hot air

Das Leben ist vergänglich wie die Kopfhaare (habe ich mal als Glatzenträger gelernt). Ist doch tröstlich. Irgendwo zwischen Altersmilde, Abwenden und Ballflachhalten…habe ich mir angewöhnt nicht alles ernst zu nehmen. Ich bin bloss nicht gut darin. So ist das auch mit den Churer Big Air. Grosse Luft. Viel warme Luft.

Arme Luft. Wenn man im Oktober bei über über 24 Grad Celsius Schnee macht…oder machen muss. Da werden umweltteure Vergemütlichungen zu tollen Wir- sind-auch-modern-Events hochgejazzt. Diese Spassversilberer mit Steuergeldern denken gottseidank halt auch an die Kompensation von Deklassierungsgefühlen der Churer.

Guat, Nichts gegen das professionelle Line-up der vielen guten Musiker. Diesen Anlass brauchts in Chur. Das Glücklichsein der Churer mit Kunstschneee zu befreien und im vorderen Hirnbereich zu installieren war das Ziel. Eine Meisterleistung.

Nur könnte man das zwischen Mai und sogar Oktober mit weniger als 300 Tonnen Stahl und viel weniger Energieauwand…vor allem wenn ohne Schnee-Event.

Einen World-Cup im Tiefseetauchen macht man ja auch nicht auf dem Anapurna.

Guat, man muss sich halt an der Endzeit orientieren. Wissen wir doch von Ski-Abfahrts-Reportagen. In einem Geist von Endspiel-Ökonomie wurde das wohl von einer verzweifelten Stadtregierung als toll-tolle Brot-und-Ablenkungs-Spielen an einer Volksabstimmung verkauft. Und so wie Leute grinsen, die nicht wissen, was sie tun sollen, haben die Churer JA gestimmt.

Wir sind doch sportlich und grosszügig. Und eigentlich möchte man nur  von tollen Sportevents erzählen mit strahlend guter Laune und einer Menge, die rockt…

Ja, Ragettli mag ich auch. Aber die grosse Schanze mit Schnee im Oktober bei 24 Grad? Kann man im Januar in Laax mit bedeutend weniger Umweltversauung. Auch die geltenden Massstäbe für ertragsversprechende Veranstaltungen muss man ja nicht mit hochdefizitären Anlässen schreddern. Das ganze kostet ja ca. eine halbe Million Defizit. Und diesen Anlass gab’s schon (von einem Churer organisiert vor Jahren in Zürich). Bis es dort Defizite gab. Die hat man dann nach Chur transferiert (mit neuen Gläubigern).

„Überstülpung“ heisst das (Lieblingswort von Linard Bardill. Abr guat, der trällert Kinderlieder). Aber ein Stadtrat, der wie so ein entwicklungsverzögertes Lama so ein Event sucht, der unsere mikrigen 500 Betten auslasten soll…der kommt dann auf solche stupende Glückskonzepte, die einzelne auch als Fortschritt verkaufen, und andere als Glücksversuche sehen.

Das grosse teure Nichts. Für sie ist das Nonplusultra. Mit drängendem Weddingplaner-Lächeln wurde uns das verkauft.

Und viele sehen das bodypositiv. Wenn sie nach dem Schanzenkoloss blicken, und sich, vermute ich, kolossal finden.

Ein glitzender, schanzenhochhäusiger, schneeillusionierender , summender, leuchtender Kosmos. Was für einen Äther aus keimfreiem Positivismus sorgt, den wir inhalieren dürfen…

Auch die Wertschöpfungsprofessoren, eine Ansammlung von fpd-geprüften Kaffesatzlesern bestätigen den enormen Wertschöpfungseffekt in der Churer Wirtschaft. Der Unbedenklichkeitsvermerk der städtischen Gemeinderates zum Schutz des städtisch angerosteten Images wurde auch eingeholt. Und das Nachhaltigkeitskonzept gibt’s auch, einfach ohne greenwashing alert.

Unser Stapi, eher ein Mann mit Aufklebersprüchen, hat sich da tüchtig aufgeklebt.

Vor lauter Drang etwas anderes zu sein, hat er seine Self-Therapie gleich der Stadt verschrieben.

Und wen kümmert’s, meine Sehrverehrten, kostet uns ja nichts direkt. Die Eintrittspreise sind normal. Und, meine sehrverehrten Steuerzahler, so eine halbe Kiste ist bei uns ja nichts…

„Aber Herr Doktor, wenn einem die Natur kommt…“, sagt Büchners Woyzeck. Die Natur kommt ja bei uns sonst nicht zu kurz. Die Klimaschutz-Vergegenwärtigung können wir mal beiseite lassen. In Chur muss  man vieles nicht richtig machen.

Und niemand merkt’s. Semiheil genügt, und ein paar tolle Songs dazu erst recht. Das Weltbild ist da wohl irgendwie Welt-Abziehbild.

Und schu, Herr Dokter, stimmt, vom Cabriofahren bekommen Sie Bindehautentzündung, vom velofahren Hodenhochstand…vom Big-Air bestenfalls Ohrenweh, und etwas Budgetnotstand. Obwohl auch Schuppenflechte und Knieweh viel Platz einnehmen in den Gedanken meiner Alters-Mitbürger.

Das sollten wir doch den Jungchurern gönnen.Auch wenn wir uns danach wie eine kolossale Giraffe mit kolossalem Halsweh fühlen.

Dabei wollten sie uns zu aufgekratzteren Zeiten führen.

 

Und wie ein junger Churer einem geschenkten Gaul ins Füttli schaunen? Eruptive Gefühlsbehauptungen mit etwas Wortgeklingel erzielen josowieso mehr Aufmerksamkeit als Komplexität, weiss der Stadtrat. Der gilt eh als zuverlässiger Lieferant solch kultureller Plattitüden.

Irgendwann muss man sich als Stadt entscheiden: Steinbock oder Kuh? Kühe denken, dass die Steinböcke (unser Wappentier) schon ein gutes Image haben, immer so gute Rollen im TV bekommen. Und Kühe können eh nur wiederkäuen. Mit diesen Fantastillionen-Projekten kann man doch gut unsere Defizite regenerieren. Oder wiedergekäut: Ist doch wohl nicht schwierig, das um eine halbe Kiste runterzudimmen..

Und überhaupt: man kann das differenzierter sehen. Des einen Glücksgefühl ist des anderen Ohrenweh.

Das ist wie wenn man bei Übergewicht von Untergrösse redet.

Immer eine Frage der Sicht. Und von der hohen Schanze aus sieht’s vielleicht so aus wie wie ein Hund, der auf den Hinterbeinen läuft. Er schafft’s immerhin. Es gelingt nicht gut, aber man wundert sich es überhaupt zu sehen. Da kann man sich dann schon an der Glatze kratzen.

 

 

 

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Buab odar Maitli?

Ich muss ja jetzt nicht unbedingt dreissig sein, oder Städter, oder queer…ich bin alt, nicht so ländlich und ein Macho. Binäres Denken wurde mir beigebracht; zuerst in der Nicolai-Schule in Chur, wo der Herr Lehrer Fontana in den 50er Jahren manchmal mit lockerer Hand uns die Herrschaftsverhältnisse reinohrfeigte. Poppa hatte ich keine zum spielen. OK. Und im Sekschulhaus Quader waren die Mädchen schliesslich auch im anderen Block versorgt.

Will sagen mit so eine verzerrten Wahrnehmung haben wir gelernt umzugehen. – Mein etwas einfältiger Gebirgsinfanterie-Mayor Palmy, im Engadin, der mein Assessment in den 70er Jahren vornehmlich nach meinem inkorrekten Bergschuh-Bändel  vornahm, hat mir im 2022 (zufällig an einem Energievortrag hinter mir sitzend) ziemlich wüascht eingeflüstertgetrichtert, dass es ja eigentlich nur die Atomkraft gäbe zu unserer Rettung. Also dann nach der Wasserkraft, der kann eben binär denken.

 

Inzwischen haben wir gelernt, wie vieles sich doch vielschichtig erklären lässt. Techno verkam von der soundtechnischen sperrig-widerständigen Subkultur zum global vermarktbaren Ufftata. Und vieles mehr…

Und viele ideologischen Ideale haben sich vermixt. Auch Trump spekulierte auf „Moskau einfach“.

 

Auch wenn ich in diesen Tagen in der NZZ lese, dass die bisherige Intendanz des Schauspielhauses…“ die dem Schauspielhaus eine strikte Woke-Kur verschrieb…am breiten Publikum vorbei intendierte..“ Der hat sein Wissen wahrscheinlich von den SVP-FDP-Stadtparlamentariern. Jo, heutzutage muss man auch nicht unbedingt mal als Journalist im Pfauen gewesen sein. – das darf man natürlich schon schreiben in der NZZ, die vor allem den monokapitalistischen Reibach als Einzigphilosophie breitschlägt.

 

Wer schreibt den sowas? Jemand der Welt in Gegensätze einteilt, Rechts und Links, Frau und Mann, Fossil und Erneuerbar, Mensch und Natur – und vor allem Geld und Keingeld. Von einem Journalisten erwarte ich eigentlich das er einen grösseren Background hat. Guat, das Unterkomplexe liegt nahe und verschafft Übersicht. Vor allem für diese Klientel.

Arme Denke, wenn Du soviel Ordnung brauchst, wie sie mein Herr Major so dringend brauchte, um seine Herrschaftsverhältnisse klarzustellen: Gegensatzpaare festschreiben, Rot und Blau, Männli und Frauali. Ordnig begründet und trägt das Patriarchat, gell ihr Sünnali.

Daher die wütende Angst vor dem Nonbinären.

Es sind nicht nur die, auch das, was sich dem Entweder-oder entzieht oder einen Raum zwischen entweder und oder in Anspruch nimmt. Das Konzept des Nonbinären ließe sich aber auch für andere Bereiche der gesellschaftlichen Debatte und der politischen Praxis nutzbar machen. Es kann Auswege eröffnen aus der Sackgasse des Boss-Denkens. Zum Beispiel im Klimaschutz. Ja, das wechselt, wir sind leider nicht die Scheffes unserer Natur.

Nicht nur in den Geschlechterverhältnissen also gibts da ein emanzipatorisches Potenzial: „Stünde, im Umgang mit der Erderhitzung der Erhalt der (Bio-)Diversität im Fokus, statt dass ‚unsere Lebensweise‘ in einem zerstörerischen Gegensatz zur Bewahrung unserer Lebensgrundlagen verharrt, wäre die Klimakatastrophe noch gut abzuwenden.“ (Ebmeyer)

 

Die Angst der grillenden Männer, dass sie gegrillt werden ist eben hoch.

 

Jetzt projiziert man diese Angst auf diese Zeichelchen…Gendersternli undso (die zwar von feministischer Seite völlig überkandidelt gefordert werden). Damit da Ordnung in der Sprache ist. So neue Pünktchen…so –Innen. Und dann dieser Wirrwarr ob Er-Sie-Es.

Guat, ich kann mich und Ueli Maurer mit Oscar Wilde trösten. Die einfachen Dinge sind der letzte Trost komplizierter Menschen. Ueli Maurer will kein „ES“.

Und ihr solltet wissen, dass das Normale nur ein klitzekleines Loch in der Realität ist, in der nur wenige von uns überstehen.

Das Normale ist nämlich nie so konzipiert, dass es einfach oder einladend ist wie eine Coop-Grillade.

 

Darum fürchten die sich auch, wenn 10 Schweizer Soldaten gen Mekka beten. Habt Acht, ich bete für eure Verwirrung, dass ihr nicht auf den Boden liegen müsst, wenn Euer Herrschafts-Prinzip mit der Geschlechter-Binarität am Boden liegen müsste.

Dabei könntet ihr doch die Helden einer Netflix-Serie sein, die friedlich ein neutrales Pot-au-feu in der Gamelle kochen, während eure ausgedienten Panzer im Rest des Films mit ukrainischen Freiheitskämpfern Europa rettet.

Da die Russkis aber noch nicht über den Burggraben und auch noch nicht im äussersten Verteidigungsring von Bern sind (dafür haben wir ja Köppel), solltet ihr euer fettes Siedfleisch weiter köcheln lassen. Das hält den filmischen Spannungsbogen aufrecht. – Auch die Sowjetunion ging an zu viel Ordnung unter…

Dazu müssten wir aber die Beklemmung in euren Angstgesichtern mit einer Gesichtsbehandlung wegretouchieren, gell Herr Cassis. Männer wie er, sind zu bestaunende Unglücksfälle. Manche Menschen machen keinen Slapstick. Sie sind Slapstick.

 

Angstmissbrauch wurde doch ein akzeptables Politikerhobby seit Trump. Solltet ihr doch beherrschen. – Guat, ihr müsst ja nicht Wolf sein. Die Entschlossenheitssignale könntet ihr eher dem Rotkäppchen abgucken.

Diesen Drangsalierunterton den wir noch in den 70er Jahren im Schweizer Militärdienst geniessen konnten, diese heute zackige SVP- Intonation…genügt ja immer noch (ja, ihr seid zu viele, und die falschen).

Die Schweiz braucht halt einen Twist wie man heute sagt.

(also ähm, jetzt nicht der Twist, der Tanz aus den 60ern, ihr Oldies). Oder vielleicht braucht euer Hirn einfach mal einen Entrümpelungsplan.

 

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z Tanti

Am Ende der Geschichte ist nichts mehr richtig, aber alles wahr, schreibt die Schriftstellerin Judith Hermann in ihren Erinnerungen und Poetikvorlesungen. (Hab‘ ich aus der NZZ.)

Meine alte Tante, sie weiss noch viel. Einerseits präzise wirtschaftliche Informationen, immer noch ausgezeichnete Kultur- und Feuilleton-Artikel (die etwas regressiv). Aber Aunti ist schon etwas wirre, behauptend und obsessiv, zwar noch beweglich aber schon recht tattrig… Andererseits eben das rechtsabgegriffene überkommene Bashing-Vokabular einiger talentloser, klischeeverhafter liberal-pseudoelitistischer SchreiberlInnen.

All das wird immer wieder aufs Neue variierend nachjustiert. Headlines wie „Grüner Kommunismus“ prangen 24 Punkt fett. Der fatale Ständeratsrückzug bei der SVP-FDP Flüchtlingspolitik nennt sich „Fehlstart bei Baume-Schneider“. Und die Krankenkassenprämienverbilligung soll für Kinder aus reichem Haus sein, für die auch die Kulturangebote finanziert werden, meint der NZZ-Ultra-Kolumnist Gerhard Schwarz.

Ich lese die Zeitung seit der HSG-Zeit, schon über 50 Jahren. Sehe mich seit einigen Jahren als steigernd dauermanipuliertes Verärgerungsgsopfer. Eine seltsame Verpeiltheit im Umgang mit Wende-Situationen, mit Unwägbarkeiten…kommt mir oft vor wie die etwas verstaubten Boomer-Manager-Swiss Style. Guat, das ist deren Markenkern.

OK, kann man so machen…nur die „Umkleidung des Immergleichen“ (laut Adorno) nervt immer mehr. Das geht vielleicht marketingmässig knapp auf. Man kämpft als Verlag, man braucht auch mehr Abos in Deutschland – bei CSU, FDP- und AFD (ein Alice Weidel-Pressebild, NZZ lesend ging kürzlich um…).

Kommerz ist auch Dialog, lieber Herr Guyer. Eure formelhaften Phrasen für die absteigenden Economie-Suisse Granden, die absteigenden CH-Banker, die Aufsätzli des Altbundesrates Villiger, Eure Sätzchen aus dem Wörterbuch der liberalen Gemeinplätze aus den 30ern, die Umwelt- und Atomstrom-Kolumnen sind immer nur etwas einseitig gelähmt.

Eure unverdaute Welt der Goldküsten-SUV gegen die Bellevue-Velorowdies erlebt eine Überkonzentration von sehr viel bereits verdautem. Das lässt sich wahrscheinlich auch von Hauseigentümer- und Gewerbeverbändlern und Zünftern widerstandslos…schönlesen. Das geht vielleicht rein wie eine cremig-sanftes Sprüngli Praline. Über die tumben Gutwetter-Sozialisten lästern ist doch Position.Auch das Bedürfnis solche Lesenden zu bedienen, die, wenn sie schon überhaupt eine Zeitung lesen, dann auch das Gefühl haben wollen, an Wirtschafts-Hochkultur teilzunehmen. OK.

 

Weil man sich als Leserin sowohl über die begriffsstutzige, nichtgewinnorientierte Normalwelt erheben als auch sich über die linke Verschrobenheit und Weltfremdheit amüsieren könnte? Doppelcodierung ist zwar in heutzutage in, nur hat das nichts mehr mit Objektivität, mehr mit anbiedernder Abgeschmacktheit zu tun.

Das hat doch so eine hochbrisante Wertigkeit für so dick-tolle Bürger und Bildungsbürger. Die mit dem Querflötenunterricht in der Pubertät.

Ein gutes Relevanzangebot für die klassischen Luxus-Boomer Haltung

Ü 70 wie ich?

Guat, eure Bürger-bedeutungsschwangere Verschlingbarkeit basiert auf Reizwörtern wie liberal, bürgerlich

und endet mit längst totgerittenen neo-nzzigen Bedeutsamkeitsritualen – EIGENVERANTWORTUNG!

Das Dümmste darin ist, das hypen der „unsichtbaren Hand“. Wonach der Einzelne, indem er auf dem Markte seine egoistischen Ziele verfolgt, automatisch auch das Gemeinwohl steigert. Wie  der deutsche Finanzminister (Nichtökonom), rumposaunt, auch punkto Fossil-Beschränkungen und Klimaschutz..

Über soviel Ideologie-Scheisse würde auch der berühmte Joseph Schumpeter (Ökonom) frozeln „ da habe eine Zeitung die Grenze selbst des Fassungsvermögen der dümmsten Leser überschritten.“ (Siehe, den alten Spruch habe ich wenigstens auch aus der NZZ…) Aber darum geht es ja nicht, es geht um Gewinnerhaltung bei Kohleförderung, Atomkraftwerke und Rohstoff-Händler.

 

Dazu die negative Wendung in das Sentenziöse: das ist Sozialismus, das ist staatsverbreitend, auch wenn es nur um AHV-Beiträge geht. Tönt ab und zu wie Tschechows Gewehr:

Wenn am Anfang ein (bürgerliches) Gewehr an der Wand hängt, so die Regel, muss es am Ende auch abgefeuert werden.

Immer und immer wieder. Regulierungsflut und Steuerentlastung.

Kommt gut an bei Eurem besorgten Immobilien-und-Autobahn-Publikum… Anders als in im Auto-Hochpreis-Segment wo hohe Preise durch eine etwas tiefere Zahl kaufkräftiger Zahler erzielt werden können, bedeutet Erfolg im Verlagsbusiness hohe Abo-Zahl. Die muss man erst mal erreichen.

„Tangga, ich scanne nicht, ich will ihren Arbeitsplatz erhalten“, sagte ich gestern zu der Kassiererin, Prättigauerdialekt, an der COOP-Kasse. – „Sammeln Sie Extra-Superpunkte?“ war die etwas gutgemeinte Antwort. So ist das wahrscheinlich bei der NZZ; etwas verzweifelt sammeln sie, verstehe ich.

Heute kann man Identitäten verhandeln. (Wir-sind-doch-liberal-nicht-rechts.)

Das weiss der Guyer, weissdergeier, wahrscheinlich nur zu guat.

(Der musste in seiner Jugend ja auch ohne Diversität auskommen). Heute kann man auch viele Switch-Artikel platzieren. Heute mal fürs Velo, morgen für die AFD. Morgen mal für den deutschen FDP-Technologiefrei-Scheiss, heute doch wieder gegen die Velofahrer am Bellevue.

So wie bei Brechts Ballade „Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration, in der ein Zöllner dafür sorgt, dass die Lehre des Laotse der Nachwelt überliefert wird, Da sorgt unser alte Tante immer noch, dass die Märchen-Lehre des schottischen Moralphilosophen Adam Smith altliberalengerecht, aber grundfalsch klischeegerecht (und vor allem FDP-tauglich) vorgelesen werden.

Apropos gelähmt: Die glauben wohl bei dieser Zeitung, dass das wie bei der neuesten Forschung zu Querschnittsgelähmten sei.(Das ist ja auch einem medizinischen Schweizer Forschungsteam unter Henri Lorach gelungen.) Aber kann man das jetzt auf eine Zeitung extrapolieren?

Die Hauptfrage: Wird das Gehirn mittels solcher Implantate zur Kommandozentrale, deren Befehle der Körper unabhängig von seiner sinnlichen Empfindungsfähigkeit befolgt?

Bei der NZZ, glaube ich, schon. Immer mehr glauben diesem auf deep gemachten Bedeutungspol. Es geht um liberale Gefälligkeitsartikel und vor allem um Negativfolien gegen alles, das die Gierigen stoppen könnte.

Guat, das Beste daran ist, dass sie uns immer mehr lernen, dass unsere Tante mit den symbolischen Hoheitssymbolen etwas Übriggebliebenes hat.

Liberalensprech als Krankheitssymbol.

Die Luft ist halt schon dünner geworden. Punkto Umwelt, punkto Wirtschaft.

Man kann ja auch die Luft anhalten im Cabrio am Bellevue bis man dann endlich an der Goldküste wieder tief atmen kann.

 

Kann man aber nicht ewig…Dreipünktchen Verunsicherung. Vielleicht nur auf dem Weg zum Hospiz.

 

 

 

 

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