Luftbuchungen

Luftbuchungen sind spätesten seit wirecard ein gängiges Wort geworden. Blutte Luft zu schicken, ist offenbar ein allgemein übliches Mittel der Finanzwirtschaft. Man tut dann so, als ob  jemandem Geld übermittelt würde. Zur Zeit werden wir alle mit Luftbuchungen traktiert, viel heisse Luft mittels allerhand Beinstell-Kultur. In der „Arena“ bekommen wir Antworten, die keine sind– eben Luft-Antworten. Und mit CO2 läufts umgekehrt: man tut so als wäre das eh nur normale Luft. Also unwichtig.

Erfolgreich sind da Äschi oder Röschti, Dokter Fake, der gerne gutbezahlten Schwachsinn absondert. Zum Beispiel Punkto EU oder beim Klimaschutz. Guat,  schliesslich war ja auch Jesus Christus ein Provokateur. Gott hat Jesus bestraft, indem er seine Platz einnahm. Nicht im Cayenne, im Himmel.

Mit ihren Schreibtischfrisuren und bei einigen neuerdings abenteuerlichem Stoppellook, zeigen die Anzüge uns Luftakrobatik, zeigen uns, wie man die Welt narrt mit allerhand Pirouetten. Und sie liegen  mit ihren Vorlieben immer mit der Mehrheit der Stimmbürger perfekt in der Luft. Siehe CO2-Gesetz.

Sie versuchen ihre Logik direkt vom Mutterschiff in Zug , Heerliberg , Abu Dhabi oder Moskau in unser Hirn zu beamen.

Die Air-Bookers  sind jetzt in. Wir triggern Glücksgefühle durch vermeintliche Kursgewinne mittels Luftikuss-Ratings by EY, Goldmann-Sachs, Bitcoins undCo.. Und im Falle der üblicherweise eintretenden Amnesie, hat man sowieso vergessen, dass die CS einmal 10 mal höhere Aktienkurse hatte…und die Nationalbank mit Öl-Aktien in den letzten Jahren fast 80 Prozent verloren hat.

Neue Flugversuche gibts allerorts. Nicht mal nur bei der Ndrangheta. eher auch bei so neuen Unverdächtigen wie der PartnersGroup. Denen ist die EU viel zu wenig liberal.«Kompass Europa» des Finanzunternehmers Alfred Gantner, nennt sich dann das. Die haben schon erfolgreich das Rahmenabkommen in der Luft explodieren lassen. Die wollen einfach ungeniert und dereguliert weiter auf internationalen Finanzmärkten, bevorzugt Asien, ihre Milliarden scheffeln.

OK, ab 10 Millionen Jahresverdienst wächst auch der Spieltrieb, der wird grösser und man nimmt sie ernster. Sie erzählen uns dann irgendwas von der EU-Regulierungs-Krake, mischen es mit etwas Swissness-Natio-Fascho und fertig ists.

Mit schamlosarroganter Destabilsierungs-PR wanzen sich die Gierköpfe an uns ran und versuchen ihre Logik direkt vom Mutterschiff in Zug oder Heerliberg in unser Hirn zu beamen. Aber auch das ist wahrscheinlich eine Sache des Souveränitäts-Schutzes, oder sagt man Stutzes? Mit dem Rauschgold der verbrämten PR-Falschmeldungen uns wie Stukkas rumtrudeln zu lassen, bis wir nicht mehr wissen, wo wir sind.

Sie navigieren uns  souverän durch diesen Sturm. Sie entfachen den Shit-Storm, verstecken sogar,  das wir punkto Stromabkommen einen Shit-Strom-Deal zu erwarten haben…ihre Souveränitäts-Ambition-Phase muss schliesslich auch was kosten.

Die unbändige Energie schweizerischer Unentschlossenheit ist also gut gelenkt. Verblödungs-Freiheit meets Volchs-Souveränität.

Und die Verlogenheit der Herrenrunde mit ihrer Camouflage-Schnittmenge aus Schwyzer Schwingfestfähnli und Wallstreet-Pin punktet  erst noch. Peinlich staatsneurotisch zwar, aber auch zum vergessen. Weil sie die rauen Flecken am Kinn der Selbstzufriedenheit gar nicht merken, ritzen sich am Schlusse bestenfalls die letzten guten Öl-Börsenkurse auf die Innenseite ihrer Schenkel. Panisch luftholend. (Oder einfach nach der Entlassung noch 8 Millionen Boni rückfordernd wie die CS Top-Etage.)

Die haben wahrscheinlich alle Schopenhauers „Aphorismen zu Luft-Weisheiten“ gelesen. Servieren uns dann ihre Schlussfolgerungen als Schussfolgerungen auf einem Silbertablett: „Das Benzin wird teurer“. Das Dessert: Coupe Dänemark, einfach ohne Rahm(enabkommen).

Die Schweiz sei allein eben stark genug, um allein die Oberhoheit über den Stammtisch-Luftkampf zu garantieren. Oder sonst könne man

…immer noch aus ihren Kindern Tochtergesellschaften machen, sie ins Ausland verlagern –wie das CO2.

…so wie Konzerne das „steuern“.

Damit kaufen wir uns dann einfach die etwas teureren US-Kampfjets. Sechs Milliarden, das ist doch eher Luftakrobatik, oder Lustbuchung. Grossdenk eben, oder auch Doppeldenk: so tun als ob, und am Schluss den anderen die Schuld an der Misere zu geben– ist doch auch modisch. Wenn sie dann keine Luft mehr bekommen, können sie sich immer noch einen Ballon anschaffen, mit der Aufschrift:„ I can’t breath“.

 

 

Standard

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.