten das Sagen.– Die Kirche war noch die Volksbildungswaffe und wir konnten uns nie vorstellen, dass dieser katholische Machtblock auch irgendwann denen um die Ohren fliegen sollte…Es gab zwar keine Schilder „nur für Schwarze“, aber schwarze Tsunamis überall…

Die Regel nach der man in GR als Deutschbündner doppelt so gut sein muss als ein Romane, hat man uns subtil eingebleut. Rumantsch und CVP-Connections war schon mal die Hälfte des Erfolgs. Die serienmässige Inkompetenz der Schwarzen war höchstens ein Geraune, aber nicht so erkenntlich. Wenn sie dann mit Grossratsmiene durch die Reichsgasse liefen, wusste man: die Macht ist mit ihnen- heute würde ich’s so narcosmexicomässig nennen.

Sie rechneten immer mit Katastrophen und planten dementsprechend:  Bunker (wenn’s khömmand..), Mirages…auch mal Stauseen und Tageszeitungen. Auch das WEF Davos entstand damals. Gut, da konnte man sich gar nicht vorstellen, dass britische Journalisten heutzutage etwas so bekanntes so vergleichend beschreiben würden: „Wie Davos, nur mit Intelligenz und Poesie und ohne die Verpflichtung so zu tun, als würde man anderen helfen.“

Also: Die C-Connection. Es fehlte ihnen schon an Wirbelsäulenkalzium. Aber sie waren Meister der gelungenen Zudeck-formulierung. Bevor sie ihre Inkompetenz und Trostlosigkeit salonfähig dadurch ausdrückten, dass sie immer wieder olympische Winterspiele organisieren wollten und eine schollendynamische, wenig überzeugende Wir-habens-im-Griff-Attitüde kultivierten. Meist mit so einer Medien-Aura drittklassiger Polit-Chargenschauspieler und meist passte das Ende ihrer Sätze schon nicht mehr zum Anfang. Ideenlose, konservative CVP-Politiker bestimmten, wer Jobs bekam, schliesslich brachten sie auch die Subventionen aus Bern mit.

Unsere Basis-Schulung hat sich bewährt: halt einfach den Mund und sag bestenfalls etwas in rumantsch….

Wer würde bei solchem Schwachsinn nicht wütend werden? „GR, du machst mir Sorgen?“ Das war unsere 90Jahre-Frage. Beim Nachdenken über GR wurde einem halt schlecht im Auto Richtung Disentis – aber nicht wegen der Kurven…

Aber dann kamen Ablenkungen wie die antioxidative Schafhaltung der Potenzialarmen oder das Steinbock-Biofleisch aus der Gian-und Giatgen-Freilandhaltung und als Belohnung immer wieder neue Bewirtschaftungs-Prämien.  Immer die gleichen Konzepte. Unsere Basis-Schulung hat sich bewährt: halt einfach den Mund und sag bestenfalls etwas in rumantsch….

Der Tonfall eine Mischung aus Schollen-Selbstbewusstsein, Dominanz und glückseliger Unwissenheit getarnt durch eine ausgedehnte Beamten-Spreche wurde zum State of the Art. Unterstützt von Hat-nichts-mit-mir-zu-tun-Beamten, hatten sie immer noch eine bestimmte archaische Bündner-Würde. Aber man erreichte dann doch trotz Klimawandel-Ansage einen neuen Kältegrad. Das war vor der Jahrtausendwende manchmal fast unerträglich.

Ich denke bündnerisch, also jammere ich… über Höhennachteile, Sprachminderheit und Agrarleiden, Wasserlassen beim Wasserzins…diese Seufzerfiguren hatten Erfolg. Gelernt ist gelernt. Randgruppen-Jammer-Marketing wurde zum Bündner USP – Was der Bauer mal kennt, frisst er dann jahrelang: Subvenzionsfood…bündneragrarische Unfähigkeit als Stilmittel.. es genügte wenn man die Stimmbürger mit Konzepten, Majorzdominanz und einer potenzialarmen Brachen-Verzweiflung zutextete und in Schach halten konnte.

Die geheimsprachlichen Diskurse der Sogenannt-Bürgerlichen (egal was, Hauptsache Baufirmen, Banken und Armee wurden zur politischen Essenz) hatte aber auch etwas liebevoll Verzauseltes, Verhuschtes, Verholpertes, Radebrechendes, Abgeraunztes.

So wurden wir domestiziert. So wurden wir dann auch verspätet zu Nachdenkern, sogar Spät-68er. – Das alternde Frühwarnsystem kam erst später, aber auch nur spärlich mit dem kraftvoll aufsteigenden Aroma der Schollennationalisten der SVP. Die Voll…ks-Partei. Die Renaissance der alten Feudalwerte – einfach durch eine andere Partei– war aufgegleist. Mit der (alten) SVP. (Ja, die vor der BDP. Und niemand sahs kommen: „Tu dormis, tu perdis…“Du pennst, du verlierst“– man konnte altfeudal weiterschlafen brauchte lange bis zur Bewusstseinserweiterung. )

Als Frühwarnsystem waren erst viel später die abstürzenden Immo-Preise, die Zweitwohnungsmisere und erst heute der Bauskandal im Engadin. Damit schloss sich der Kreis von der Surselva ins Engadin. Lebende nationale Peinlichkeiten wie Martullo haben dann später einem bereits sedierten Rechts-Wirtschaftsbürgertum endgültig das Hirn rausgerissen. Als Nachfolger und Zuchtstation für etwas unbewegliche Bündner kam dann die BDP mit ihren etwas beschränkten Weisheiten und Polit-Darstellern…

Gemischt mit den Ausdünstungen der Fremdenfeindlichkeit ergab sich so eine neue Zukunfts-Vision. Guat, Halt..man kann natürlich Historie auch anders begreifen (würde das Bündner Tagblatt meinen…)

Das muss man natürlich nicht so schwarzweiss sehen oder gesehen haben…meine Jahrgänge, die die echte Rassentrennung in den USA noch erlebt haben, finden’s wahrscheinlich übertrieben. Schwarze und weisse Schafe sind geblieben…

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