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skifahren oder sterben

Im Moment befinden wir uns so in einer Mexican Standoff-Situation.. Die Situation in der sich mehrere Cowboys gegenseitig Colts an den Kopf halten. Drückt einer ab, wären letztlich doch alle tot. Der Platzer will uns mit offenen Beizen töten, der Bigler mit offenen Läden, und der Ueli Maurer meint, er hätte einen offenen Hosenladen, also einen inkontinenten Staatshaushalt, soviel Cash fliesst ihm ab, dem Scheisser.

Auf der anderen Seite das Choronachörli in der Endlosschlaufe. Die töten sich im Überbietungsmodus mit Berichterstattungsoverkill von Epidemologen und Virusmonologen.

Stan Laurel sagte, er würde jetzt lieber skifahren als sterben. Wirklich? fragte die Krankenschwester. Nicht wirklich, aber er könne immer noch besser Ski fahren als sterben.

Und dann die Bündner Bergbähnler: sie wehren sich die Ski- und Sessellifte zu schliessen. Okay, da muss ja Stan Laurels letzter Witz kommen: Er sagte auf dem Sterbebett zu seiner Krankenschwester; er würde jetzt lieber Skifahren als zu sterben…. Auf die Frage, ob er das denn könne, hat er geantwortet: Nicht wirklich, aber er könne immer noch besser Ski fahren als sterben.

Geht mir wie Laurel, zwar verunsichert von Wirtschaftsverbänden, Infektionszahlen und Totenstatistik, bin ich zur Zeit in der Wartezimmer-Besatzung voll zufrieden. Wir üben uns im Flachatmen hinter der Maske…kurz vor Pharmageddon wartend auf das neue Pfizer-Moderna-Gleitgel, das uns hoffentlich in Graubünden dann (mit der üblichen Zeitschlaufe) auch noch erreicht. Aber wir sind ja auch da wohl altersbedingt Überprivilegierte in der Glücks-Wartezone. Also alles Summa Summarum im Bereich der Norm-Chur-Durchschnittsmenschen. Coop hat immer noch Toilettenpapier und der Stapi ist immer noch ein harmloser Schnorri.

Skifahren lass ich momentan noch aus, die Spitäler möcht’ ich nicht überlasten, in Graubünden hat man ja alles. Einiges ist vielleicht nur temporär erlaubt. (wie Schneeschuhlaufen in der Wildzone?) Einen plötzlich sich aufbauenden Negativitätsschub hab’ ich noch nicht festgestellt. Die Churer Bibliotheken versorgen uns mit guten Synapsen-Swings und guten Geschichten. Die stärken die Immunabwehr. Wir sind ja auch geblesst. Wie die Blesshühner in der Schutzzone.

Dürfte man jetzt nicht so sagen angesichts der vielen Corona-Schicksale, angesichts der lächerlichen öffentlichen Diskussionen, wer-was-wann falsch gemacht, angesichts der okkulten, selbsternannten „Querdenker“, (das Wort bleibt wahrscheinlich nur noch als T-Shirt-Schrift aus den 2020er-Jahren), darf man vielleicht aber schon sarkastisch darauf hinweisen…

OK, sich von einer Welt abkapseln, in der sich die Menschen in sozialen Netzwerken sowieso aneinander vollfressen, ist auch nicht so falsch. Aber diese psychologische Fettleibigkeit führt auch noch zu Hirninfarkten, ihr sterbensfetten Verrückten. –

Gohts no, ihr Stänkerer, die ihr nichts anderes als unter dem Emotionssammelterminus „Sehnsucht“ zu subsummierende Egotrips der FDP-SVP-Aeschis und Köpples verniedlicht. Gott erscheint denen wohl in Form einer Staatsverschuldungsstatistik.

Guat, ich kann mich auch auf die Erfahrung als Rekrut im 1968 berufen, mein Gehör für zuviel Autoritätsgehabe, zuviel falsche Töne und verlogenes Angst- Pathos sind schon dann geschärft worden. Ja, sind halt nicht alle Figuren Hauptrollen, sagt der Film-Freak in mir.

Für viele Leute ist Nichtstun offenbar qualvoller als physischer Schmerz? Ich kann da auch mitreden. Meine halbe irdische Daseinsspanne hab’ ich doch mit skifahren verbracht. (Vielleicht auch etwas weniger…) Nur mit den Skis kommt man zu sich selbst., meint man in Abänderung eines Bonmots von Kraus. Und wenn ich sehe, wie die ihre Mittelstandskörper durch die nichtcoronagerechten Warte-Schlangen und vollplanierte Winterlandschaft schieben und drehen, kniewürgend und carvingkantend…gohtsno? goht schu, bin ja nur neidisch.

Corona ist die perfekte Seuche, aber die ist eben auch nur so geil, weil wir wissen, dass es in Wahrheit wieder mal die andern trifft: die Schwachen, die Ganz-Alten, die Leute in der Dritten Welt, die sich keine Quarantäne leisten können. Dass es eine Krankheit ist, die vor allem die Zentren der Gesellschaft trifft. Die zynische Wahrheit ist, dass der Globale Süden nicht an Corona, sondern an seinen Folgen sterben wird: sterben wenn die anderen skifahren. Da hat der Laurel also schon recht.

Skifahren: da ist man dauernd unter Leuten, und stosst dauernd auf die Probleme, die man mit denen hat…Aber eins sag ich Ihnen: sobald ich geimpft bin, bin ich wieder auf der Early-Bird Piste…bis die nächste Vogelgrippe kommt.

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