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Immer Trouble mit der Bubble

So könnte man vielleicht mal ein populäres Movie betiteln. Hauptfigur wär’ dann so ein Bubeli wie ich, das in einer Bubble lebt und sich selbst dauernd triggert. Guat, das wirkliche Leben ist niemals so einfach wie im Film. Aber in letzter Zeit hatte ich oft das Gefühl in einem seltsamen Film mitzuwirken.

Und zwar nicht auf Netflix, eher im richtigen Leben eines Provinz-Seniors. Ich werde beharrlich mit Mittelmässigkeit und Redundanz überspült und mit Minimalbotschaften von Leuten geflutet, die ich weder kenne noch kennenlernen möchte. Wer möchte denn wissen, ob das Essen im Süsswinkel jetzt besser ist, oder ob der Y schon wieder zum xten Mal auf der Alp Juchs war?

Netflix und Prime wissen zwar, was ich schaue, und halt doch nicht…

Und es fühlt sich verdammt gut an. Diese süssen Winkel haben gottseidank auch tote Winkel. Je vielschichtiger wir sind, desto weniger kann man uns durchschauen. ..ÄTSCH…Jeden Tag die NZZ lesen, macht mich aber nicht zum Freisinn-Bubeli. Weil ich auch die WOZ lese….Dass die Algorithmen sehr viel von uns wissen müssen, um passgenaue Informationen liefern zu können, ist ja auch beruhigend.

Wir sitzen zwar alle in so einer Bubble. Guat, zur Zeit nicht alle freiwillig. Ein Beispiel für den Bubble-Effekt gefällig: Ein SVPler und eine Umweltschützerin geben in Google das Wort „Shell“ ein; Aeschi, erhält Hinweise auf die Schweizer Erdölvereinigung , formuliert fast wie von der Reichspropagandaleitung. Badran hat das Argumentarium der SP und Grünen zum CO2 Gesetz auf dem Bildschirm. – OK, da gibts tödlicheres, man könnte auch einem älteren  SUV-Fahrer einfach mit “Greta“ anschreien, ist dann schon eine sichere Anleitung zum Herzinfarkt.

Letzen Monat  hab’ ich die Theater-Bubble in Chur hautnah erlebt. Wiedereröffnung mit einem Stück, das immerhin am Berliner Theatertreff als eines der besten zehn Stücke gefeiert wird. Total zwischen 20 und 30 Zuschauer, ich kenne sie fast alle persönlich. Nach einer halben Stunde liefen meine Frau und ich  raus. Die Performance  für unsere Churer Theater-Bubble adaptiert, wurde einfach verhunzt. Einfach postdramatischer Unsinn, Tik Tok für Grauhaarige ; aber wahrgenommen haben’s wohl nur die wenigsten…

Meist versuch ich, dies alles mit einem inneren Monolog zu bremsen, selbstreinigend zu werden…da hab’ ich dann ab und zu Blähungen (dann schreib ich Blogs, furze also alles selbst raus) aber im grossen Ganzen gibt das nur so ein warmes Gefühl im Bauch, und dann ist der Pupps draussen.

Sagen Sie mal, hören sie mir überhaupt zu…?

Wir sind ja immer stärker eingebunkert in solche Echokammern.

Social-Media-Nerds in einer Vielzahl von sozialen Bubbles blubbern: in meinem Umfeld sind es die Sport-Fitness-Fuzzis (bin auch einer), der Business-Bubble (40 Jahre Kunden in der ganzen Schweiz ergeben eine eigenes Umfeld), der 68er Bubble (Kanti-und Umfeld…), der Family-Bubble (unsere Kinder kennen…). OK, vielleicht „leiden die einfach am Beisammensein“ wie es Ingeborg Bachmann genannt hätte. Oder bin ich schon Mit-Opfer der Schafherde mit dystopischer Zunahme des Tunnelblicks und intellektueller Isolation?

Wir igeln uns in unserer Blase ein oder flüchten in Parallelwelten. Ok, das machen alle, nur spricht die NZZ oder die WOZ nicht von uniformem Denken…Das Hauptproblem: Entweder du bist für uns und somit im Licht, oder gegen uns und somit ein Feind. Grautöne gibt es nicht, weil ihre «Wahrheit» für sie nicht teilbar ist. Guat, muss ja nur Chur, mein Füdlibürgerleben, meine verreistes Verharren im Kleinstädtischen, meine Prägung aus mir herausdenken…

Das geniessen wir doch bald narzisstisch..Dass die Algorithmen sehr viel von uns wissen müssen, um passgenaue Informationen liefern zu können, muss nicht notwendig eine Überwachungs-Paranoia auslösen. Da kann man eher zynisch mitmachen.

An irgendeinem Tag wird die Welt untergehen, und an einem anderen
halt nicht.

Khurar-Bubble, Insta-Bubble, Twitter-Bubble, Fashion-Bubble…OK, aber schreib nicht einfach auf FB eine fröhliche Ansichtskarte wie als Kind in der Ferienkolonie in Flerden: auf denen immer dasselbe stand: „Mir geht es gut! Wie geht es euch?“

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